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Region Döbeln: Wenn Babyspeck zum Gesundheitsrisiko wird

Region Döbeln: Wenn Babyspeck zum Gesundheitsrisiko wird

Leisnig/Oschatz/Riesa/Leipzig. Über Frühchen, also über Kinder, die zu früh zur Welt kommen, wird immer wieder berichtet. Doch auch das andere Extrem rückt zunehmend in den Fokus von Gynäkologen - das der übergewichtigen Babys.

Abgesehen davon, dass diese in vielen Fällen nicht mehr auf natürlichem Wege, sondern per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht werden können, sind sie überdurchschnittlich von Erkrankungen wie Atem- und Stoffwechselstörungen betroffen.

Vor allem perspektivisch mutiert der üppige "Babyspeck" zum ernsthaften Gesundheitsrisiko. "Einhergehend mit einer entwickelten Fettsucht stellen sich zumeist Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Komplex mit Diabetes ein, das so genannte metabolische Syndrom", erläutert die Chefärztin der Leipziger St. Georg-Kinderklinik, Eva Robel-Tillig. Auch wenn die Ursache für dicke Babys nicht in jedem Falle bei zu dicken Müttern läge, sei schwerpunktmäßig bei jungen Mädchen und Frauen eine Gewichtszunahme zu verzeichnen. Dies habe zur Folge, dass diese bereits heute an Diabetes Typ II leiden, der bis vor einiger Zeit eher ältere Menschen ereilte. "Das Problem der Krankenhäuser mit Diabeteszentren ist, dass wir bislang nur einen geringen Prozentsatz der betroffenen Mütter erreichen."

Probleme, die auch um die Geburtskliniken rund um Döbeln keinen Bogen machen. "Es gibt auch in unseren Häusern seit einigen Jahren eine Tendenz zu Kindern mit einem höheren Geburtsgewicht - und zwar in vielen Fällen losgelöst von der Diabetesproblematik", bestätigt Dirk Kieback, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Elblandklinikum Riesa. "Wir arbeiten bezüglich der Früherkennung des Schwangerschaftsdiabetes eng mit unseren niedergelassenen Kollegen zusammen und führen bei Verdacht regelmäßig Glukose-Toleranztests durch." Risikoschwangere in diesem Bereich würden in Ergänzung der weiteren Betreuung durch den niedergelassenen Frauenarzt vom Klinikum im Rahmen einer Spezialsprechstunde begleitet und optimal eingestellt. "Damit kann die pathologische diabetische Großwüchsigkeit der Babys glücklicherweise zumeist verhindert werden", so Kieback. Gleichwohl werde die Geburt als Risikogeburt eingestuft und entsprechend routinemäßig kinderärztlich begleitet.

Derweil will man in der Leisniger Helios-Kliniken noch nicht von einem Trend sprechen. "In allen unseren Kliniken, in denen im Jahr deutschlandweit rund 11 500 Kinder zur Welt kommen, haben etwa zehn Prozent der Neugeborenen ein Geburtsgewicht von über 4000 Gramm, wobei diese Zahlen in den vergangenen Jahren grundlegend konstant geblieben sind", so die Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Katrin Petzold. So hätten von den 454 Leisniger Neugeborenen im Vorjahr 46 ein Gewicht von über 4000 Gramm auf die Waage gebracht. "Meldet sich eine Schwangere zur Geburt an, wird vor dieser in jedem Fall eine Ultraschalluntersuchung vorgenommen, um das erwartete Geburtsgewicht zu schätzen", so die Leisniger Chefgynäkologin. Wird ein Geburtsgewicht von über 4500 Gramm geschätzt, dann wird die Mutter entsprechend aufgeklärt und gemeinsam mit Frauenärztin und Hebamme über eventuelle Geburtsalternativen beraten. "Bei Babys, die mit über 4500 Gramm zur Welt kommen, wird umgehend eine Blutzuckerkontrolle durchgeführt, da bei der Mutter möglicherweise ein Schwangerschaftszucker vorgelegen haben kann", so die Chefärztin.

Ähnlich wie in Leisnig liegen die Zahlen in der Oschatzer Collm-Klinik, wobei laut Isabel Schiffel aus der Presseabteilung durchaus eine Zunahme der Zahl von Neugeborenen über 4000 Gramm erkennbar ist. In diesem Jahr hätten 13 Prozent der Neuankömmlinge ein Gewicht von über 4000 Gramm aufgewiesen, zwei davon sogar eines von über 5000 Gramm.

A. Raulien/R. Dietze

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