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Döbeln Region Döbeln: Zettelwirtschaft am Schornstein
Region Döbeln Region Döbeln: Zettelwirtschaft am Schornstein
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22:02 12.11.2012
Bezirksschornsteinfegermeister Mike Müller aus Limmritz hat bei der Arbeit einen bombastischen Ausblick. Die Liberalisierung des Schornsteinfegerwesens wird sich nach seiner Auffassung nicht positiv für das Portmonee der Kunden auswirken. Quelle: Wolfgang Sens

Bis jetzt ist alles einfach, wenn der Schornsteinfeger kommt: Der Fachmann reinigt die Schlote, nimmt Messungen an den Öl- und Gasheizgeräten vor und stellt dafür eine Rechnung. Die Preise dafür sind vorgegeben, denn der Schornsteinfeger arbeitet gewissermaßen für den Staat und sorgt dafür, dass die Feuerstätten und Schornsteine den gesetzlichen Regelungen entsprechen. In einem Kehrbezirk hat ein Schornsteinfegermeister das Sagen.

Im kommenden Jahr steht es den Bürgern frei, wen sie die Esse kehren oder die Heizkessel und Thermen kontrollieren lassen. "Der Kunde wird dadurch mehr Arbeit haben", sagt Mike Müller der als Bezirksschornsteinfegermeister unter anderem in einigen Straßen Döbelns, in Reinsdorf, Diedenhain, Ziegra und Neudorf für Sauberkeit und Sicherheit der Heizungsanlagen zuständig ist. Denn der Kunde muss sicherstellen, dass die Arbeiten, die er von Fremdbetrieben ausführen lässt, auch den strengen gesetzlichen Regelungen hierzulande entsprechen. Dies müssen die Leute dann dem Bezirksschornsteinfeger nachweisen. Bedeutet: Mehr Verantwortung und Bürokratie für den Kunden. Wer ein schwarzes Schaf auf das Dach lässt, riskiert, seine Heizanlage weiter betreiben zu können. Denn wenn sich herausstellt, dass kein geprüfter Schornsteinfeger die Arbeiten ausgeführt hat, gelten diese als nicht erledigt und können zur zwangsweisen Stilllegung einer Heizung führen.

"Profitieren werden die Großvermieter", schätzt Mike Müller ein. Wenn diese die Arbeiten für mehrere Mehrfamilienhäuser im Komplettpaket vergeben, könnte sich das trotz zusätzlicher Bürokratie lohnen.

Die sorgt für Sicherheit, meint die Handwerkskammer Chemnitz, zu deren Bezirk auch der Altkreis Döbeln gehört. Zudem begrüßt die Kammer zusätzliche Betätigungsfelder für Schornsteinfeger, die diesen bisher versagt blieben. "Der erhöhte bürokratische Aufwand ist zwar ärgerlich, das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der Sicherheit für die Kunden. Durch die anstehenden energetischen Sanierungen und energieeffizienten Neubauten haben die Schornsteinfeger ein weiteres verantwortungsvolles Betätigungfeld", sagt Dr. Frederik Karsten, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Chemnitz. Über die Möglichkeit zu Nebeneinkünften freut sich auch Schornsteinfegermeister Müller. Er fürchtet aber, dass die Liberalisierung sich nicht positiv auf das Portmonee der Kundschaft auswirken wird. Schließlich lägen dann ganz andere Kalkulationen zugrunde. Und wer sich bisher über die Preise der Schornsteinfeger aufgeregt hat, dem sagt Mike Müller: "Wir sind eine der wenigen Branchen, deren Preise in den letzten Jahren gefallen sind." Das könne jeder nachvollziehen, der sich die Rechnungen der vergangenen Jahre aufgehoben hat. Dirk Wurzel

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