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Region Döbeln: Zukunft von Bus und Bahn - Bitte umsteigen!

Region Döbeln: Zukunft von Bus und Bahn - Bitte umsteigen!

Döbeln/Nossen/Meißen. Es soll eine Diskussion zur Zukunft des Nahverkehrs im Muldental werden. Skeptiker sehen die Zukunft ausschließlich schwarz. Das Ende des Personenschienenverkehrs zwischen Döbeln und Meißen ab 2016 scheint besiegelt.

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Straße statt Schienen - nach 2016, so befürchten es die Skeptiker, werden ab Döbeln in Richtung Roßwein keine Personenzüge mehr fahren. Der Nahverkehr könnte verstärkt durch Busse aufgenommen werden.

Quelle: Montage: Wolfgang Sens

Die Amputation des ländlichen Raums von den Oberzentren Chemnitz, Leipzig und Dresden entschieden. Am Mittwoch möchten die Verkehrsverbünde Mittelsachsen (VMS) und Oberelbe (VVO) Bahnreisenden vorstellen, wie die Verkehrsräume auf Grundlage einer Studie so gestaltet werden können, dass sie wirtschaftlich rentabel bleiben und trotzdem Anschlüsse an die Großstädte bieten.

 

Zur Erinnerung: Der Verkehrsvertrag zwischen den Verbünden und der DB Regio AG endet im Dezember 2015. Die Planungen zur Gestaltung der Verkehrsräume nach Ende der Laufzeit läuft bereits auf Hochtouren. VMS und VVO als Auftragnehmer des Bundes für den Schienenverkehr müssen dann mit 40 Prozent weniger Mitteln für den regionalen Schienenverkehr planen, als noch im laufenden Verkehrsvertrag. "Diese Kürzungen und die Prognosen für die Fahrgastzahlen sind für uns die realen Fakten, an denen wir uns orientieren müssen", erklärte VMS-Geschäftsführer Dr. Harald Neuhaus. Mit durchschnittlich 13 Fahrgästen pro Zug gehört die Bahnverbindung zwischen Nossen und Meißen zu den besonders schwach nachgefragten im Gebiet des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO). Der Wegfall von Fahrten im Abschnitt zwischen Nossen und Döbeln - in Verantwortung des VMS - hat dieses Jahr auch im VVO-Bereich der Linie Fahrgäste gekostet. Sie betragen zurzeit zwischen 200 und 300 Reisende pro Tag, rechnete Holger Dehnert, VVO-Abteilungsleiter Verkehr vor. Zu wenig für den Bund, der die in den Verkehrsverträgen geregelten Zuschüsse in Abhängigkeit des tatsächlichen Verkehrsvolumens aller fünf Jahre prüft. Aus Richtung Leipzig bricht die Quote hinter Döbeln abrupt ab. "Parallel zu den Fahrgastzahlen stagniert auch die Bevölkerungsentwicklung im ländlichen Raum. Was sich mit einem Rückgang der Fahrgastzahlen auf der Strecke Döbeln-Nossen -Meißen zwischen fünf und 17 Prozent bemerkbar macht", so Neuhaus.

 

Dass aus verkehrsgestalterischer Sicht die Welt hinter Roßwein nicht zu Ende ist (sein kann), wissen auch die Verkehrsverbünde. VMS und VVO haben bei einem Berliner Ingenieurbüro eine Studie zur zukünftigen Gestaltung des Nahverkehrs in der Region zwischen Döbeln, Nossen und Meißen in Auftrag gegeben (die DAZ berichtete). Daraus sollen Vorschläge abgeleitet werden, wie der ländliche Raum gegebenenfalls über andere Verbindungen an die Oberzentren angebunden bleibt. VVO-Pressesprecher Christian Schlemper möchte der morgigen Bürgerversammlung in Nossen nicht vorgreifen. Und gibt sich dahingehend ergebnisoffen, als dass er versichert: "Wir haben mit dem Ingenieurbüro verschiedene Szenarien beleuchtet und die Modelle durchgerechnet." Die Modelle sind Bus und Bahn. Schlemper: "Wir haben gegenübergestellt, was es für den Busverkehr bedeutet, wenn wir den Schienenverkehr ausbauen würden. Andererseits aber auch, was es für den Busverkehr bedeutet, wenn der Schienenverkehr wegfiele." Die Ergebnisse werden morgen vorgestellt. Optionen sind eine Verbesserung des Bahnangebotes und Einschränkungen des Busangebotes bis hin zur Einstellung des Zugverkehrs und zum Start eines neuen Busnetzes.

 

Ein neues Busnetz müsste - nach Dafürhalten vieler Kritiker - auch eine Vereinheitlichung der Tarifbereiche mit sich bringen. Neben VMS und VVO gelten im Streckenabschnitt nach Leipzig die Bedingungen eines dritten Zweckverbandes - dem des Nahverkehrsraums Leipzig (ZVNL). "Mit einem VMS-Ticket kann ich in Dresden keine großen Sprünge machen", brachte Roßweins Bürgermeister Veit Lindner auf den Punkt, was vielen Bus- und/oder Bahnreisenden zwischen Leipzig, Dresden und Chemnitz auf den Nägeln brennt. Die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert deswegen einen attraktiven Übergangstarif zwischen den drei Verbünden. Der Döbelner Eisenbahn-Experte Andreas Riethig kritisierte: "Es gibt kein länderübergreifendes Konzept für die Gegenwart und für die Zukunft des Schienenverkehrs." Landtagsabgeordnete Eva Jähnigen regte zudem an, dass die "politische Diskussion dazu auch in die Kreistage der beteiligten Landkreise getragen wird." Ob dass Gutachten aus Berlin und Strategien der Verkehrsverbünde nun zu Angebotsverbesserungen oder Stilllegungen führt - eine intensive Diskussion in den kommunalpolitischen Gremien könne den Rettungsversuch der Bahnstrecke Döbeln-Nossen-Meißen unterstützen, so Jähnigen.

 

 

 

Bürgerversammlung "Zukünftige ÖPNV-Bedienung der Strecke Meißen - Nossen - Döbeln" am Mittwoch, 17 Uhr, Sachsenhof Nossen (Spiegelsaal), Schulstraße 2, 01683 Nossen.

Thomas Lieb

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