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Döbeln Reiseseminar "Omas Pole" führt nach Roßwein und Zeithain
Region Döbeln Reiseseminar "Omas Pole" führt nach Roßwein und Zeithain
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20:05 20.03.2012

Auch das Wohnhaus am Markt 2, in dem das Roßweiner DAZ-Büro untergebracht ist, beherbergte einst Zwangsarbeiter, ergaben die Recherchen der Studenten der Fakultät Soziale Arbeit an der Fachhochschule. Geschichte passiert und passierte vor Ort - vielen Sachsen ist das in diesen Tagen, in denen sich die Bombardierungen von Chemnitz, Dresden und weiteren Städten jähren, wohl sehr bewusst. Dennoch gibt es nach wie vor Unaufgedecktes und Unbesprochenes - das Kapitel Zwangsarbeit gehört dazu.

Zu diesem Thema bietet das Dresdner Herbert-Wehner-Bildungswerk ein Reiseseminar mit dem provokanten Titel "Omas Pole - Zwangsarbeit in Sachsen" an. "Es geht uns nicht darum, einzelne Menschen anzuklagen oder unsere Großeltern in Frage zu stellen. Wir haben diesen Titel gewählt um zu zeigen, dass das Thema Zwangsarbeit in vielen Familien eine Geschichte hat - dass unsere Großeltern und Eltern Kontakte mit Russen, Tschechen, Polen oder Franzosen hatten und sich irgendwie zu ihnen verhalten mussten", sagt Matthias Pfüller, der das Seminar auch leiten wird.

Die Teilnehmer, die das komplette Seminar über das ganze Wochenende gebucht haben, kommen aus Dresden am Freitag um 9 Uhr an. Sie treffen sich in der Ausstellung in der Fachhochschule. Von dort soll etwa um 10.30 Uhr der Rundgang beginnen, an dem sich auch interessierte Roßweiner beteiligen können. Dieser wird etwa zwei Stunden in Anspruch nehmen.

Weitere Informationen unter gaertner@wehnerwerk oder Tel. 0351/8 04 02 20.

❏ 9 Uhr: Ankunft in Roßwein, Außenstelle der Fachhochschule Mittweida. Kennenlernen und Einführung: "Sinn und Zweck von Zwangsarbeit in der deutschen Kriegsmaschinerie".

❏ 10.30 Uhr: Beginn Stadtrundgang zu Gebäuden und Plätzen, an denen Zwangsarbeiter wohnten und arbeiteten, unter anderem Bahnhofstraße und Markt.

❏ 13 Uhr: Stadtrundgang in Döbeln zum Thema Zwangsarbeit.

❏ Abend: Fahrt zur Unterkunft Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel bei Döbeln. Vorstellung von historischem Material zur Wahrnehmung von Zwangsarbeit in der zivilen Öffentlichkeit.

❏ Die Seminarteilnehmer fahren am Sonnabend noch in die Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain bei Riesa und sehen sich einzelne Biografien von Kriegsgefangenen an. Sie sprechen am Sonntag mit einem ehemaligen Zwangsarbeiter aus Tschechien.

Sebastian Fink

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