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Reizende Raupen: Noch keine Entwarnung

Reizende Raupen: Noch keine Entwarnung

Ob es sich bei der Raupenplage im Gewerbegebiet Döbeln-Ost um den Eichenprozessionsspinner handelt, der für den Menschen gesundheitsgefährlich sein kann, ist derzeit noch nicht endgültig geklärt.

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Die Raupen im Gewerbegebiet sind etwa fünf Zentimeter lang, haben eine dunkle Rückenlinie mit samtartig behaarten Feldern und orangenen, langbehaarten Warzen.

Quelle: S. Bartsch

Eine entsprechende Analyse zu den eingeschickten Proben vom vergangenen Freitag liegt in den Laboren der Betriebsgesellschaft für Landwirtschaft in Nossen noch nicht vor. Bei den Firmen im Döbelner Gewerbegebiet sind mittlerweile vier Fälle bekannt, wo Mitarbeiter durch den Kontakt mit den Tieren oder den Härchen aus den Gespinsten erkrankten.

 

Anfang nächster Woche soll nun das Untersuchungsergebnis aus Nossen für Klarheit sorgen. Am Dienstag hatte die DAZ ausführlich vom Raupenalarm im Gewerbegebiet Döbeln-Ost berichtet. Kaum noch ein Mitarbeiter der dortigen Industrieunternehmen parkt jetzt entlang der Straßen unter den etwa 200 Eichen. Denn fast alle sind befallen. Die Tiere und ihre umherfliegenden Härchen aus den Gespinsten scheinen bei vielen Menschen allergische Reaktionen auszulösen. Das deutet auf den Eichenprozessionsspinner (lat. Thaumetopoea processionea) hin. Er breitet sich witterungsbedingt in Deutschland weiter aus. Sowohl im Forst als auch im urbanen Grün, wie zum Beispiel in Parks, an Spielplätzen oder Alleebäumen tritt er verstärkt auf. Die Raupen des wärmeliebenden Schmetterlings besitzen Brennhaare, die zu Hautirritationen, Augenreizungen, Atembeschwerden bis hin zu allergischen Reaktionen führen können, wenn Menschen mit ihnen in Kontakt kommen.

 

Experten des Julius Kühn-Institutes (JKI) und des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) in Berlin schätzen das gesundheitsschädigende Potenzial des Eichenschädlings als sehr hoch ein. Es sei deutlich, dass die Brennhaare, die die Raupe ab dem dritten Larvenstadium ausbildet, eine direkte Gesundheitsgefährdung darstellen, die wegen ihres Verbleibs in den befallenen Flächen über lange Zeit anhält. Der Schädling muss sowohl im Forst als auch im städtischen Grün aus Gesundheits- und Waldschutzgründen bekämpft werden. Darüber sind sich die Experten einig. Ein Problem, vor dem die Behörden stehen, ist, dass es bisher nur wenige wissenschaftlich belastbare umweltmedizinische Daten über die Wirkung der Brennhaare gibt.

 

"Da die Bäume durch die Gespinste nicht unmittelbar geschädigt werden, ist der Eichenprozessionsspinner kein ausgesprochener Pflanzenschädling, sondern ein so genannter "Lästling" , der die menschliche Gesundheit beeinträchtigt. Somit wären für die Bekämpfung und Beseitigung das Gesundheitsamt oder Ordnungsamt der Stadt Döbeln zuständig", sagt Anne-Christin Matthies-Umhau, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im Sächsischen Umweltministerium. Im Fall einer chemischen Bekämpfungsmaßnahme (sofern überhaupt notwendig), kann diese daher auch nur nach Biozidgesetz erfolgen und nicht nach Pflanzenschutzgesetz. Das bedeutet, die Anordnung von Bekämpfungsmaßnahmen muss also die Stadt Döbeln treffen, sollte die Analyse den Befall durch den Eichenprozessionsspinner bestätigen. Die Möglichkeiten zur Bekämpfung des Schädlings reichen von der Sperrung befallener Areale, über den Einsatz von Insektiziden etwa aus der Luft, bis hin zu lokalen Maßnahmen, bei denen Raupennester und -haare von Spezialisten mit Vollschutz und Maske von Einzelbäumen abgesaugt werden. Th. Sparrer

Thomas Sparrer

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