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Bergrennen in Roßwein: Tragischer Abbruch nach erstem Durchgang

Etzdorfer Gipfel Bergrennen in Roßwein: Tragischer Abbruch nach erstem Durchgang

Wenn Bergrennen in Roßwein ist, dann sind alle Motorradfans in der Region nicht mehr zu halten. Entweder sie erklimmen als Aktive mit ihren Zweirad-Oldtimern den Etzdorfer Gipfel oder sie säumen als Zuschauer die anderthalb Kilometer lange Strecke. Diesmal musste das Rennen allerdings nach dem ersten Durchgang abgebrochen werden.

Starter Heiko Otto im Volkspolizei-Look. Andreas Lieske mit seiner Honda darf als Erster fahren.
 

Quelle: Olaf Büchel

Rosswein.  Wenn Bergrennen in Roßwein ist, dann sind alle Motorradfans in der Region nicht mehr zu halten. Entweder sie erklimmen als Aktive mit ihren Zweirad-Oldtimern den Etzdorfer Gipfel oder sie säumen als Zuschauer die reichlich anderthalb Kilometer lange Strecke. Bei den eigentlich zwei Durchgängen kommt es nicht darauf an, der Schnellste zu sein, sondern möglichst gleichmäßig zu fahren, um zwei annähernd gleiche Fahrzeiten zu erreichen. Diesen Sonntag hieß es allerdings Rennabbruch nach dem ersten Durchgang.

In der Pause brach ein 50 Jahre alter Zuschauer auf dem Supermarktparkplatz, der als Fahrerlager diente, zusammen. „Der Grund war vermutlich Herzversagen. Der Mann wurde wiederbelebt und dann von Rettungskräften in eine Klinik gebracht. Wir kennen seinen derzeitigen Zustand nicht“, erklärte Georg Riedel vom Organisatorenteam am Nachmittag. Wegen des tragischen Zwischenfalls kam es zur Verzögerung. Zudem kündigte sich Regen an. „Die Rennleitung hat sich mit der Mehrzahl der Fahrer abgesprochen und sich darauf geeinigt, die Veranstaltung abzubrechen. So konnten wir diesmal keinen Sieger ermitteln“, erklärte Riedel.

Gewohnt laut ging es beim ersten Start gleich neben dem Pennymakt-Parkplatz zu. 62 Fahrer aus nah und fern hatten sich mit ihren Maschinen eingefunden, um beim Bergrennen dabei zu sein. Blauer Dunst hüllte Georg Riedel und Heiko Otto ein, die die Teilnehmer im Minuten-Takt und mit einem Fahnenschwenk auf die Strecke schickten. Unter den meist blank geputzten Zweirädern befanden sich solche Legenden wie Wanderer, Nimbus, Panonia, DKW, Ardie , Zündapp oder Jawa. Besonders gut vertreten war die Simson- und die MZ-Klasse. „Ich mach hier keine Wissenschaft daraus, von wegen Reifen warm fahren und so. Ich fahr einfach drauf los“, sagte Henry Kehrer aus Mülsen, der mit seinem ungarischen Panonia-Gespann, Baujahr 1955, schon mehrmals beim Roßweiner Bergrennen dabei war. Dabei nutzt er nicht nur solche Gelegenheiten, die Maschine aus dem Stall zu holen. „Voriges Jahr habe ich damit meine Tochter zum Standesamt gefahren. Sie saß im Seitenwagen, der Schwiegersohn auf dem Soziussitz“, erzählt Kehrer stolz. Ganz in Weiß lackiert, muss die Panonia tatsächlich eine vortreffliche „Hochzeitskutsche“ abgegeben haben.

Manche Starter, wie der 69-jährige Jawa Pionýr-Fahrer Dieter Horn aus Großsteinbach, hatten ihren eigenen Fanclub zum Anfeuern dabei. In diesem Fall bestand dieser aus der ganzen Familie. Frau Rosemarie, Tochter Inka, Schwiegersohn Jürgen und die Enkelinnen Jasmin und Jamila feierten ihren Opa mit einem Transparent, auf dem stand: Jawa-Fahrer sind die Größten!

„2006 hatten wir die Idee, ein solches Oldtimer-Motorradrennen auszurichten“, erinnert sich Georg Riedel vom Verein Feuerwehrhistorik. „Beim ersten Mal starteten wir noch vor dem Eisenbahn-Viadukt. Es war ziemlich unorganisiert und alle fuhren im Pulk nach oben. Das funktionierte nicht so richtig. Deshalb gab es dann ab 2007 das erste Gleichmäßigkeitsfahren.“ Es sollte diesmal also das 10. Rennen in dieser Form sein. Dass es abgebrochen werden muss, konnte niemand ahnen.

Jüngster Fahrer im einzigen Durchgang war Tom Peege (13) aus Döbeln mit einer Simson S 51. Der älteste Starter, Karl Lang (86) aus Roßwein, knatterte jahrgangsgemäß mit einer Zündapp den Etzdorfer Berg hinauf.

 

Von Olaf Büchel

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