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Döbeln Rettende Löcher im Kellerboden
Region Döbeln Rettende Löcher im Kellerboden
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18:18 13.06.2013
Sinniert über Wirksamkeit des Grabens unter dem Kellerboden: Badchef Jens Göhler ist froh, dass die Pumpen hier effektiv eingesetzt werden konnten. Quelle: Sebastian Fink

Dass diese und die Barrieren vor den Türen dicht gehalten haben, war für ihn die Rettung. Doch nicht nur das: Auch ein Graben, durch den Versorgungsleitungen unter dem Kellerboden laufen, half dabei, die wertvolle Technik des Bades zu schützen.

"Wir hatten Glück, dass wir diese baulichen Vorteile haben", sagt Jens Göhler mit nachdenklichem Blick, als er den Keller des Stadtbades zehn Tage nach dem Beginn des Hochwassers erneut betritt. "Aus den tiefergelegenen Schächten konnten wir schon pumpen, ohne dass das Wasser 30 Zentimeter hoch im Raum stand", erklärt er. Eine wahre Materialschlacht sei das gewesen, sagt auch Bürgermeister Veit Lindner. "Da wurde 60 Stunden fast rund um die Uhr ausgepumpt."

Dadurch sei das Gros der Technik im Keller von der braunen Schlammflut nahezu unberührt geblieben. Lediglich kleine Rinnsale seien durch die Fensterdichtungen gelaufen. An einigen hängen die Gummidichtungen zentimeterweise heraus - marginale Schäden im Vergleich zu 2002. "Die Fenster und auch die Barrieren vor den Türen haben toll gehalten", ist Göhler erleichtert. Was das Hochwasser im Keller des Bades hätte anrichten können, zeigen die Tonnen von Sand, die am Ufer rund um das Stadtbad liegen geblieben sind. Die Stadt musste bereits eine Wiese an der Mulde beschlagnahmen, um den Muldesand ablagern zu können, bis er abtransportiert werden kann. Günter Zeugfang vom Kreuzplatzverein, der in der Stadtbadstraße half, Häuser vom Schlamm zu befreien, sprach von 200 Tonnen Sand, die bewegt werden mussten.

Auch das Stadtbad Döbeln, wo der Schaden rund 2,5 Millionen Euro hoch ist, zeigt, wie glimpflich Roßweins Hallenbad davongekommen ist. In der früheren Kreisstadt war die gesamte Badtechnik in schlammigem Wasser versunken und nicht mehr zu retten. "Die hatten dort keine Chance, mit Pumpen etwas zu retten", sagt Göhler. "Das Bad liegt noch stärker im Flutgebiet als wir und durch die Baustelle waren auch nicht alle Mauern geschlossen." Einen solchen Totalverlust zu verkraften, ist für Göhler in Roßwein schwer vorstellbar. "Ich könnte mir denken, dass das das Ende für das Stadtbad gewesen wäre. Dieses Geld nochmal zu investieren...", sagt er und schüttelt mit dem Kopf.

Ganz ohne Reparaturen geht es aber auch in Roßwein nicht ab. "Wir werden wohl nicht drum herumkommen, den Putz rund um das Stadtbad außen abzuschlagen", Lindner, der außerdem auch im schlimmsten Fall am Bad festgehalten hätte. "Das Stadtbad ist auch ein Aushängeschild für uns", bekräftigt er.

Jens Göhler harrt nun wie die Stadtverwaltung der Hilfen vom Land und Zahlungen der Versicherung. Derzeit kann er sich wieder den Besuchern im Freibad widmen, dass vom Hochwasser völlig unberührt geblieben ist.

Sebastian Fink

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