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Döbeln Reue nützt nix: Der Beißer aus Leisnig soll ins Gefängnis
Region Döbeln Reue nützt nix: Der Beißer aus Leisnig soll ins Gefängnis
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Ein 44-jähriger Leisniger wehrte sich im Landgericht Chemnitz gegen ein Urteil des Amtsgerichtes Döbeln. Demnach soll er für über zwei Jahre wegen sexueller Nötigung ins Gefängnis. Quelle: dpa
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Leisnig/Chemnitz

Es bleibt dabei: Der Beißer aus Leisnig soll ins Gefängnis. Das hat die 7. Kleine Strafkammer des Landgerichtes Chemnitz am Dienstag entschieden. Dort war der 44-jährige Leisniger mit seiner Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichtes Döbeln gescheitert. Das dortige Schöffengericht hatte ihn im Januar wegen sexueller Nötigung in Tateinheit mit Körperverletzung zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Für die Vorsitzende Richterin Karin Fahlberg und ihre Schöffen stand damals fest, dass der Arbeitslose die beruflich erfolgreiche Frau im September 2016 in ihrer Wohnung nicht nur geschlagen, sondern sie auch gezwungen hatte, sexuelle Handlungen, wie etwa unsittliche Berührungen, zu dulden. Außerdem biss er sie zweimal. Einmal in den Finger und ein zweites Mal in eine intime Stelle des Körpers. Als er von ihr abließ und in ein anderes Zimmer der Wohnung gegangen war, nutzte die Geschädigte diesen Augenblick für ihre verzweifelte und gefährliche Flucht aus dem Fenster. „Die Geschädigte, der nicht klar war, was der Angeklagte als nächstes vor hat, öffnete in panischer Angst das Schlafzimmerfenster und sprang aus 3,10 Meter Höhe ins Freie“, führt Richterin Fahlberg in der schriftlichen Begründung des Schöffengerichts-Urteils dazu aus. Glücklicherweise verletzte sich die Frau bei dem Sprung nicht so schwer. Eine Nachbarin war auch gleich zur Stelle und kümmert sich um die Frau.

Hund für Bewährung kein Grund

„Es war eine überdurchschnittlich brutale Tat. Man möchte es keinem zumuten, halb unbekleidet aus drei Meter Höhe ins Freie zu springen. Das rechtfertigt durchaus das Urteil des Amtsgerichtes Döbeln“, sagte Richter Frank Schmidt, Vorsitzender der Berufungskammer, als er deren Urteil begründete, die Berufung des Angeklagten zu verwerfen. Die Kammer folgte damit dem Antrag des Nebenklagevertreters, Rechtsanwalt Toralf Stein. Er hatte in seinem Schlussvortrag ausgeführt, dass seine Mandantin bei- und unmittelbar nach der Tat eine panische Angst gefühlt habe und noch heute unter deren Folge leide. „Die Sozialprognose des Angeklagten ist auch recht dünn. Wenn er sagt, dass er am Montag eine Umschulung beginnen werde, frage ich mich, was hat er bis jetzt getan?“, so Rechtsanwalt Stein weiter. Wenn der Angeklagte sage, er müsse sich um seinen Hund kümmern und könne deswegen nicht ins Gefängnis, stünde das in keinem Verhältnis zu dem, was seine Mandantin durch die Tat erlitten habe.

Verteidigung war auf Bewährung aus

Im Amtsgerichts-Verfahren hatte der 44-jährige Deutsche noch eine Räuberpistole zum Besten gegeben, ein unbekannter und maskierter Mann hätte ihn mehrfach auf die angebliche Untreue der Geschädigten angesprochen. Mit dieser war der Leisniger liiert. Das habe seine Eifersucht befeuert und er habe sie zur Rede gestellt. Dabei sei die Situation eskaliert. Der Mann konstruierte damals eine Art Notwehrsituation und stritt die sexuellen Handlungen ab. Davon war im Landgericht keine Rede mehr. „Mein Mandant ist nach der Vernehmung der Zeugin ins sich gegangen und hat realisiert, was er der Frau angetan hat“, sagte Rechtsanwältin Mandy Schützel, die den Sexualstraftäter verteidigte und in der zweiten Instanz eine Bewährungsstrafe für ihren Mandanten erreichen wollte. Der zeigte sich ebenfalls reuig und räumte den Tatvorwurf nun ein. Die Ironie der Geschichte: Hätte er das bereits im ersten Prozess am Amtsgericht getan, wäre er dort womöglich mit einer Bewährungsstrafe davon gekommen. Das Urteil des Landgerichts kann er jetzt mit der Revision anfechten. Es ist nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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