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Döbeln Revision gegen zweites Aladin-Urteil
Region Döbeln Revision gegen zweites Aladin-Urteil
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06:00 13.12.2014
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Döbeln/Dresden/Leipzig

zu prüfen hat. Die Schwurgerichtskammer am Dresdner Landgericht hatte M. am 8. Dezember wegen heimtückischen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt (die DAZ berichtete). "Mein Mandant hat mich mit der erneuten Revision beauftragt und mich schriftlich für seine verbale Entgleisung nach der Urteilsverkündung um Verzeihung gebeten", sagt Rechtsanwalt Enrico Brand, der M. bereits in den zwei Mordprozessen an den Landgerichten Chemnitz und Dresden verteidigt und viel Arbeit in den Fall gesteckt hat. Nach dem neuerlichen Urteil in Dresden zeigte sich M. aber mit seinen Verteidigern unzufrieden.

Bis kommenden Montag läuft die Frist, um zunächst formal Revision einzulegen. Dann gilt es, das schriftliche Urteil abzuwarten, um das Rechtsmittel in einem Schriftsatz detailliert begründen zu können. Nach dem ersten Urteil des Landgerichtes Chemnitz am 15. März 2013 dauerte es bis 10. Dezember 2013, bis der Bundesgerichtshof entschieden hatte, das Urteil (fünf Jahre Haft wegen Beihilfe zum Totschlag) aufzuheben. Vom 5. Juli bis zum 8. Dezember verhandelte dann die 1. Große Strafkammer am Landgericht Dresden, wohin der BGH den Fall verwiesen hatte. Die Kammer unter Vorsitz von Richterin Birgit Wiegand sah es als erwiesen an, dass Ayman Eskan M. am 1. November 2011 Jamal A. Mortada im Döbelner Bistro "Aladin" selbst erschossen hat. Dazu habe ihn der mutmaßliche Mittäter Marwan H. mit dem Auto zum Tatort gefahren. Nachdem er Mortada erschossen habe, sei M. zunächst zu Fuß geflüchtet und habe die Waffe in die Mulde geschmissen. Danach habe ihn Marwan irgendwo in Döbeln mit dem Auto aufgegabelt, wo M. die Maske mit den Sehschlitzen liegen ließ. Marwans Auto - ein Fiat Punto - stand dann wieder vor dem Tatort. Einige Teile der Erklärung des Tatablaufs - so zum Beispiel die Flucht und das Vergessen der Mütze - stützen weder Zeugenaussagen noch andere Indizien. Dass die vergessene Maske M.'s DNA-Spuren trug und Achmed S., der Hauptzeuge der Anklage, den Kurden schwer belastete, war für die Kammer maßgeblich, in Ayman Eskan M. den Todesschützen von Döbeln zu sehen.

Dirk Wurzel

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