Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Riesenstiefel bekommt Alu-Skelett
Region Döbeln Riesenstiefel bekommt Alu-Skelett
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:07 23.05.2012
Von Thomas Sparrer
Lutz Wendler schraubt am neuen Skelett aus Aluminium, das dem Original Döbelner Riesenstiefel künftig die notwendige Standfestigkeit verleihen soll. Die nächsten vier Wochen wird der Stiefel nun im großen Sitzungssaal des Rathauses restauriert. Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

Lutz Wendler und Stefan Schumann von der Nöma Maschinen- und Metallbau GmbH aus Döbeln-Masten hatten zuvor liegend die Metallstreben im Stiefelinneren zu einem formgebenden Gerüst zusammenmontiert. Nun werden Leder-Restauratorin Beate Rieß und ihre Kollegin Stefanie Schonnop den Stiefel im Inneren weiter ausformen. Dazu nutzen sie unter anderem spezielle Polsterwolle.

Mit Holzwolle war der Stiefel zuvor ausgefüllt worden. Diese lagert nun im Rathausflur in 22 blauen Müllsäcken.

"Das Leder des Stiefels ist in einem doch noch recht guten Zustand. Es wurde ja von den Erbauern auch grubengegerbtes Leder bester Qualität eingesetzt", berichtet Beate Ries.

Das letztes Geheimnis im Riesenstiefel konnten sie und ihre Kollegen aber nicht lüften. Das haben andere schon vor den beiden Frauen getan: Im Absatz des Riesenstiefels sollen sich zwei Kammern befinden. In einer davon soll Stiefelerbauer Ferdinand Reichel 1925 seinen geliebten Ulmer für die Nachwelt hinterlassen haben. Denn der Schuhmachermeister war ein begeisterter Pfeifenraucher. "Die Kammern haben wir gefunden. Den Inhalt aber nicht. Nach Archivrecherchen wurden Erinnerungsdokumente und die Pfeife des Meisters schon bei einer früheren Stiefelpflege herausgeholt und in einer Vitrine des damaligen Kreismuseums auf Burg Mildenstein untergebracht.

Die Stadt Döbeln hat mittlerweile ein Schreiben an die Schlösserverwaltung und die Burg Mildenstein gesandt, in dem sie darum bittet, die Gegenstände aus dem Original Döbelner Riesenstiefel in den Archiven zu suchen und der Stadt Döbeln zukommen zu lassen. So dürfte die Tabakspfeife des Schuhmachermeisters Ferdinand Reichel bald neben dem restaurierten Stiefel im zweiten Stock des Rathauses zu sehen sein.

❏ 1925 hatte Ferdinand Reichel, der Obermeister der Döbelner Schuhmacher-Innung, die Idee, zum 600-jährigen Jubiläum der Innung einen Riesenstiefel zu bauen. Von Januar bis August 1925 baute Reichel den Stiefel mit sechs weiteren Schuhmachermeistern der Region und stellte ihn erstmals zur Fachausstellung im August 1925 aus. Der Döbelner Riesenstiefel wurde zur Berühmtheit.

❏ Seine Maße: Sohlenlänge 190 Zentimeter, Sohlenbreite 73 Zentimeter, Absatzlänge 45 Zentimeter, Schafthöhe 5 Meter, Schafthöhe heruntergekrempelt 3,70 Meter, Stulpenumfang oben 5 Meter.

Thomas Sparrer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Einen 3:2-Sieg erkämpften sich die Döbelner C-Junioren gegen den VfB Auerbach und revanchierten sich damit für das unglückliche Unentschieden aus dem Hinspiel.

23.05.2012

Kein Wunder, dafür noch einmal ein deutlicher Sieg zum Saisonende: Die Fußballerinnen der SG Lok Döbeln/BC Hartha haben ihr letztes Spiel gegen den Bornaer SV mit 6:1 gewonnen.

23.05.2012

Damit Theater-Besucher in Döbeln künftig nicht mehr so viel schwitzen, schwitzen jetzt die Arbeiter bei der Sanierung. Denn nach Abschluss der Renovierung wird ein neues Belüftungssystem in Betrieb gehen.

23.05.2012