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Döbeln Riesenstollen für guten Zweck und ausgefallene Krippen aus aller Welt
Region Döbeln Riesenstollen für guten Zweck und ausgefallene Krippen aus aller Welt
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20:34 02.12.2018
Beim Stollenanschnitt drehte sich alles um Josi (r.). Auch der Weihnachtsmann war gekommen, was Mutter Janine und die kleine Schwester Isabell ebenso freute. Quelle: Gerhard Dörner
Döbeln

110 Kilogramm schwer und 20 Meter lang ist der Riesenstollen, den die Bäckerei Körner auch in diesem Jahr wieder für einen guten Zweck auf den Döbelner Weihnachtsmarkt hievte. Unter einem regensicheren Dach neben der Eisbahn schnitten Bäckereichefin Franziska Seyffarth, Produktionsleiter Kay Körner und Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer das kalorienreiche Backwerk an. Der Andrang war enorm. Nicht nur dass der Riesenstollen aus der Döbelner Traditionsbäckerei in diesem Jahr wieder von der sächsischen Bäckerinnung mit zwei Goldmedaillen ausgezeichnet wurde. Die Weihnachtsmarktbesucher durften am Sonntagnachmittag für einen guten Zweck schlemmen. Denn pro Stollenstück sollten sie eine Spende hinterlassen. Der gesamte Erlös geht in diesem Jahr an die achtjährige Josefine Stuber. Gemeinsam mit ihren Eltern Janine und Ingolf Stuber sah die schwerbehinderte Josefine gestern aus ihrem Wagen zu, wie der Riesenstollen immer kleiner wurde. Auch die DAZ-Leser spenden im Rahmen der Aktion „Licht im Advent“ für Josefine. Mit dem Geld soll für das Mädchen eine Doman-Therapie finanziert werden, die ihr zu mehr Lebensqualität verhilft. Denn seit einer Hirnhautentzündung wenige Tage nach ihrer Geburt ist Josefine schwerbehindert. Die Therapie aus den USA wird in Deutschland nicht von den Krankenkassen bezahlt. Im Spendenglas am Riesenstollen ließen sich die Besucher nicht lumpen, statt Münzen landeten viele Scheine darin. Trotz Regens lockte der Weihnachtsmarkt und die Eisbahn am Wochenende die Besucher recht zahlreich.

Die Ausbreitung des Krippentums

Ton, Weißblech, Ebenholz, Brotteig – genauso vielfältig wie die Materialien sind die Herkunftsländer der etwa 50 Weihnachtskrippen, die gerade das Stadtmuseum Döbeln in seiner Weihnachtsausstellung zeigt. Sie kommen beispielsweise aus Peru, Burkina Faso, Belgien, Malta, Mallorca, was zu Spanien gehört, Indien, Polen und natürlich aus dem Erzgebirge, dem deutschen Weihnachtsland. Die Döbelner Museumschefin Kathrin Fuchs verdankt diese einmalige Schau ihrer Grimmaer Kollegin Marita Pesenecker. Sie hat die ganz unterschiedlichen Figuren der heiligen Familie von ihren Reisen aus (fast) aller Herren Länder mitgebracht. Wer am Sonnabend die Stufen zum Stadtmuseum im Rathaus hinauf stieg, den empfing schon rein musikalisch ein angenehmes Kontrastprogramm zum Weihnachtsliederprogramm auf dem Markt. Zwei Mitglieder Dresdner Jazzband Krambambuli spielten auf Bass und Akkordeon beziehungsweise Klarinette heitere Weisen. Und warum sind Weihnachtskrippen eigentlich so verbreitet? „Weil es auf der Welt 2,2 Milliarden Christen gibt. Mit der Ausbreitung des Christentums verbreitete sich auch die Krippe“, sagt Kunsthistorikerin Annett Steinert, die am Sonnabend durch die Ausstellung führte. Sie ist noch bis Anfang Februar im Stadtmuseum zu sehen.

Museumsleiterin Kathrin Fuchs und Kunsthistorikerin Annett Steinert bestaunen gemeinsam mit den Gästen die Krippen aus aller Welt im Stadtmuseum. Quelle: Dirk Wurzel

1000 Gäste bei der WGF in Döbeln-Ost

Zwei Block lang war der Zug der Lampionkinder, die mit ihren Eltern und Großeltern am Sonnabend durchs Wohngebiet Döbeln-Ost I liefen, angeführt von den Spielleuten des Carneval Clubs der Muldenschiffer zu Westewitz. Das zeigt: Der Weihnachtsmarkt der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt (WGF) erlebt immer mehr Zuspruch. Über 1000 Gäste, so schätzt WGF-Vorstand Stephan Viehrig, waren am Sonnabend gekommen. „Unser neues Konzept ist aufgegangen“, sagt Stephan Viehrig. Am neuen Domizil begrüßten Pagoden die Zuschauer. Im Haus zeigten die WGF-Arbeitsgemeinschaften ihr Können, draußen sang unter anderem Maja Catrin Fritsche. Für Stephan Viehrig war es der letzte WGF-Weihnachtsmarkt als Vorstand. Er geht in wenigen Tagen in den Ruhestand, Sohn Sven übernimmt. Den Weihnachtsmarkt wird es trotzdem weiterhin geben.

Erstmals feierte die Wohnungsgenossenschaft Fortschritt in diesem Jahr am neuen Sitz ihren Weihnachtsmarkt. Quelle: Gerhard Dörner

Von Dirk Wurzel und Thomas Sparrer

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