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Roden für den Hochwasserschutz – dutzende Bäume mussten bei Klosterbuch weg

Anwohnerbeschwerden Roden für den Hochwasserschutz – dutzende Bäume mussten bei Klosterbuch weg

„Wer wildert heimlich im geschützten Muldental?“, fragten sich jüngst Anneke Fiedler-van-Putten und Harald Fiedler nach dem entlang der Bahnstrecke zwischen Klosterbuch und Leisnig zahlreiche Bäume gefällt wurden. Seit dem 15. September erfolgten dort direkt am Flusslauf Rodungsarbeiten. Nach Beobachtung des Paudritzscher Ehepaares auch sonntags.

Vorher - nachher: Im Gleisbereich an der Freiberger Mulde in Nähe von Klosterbuch mussten Bäume gefällt werden. Notwendig wurde das aufgrund einer Hochwasserschutzmaßnahme. Die Deutsche Bahn lässt den Hang stabilisieren. Familie Fiedler aus Paudritzsch reagierte entsetzt  auf die Fällungen.

Quelle: Privat

Klosterbuch. „Über 200 Meter wurden sämtliche ufernahen Gehölze von Weiden bis Eichen umgehauen. Dabei wurde nicht einmal berücksichtigt, dass sich hier geschützte Tierarten angesiedelt haben. Hier leben mittlerweile wieder Eisvögel, Biber, Fischotter und andere Tiere“, lautet die Kritik der Fiedlers. Sie sehen die Lebensgrundlage dieser Tierarten entzogen. „Es ist einfach eine Schande, dass so rücksichtslos mit unserer wertvollen Natur und den Tieren umgegangen wird.“ Anneke Fiedler-van-Putten und Harald Fiedler scheint dieser massive Eingriff in die Natur- und Tierwelt sehr übertrieben und unangemessen zu sein: „Wir sind absolut gegen solche rigorosen Eingriffe in die Natur und die Tierwelt, sowie die mangelnde Vorabinformation der Bürger. Auch, wenn diese Maßnahmen der zukünftigen Sicherheit der Gleisanlagen bei Hochwasser dienen sollten“, so die beiden Beschwerdeführer.

Die Döbelner Allgemeine Zeitung befragte den Auftraggeber, die Deutsche Bahn, zu den Bauarbeiten und damit zusammenhängenden Baumfällungen. Von der DB-Pressestelle für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen war zu erfahren, dass der Bauabschnitt auf einer Länge von zirka 530 Metern liegt. Die Breite sei entsprechend der jeweiligen Hanglage unterschiedlich. Konkret erfolgt die Sicherung der Böschung zwischen Gleis und Freiberger Mulde. Hintergrund der Maßnahme: „Es geht um Hochwasserschutz. Dafür wird der vorhandene Schotter zurück gebaut, ein neues Planum erstellt, Wasserbausteine eingebaut und das Gleisbett wieder hergestellt.“ Während der vorangegangenen beiden Hochwasser von 2002 und 2013 habe sich dort zahlreicher Unrat verfangen und das Flussbett wurde in dem Bereich stark ausgespült. Die Gleisanlage solle durch das Befestigen des Hangs besser vor zukünftigen Hochwassern geschützt sein.

Auch damit das schwere Gerät an die Baustelle gelangen konnte, mussten mehrere Bäume gefällt werden – „die  Abstimmung beziehungsweise Genehmigung erfolgte durch die zuständige Behörde“, heißt es weiter.  Die Frage nach Ausgleichspflanzungen für die gefällten Bäume beantwortet eine Bahnsprecherin wie folgt: „Ersatzmaßnahmen wurden im landschaftspflegerischen Begleitplan geplant und genehmigt.“ Vor der Fällung sei eine „naturschutzrechtliche Genehmigung der Maßnahme durch die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Mittelsachsen erfolgt.“ Eigentümerin eines Teils des betreffenden  Geländes ist Elsbeth Pohl-Roux. Die Anwohnerin erklärt zur Notwendigkeit der Baumfällung: „Die Bäume waren während der vergangene Hochwasser bis oben hin mit Unrat voll und stellten ein Fließhindernis  dar. Die Bauarbeiten sind überfällig, sonst fährt hier irgendwann kein Zug mehr in Richtung Döbeln oder Meissen.“

Aufgabe jeder Generation sei es, Bäume zu pflanzen, aber auch zu fällen, sollte dies notwendig sein, betont Pohl-Roux: „Wir haben hier die Gelegenheit eine Situation nicht gleich gut, sondern besser zu machen.“ Ersatzpflanzungen von schnell wachsenden Weiden erfolgen auf ihrem Grundstück 18/1 in Richtung Leisnig. Die zahlreichen Neupflanzungen seien mit der Bahn geklärt.  „So dass sich dort auch wieder Tiere schnell einnisten können“, betont Pohl-Roux. Sie und die Nabu-Regionalgruppe Klosterbuch werden auch weiterhin ein Auge auf den Naturschutz an der Mulde haben.

Natasha G. Allner

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