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Rohrperle fürs Pumpenbübchen – Waldheimer Skulptur kommt ans Netz

Schlossplatz-Brunnen Rohrperle fürs Pumpenbübchen – Waldheimer Skulptur kommt ans Netz

Gestohlen, zersägt, verscherbelt und neu in Bronze gegossen: Irmgard Biernaths Skulptur blickt auf eine kurze aber sehr bewegte Geschichte zurück. Jetzt sorgt der Brunnen für Ärger, dessen Wasser der bronzene Bube mit seiner Schale auffängt. Innen gleicht der Brunnen einer Müllkippe. Außerdem ist die Pumpe wartungsfreudig und damit teuer.

Das Innere des Brunnens auf dem Waldheimer Schlossplatz gleicht einer Müllkippe. Künftig soll das Pumpenbübchen aber kein Wasser mehr aus diesem Brunnen mehr in seiner Schale auffangen, sondern frische Rohrperle aus dem Trinkwassernetz.
 

Quelle: Dirk Wurzel

Waldheim.  Das Pumpenbübchen auf dem Schlossplatz bekommt jetzt einen eigenen Wasseranschluss. Die Pumpentechnik ist nämlich störanfällig und hat einen hohen Wartungsaufwand. Für den Brunnen gilt: Außen hui – innen pfui. Müll schwimmt auf dem Wasser, das Schutzgitter hängt schief im Brunnenschacht.

CDU-Stadtrat Albrecht Hänel hatte das Problem jüngst im Technischen Ausschuss angesprochen und auf den Zustand des Brunnens vor allem mit Blick auf die Hygiene hingewiesen. Eigentlich hat zusätzlich zu dem abgerissenen Gitter eine Plexiglasscheibe das Brunnenwasser geschützt. „Die ist aber geborsten“, sagt Bürgermeister Steffen Ernst (FDP). Die Stadtverwaltung hat sich das angeschaut und geprüft, wie sich das Problem lösen lässt. „Mit der Pumpe gab es viel Ärger. Wir brauchen dort aber so wenig Wasser, da reicht der Druck auf der Wasserleitung“, sagt Steffen Ernst. Wenn man die Kosten für die Wartungs- und Reparaturarbeiten an der Pumpe mit dem Wassergeld gegenrechne, könne man die Brunnenskulptur genausogut ans Trinkwassernetz anschließen, meint Bürgermeister Ernst. Das Wasser kommt dann eben nicht mehr aus dem Brunnen, sondern aus der Leitung. Dann müsse noch die Tauchpumpe aus dem Brunnen, der sich bei dieser Gelegenheit gleich noch sauber machen lässt. Eine neue Abdeckung verhindert, dass Schmutzfinken den Quell als Mülleimer missbrauchen. So könnte es mit dem Schlossplatz-Brunnen weitergehen.

Drogenjunkie zersägt Pumpenbübchen Nummer eins

Diesmal ist es die Wasserfördertechnik und der Brunnen, die Ärger machen. Vor reichlich vier Jahren war es die bronzene Figur, die für Verdruss bei den Waldheimern sorgte. Das kesse Bübchen, dass die Wasserschale unter die Schwengelpumpe hält, war nämlich weg. Von alleine hatte es sich aber nicht aus dem Staub gemacht, etwa um sich einen anderen Brunnen zu suchen. Drogenjunkie Ringo K. hatte die Figur gestohlen, zersägt und auf dem Schrottplatz zu Geld gemacht, um sich dafür neuen Stoff kaufen zu können. Die aktuelle Figur ist ein zweiter Abguss, den die Stadt von der Vorlage hat nehmen lassen. Die hat die in Waldheim geborene Künstlerin Irmgard Biernath (1905 – 1998) geschaffen und den Original-Abguss ihrer Geburststadt vor 18 Jahren zu deren 800-Jahr-Feier geschenkt. Im Rathaus erinnert eine kleine Gedenk-Ecke an die Bildhauerin und wenn das Stadt- und Museumshaus fertig ist, soll ein Teil der Ausstellungsfläche für Irmgard Biernath reserviert sein.

Spendenaktion macht neuen Abguss möglich

Ganze 13 Jahre zierte die Skulptur den Schlossplatz. Dann riss sie Langfinger Ringo K. aus ihrer Verankerung. In der Nacht auf den 19. Oktober 2011 klaute der heute 32-Jährige auch die Kupfer-Fensterbänke des Waldheimer Rathauses, um sie zu Geld für Drogen zu machen. Das alles gestand er in seinem Prozess am Amtsgericht Döbeln im Januar 2014. Anderthalb Jahre Haft mit Bewährung lautete damals das Urteil, das Strafrichter René Stitterich verhängte.

Der Stadt war durch den Diebstahl ein Schaden von 5000 Euro entstanden. Zum Stadtfest 2014 bekamen die Waldheimer ihr Pumpenbübchen aber wieder zurück. Der Heimatverein, der Verein Strafvollzugsmuseum und der Fördervereins Napoleonhaus initiierten eine erfolgreiche Spendenaktion, um den Abguss bezahlen zu können.

Von Dirk Wurzel

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