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Döbeln Romy Kretzschmar aus Roßwein rettete mit Stammzellenspende ein Menschenleben
Region Döbeln Romy Kretzschmar aus Roßwein rettete mit Stammzellenspende ein Menschenleben
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18:00 23.08.2017
Romy Kretzschmar aus Roßwein hat Stammzellen gespendet. Quelle: Foto: Olaf Büchel
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Rosswein

Sindy Krahl (28) ist an Blutkrebs erkrankt. Bei einer Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) geht es am Sonnabend in Roßwein darum, Sindys genetischen Zwilling zu finden, der ihr mit einer Stammzellenspende das Leben retten kann. Romy Kretzschmar aus Roßwein weiß aus eigener Erfahrung, dass das möglich ist.

Die 49-Jährige hat selbst vor einiger Zeit Stammzellen gespendet. Ein US-Amerikaner verdankt ihr dadurch seine Heilung vom Blutkrebs, sein Leben. Den Schutzengel aus Porzellan, den Romy Kretzschmar dem Mann damals mitgeschickt hat, steht heute in einem Regal über seinem Bett in Kentucky. Er hat es ihr geschrieben, denn seit einigen Monaten besteht zwischen Retterin und Gerettetem Briefkontakt.

Die Ehefrau und zweifache Mutter hatte im Herbst 2013 durch ihre Tätigkeit als Reinigungskraft im Roßweiner Armaturenwerk von einer Typisierung innerhalb des Betriebes erfahren. Die Aktion galt dem Kind eines Mitarbeiters und die Roßweinerin war spontan dazu bereit, sich registrieren zu lassen. Im Dezember des gleichen Jahres bekam Romy einen Anruf von der DKMS, dass sie als Spenderin für einen andren Krebspatienten in Frage käme. Der Hausarzt nahm ihr Blut für eine umfangreiche Analyse ab und im Februar 2014 erhielt die Roßweinerin die Auskunft: Ja, es passt!

„Ich war erschrocken, dass es so schnell ging. Meine Schwester ist schon seit über zehn Jahren typisiert und bei ihr gab es noch keine einzige Nachfrage“, sagt Romy Kretzschmar heute. Für sie war damals aber sofort klar, Stammzellen zu spenden. „Die Typisierung ist kein Zwang. Wer sich dazu entscheidet, der sollte dann aber auch die Spende durchziehen, wenn sie benötigt wird. Man muss damit rechnen, dass es so einen Anruf geben kann. Nichts wäre schlimmer, wenn die Daten übereinstimmen, der potenzielle Spender aber nicht will“, sagt die Roßweinerin.

Nach ihrer Zusage ging alles schnell. Es gab noch eine größere Untersuchung und an zwei Tagen Anfang Mai 2014 spendete Romy Kretzschmar in Dresden die Stammzellen. „Das war überhaupt nicht schlimm. Es lief ab, wie bei einer Blutwäsche. Bei der Entnahme hat man sich hervorragend um mich gekümmert. Sogar die Angehörigen durften dabei sein“, berichtet die 49-Jährige. Kurze Zeit später erfuhr sie von der DKMS drei Fakten vom Stammzellempfänger: dass es ein Mann ist, der in den USA lebt und sein Alter.

Ein Jahr lang ging alles gut, dann hatte der Patient einen Rückfall. Im Februar 2015 spendete Romy Kretzschmar deshalb noch einmal. Und heute? „Der Mann ist geheilt“, sagt Romy Kretzschmar und strahlt. Im April dieses Jahres durften beide die Adressen tauschen. „Ich habe erst mal gewartet, wollte nicht als Erste schreiben. Dann kam Post aus den USA.“ Der Mann ist 46 Jahre alt, lebt in Kentucky. Er war Ingenieur, doch wegen der Krankheit wurde ihm gekündigt, wie er selbst berichtet. Doch der US-Amerikaner versucht eine neue Karriere – macht mit Drohnen Luftbilder von Immobilien. Und er hat eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit seinem Schicksal gegründet.

Für die Familie von Romy Kretzschmar war das Ganze ein einschneidendes Erlebnis. Ihr Mann, die Tochter und der Sohn haben sich ebenfalls typisieren lassen. Mittlerweile ist Romy stolze Omi. Sie weiß, was Leben bedeutet und sich wünscht sich, dass an diesem Sonnabend viele Menschen zur Typisierung kommen und sich registrieren lassen. Für Sindy Krahl, 28 Jahre alt, aus Roßwein.

Info: Typisierungsaktion der DKMS: Sonnabend, 26. August, 14 bis 19 Uhr, Gaststätte Hempel, Goldbornstraße 1 in Roßwein; die Registrierung erfolgt mittels Blutabnahme und dauert nur wenige Minuten

Von Olaf Büchel

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