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Döbeln Rosa von Zehnle taucht wieder auf – im Amtsgericht Döbeln
Region Döbeln Rosa von Zehnle taucht wieder auf – im Amtsgericht Döbeln
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16:48 23.05.2018
Rosa von Zehnle beschäftigte am Mittwoch das Amtsgericht Döbeln. Ihm lag Betrug zur Last. Quelle: picture alliance / dpa
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Döbeln/Hartha

Das kommt eigentlich nur aller Jubeljahre bei Gericht vor. Angeklagte, die sich für ein Straf-Urteil bedanken. Vor allem, wenn diese als sogenannte Reichsbürger in der Erinnerung haften geblieben sind. Diese Personen lehnen die Bundesrepublik und ihre Gerichte ab, begründen dies mit unterschiedlichen Verschwörungstheorien.

Dankbar für Urteil

In dieser Richtung war Rosa von Zehnle vor drei, vier Jahren unterwegs. Verblüffend: Davon war am Mittwoch im Amtsgericht Döbeln überhaupt nichts mehr zu spüren. Er lehnte mit keinen kruden Stellungnahmen das Gericht ab, akzeptierte Janko Ehrlich als seinen gesetzlichen Richter, bei dem er sich auch noch für das Urteil bedankte: 60 Tagessätze zu 15 Euro Geldstrafe für den Betrug an einer Druckerei. Für praktizierende Reichsbürger ist ein solches Verhalten völlig inakzeptabel.

Geschäft stand auf tönernen Füßen

„Sie haben sich verspekuliert. Der, der liefern sollte, dachte, dass sie die Lieferung bezahlen können. Aber das konnten sie nicht“, sagte Richter Ehrlich, als er das Urteil begründete. Rosa von Zehnle hatte vor drei Jahren den Roman „Das Beiderwandkleid“ der deutsch-jüdischen Autorin Waldtraut Lewin verlegt. Er ließ 1750 Exemplare drucken. Das sollte 11 140,60 Euro kosten. Davon sah der Druckanbieter aber nur 300 Euro. „Wir gingen davon aus, dass sich das Buch gut verkauft, hatten Autorenlesungen geplant“, sagte Rosa von Zehnle nun vor Gericht. Mit dem Geld aus dem Verkaufserlös wollte er die Druckkosten bezahlen. „Aber das hat sich nicht so ergeben. Die Rezensenten haben das Buch zerrissen. Und dann kam die Polizei und hat die ganze Auflage beschlagnahmt“, schilderte der Ex-Harthaer die Malaise.

Wieder als Verleger tätig

Nun lebe er in Ungarn, weil dort die Kosten für die Lebenshaltung deutlich niedriger sind, als in Deutschland. Mit vier, fünfhundert Euro käme man gut klar. Er betreibt auch in Ungarn wieder einen kleinen Verlag. Und hatte dem Gericht einige Produkte mitgebracht – ein Buch und eine Art Broschüre. In Hartha hatte Rosa von Zehnle viel vor. Im Juli 2013 hatte er das historische Postamt bezogen. Er wollte dort ein Museum einrichten und eine Bibliothek, die kaiserliche Post zum Kulturzentrum ausbauen. Aber da spielte die Bauaufsicht nicht mit. Sie erklärte das Gebäude 2014 für marode und gefährlich für die öffentliche Sicherheit. Rosa von Zehnle verkaufte es wieder. 2015 machte er als Bürgermeisterkandidat Schlagzeilen. Danach verschwand er – nach Ungarn, wie wir seit dem Prozess wissen.

Das Buch „Das Beiderwandkleid“ gibt es noch immer zu kaufen – im Internethandel bei „Amazon“ für 25 Euro.

Von Dirk Wurzel

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