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Döbeln Roßwein: Analoges Radio zunächst bis Jahresmitte gesichert
Region Döbeln Roßwein: Analoges Radio zunächst bis Jahresmitte gesichert
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09:28 09.01.2019
Röhre war gestern, Digitalradio ist heute. Doch es gibt noch viele Hörer, die analog empfangen möchten. Quelle: dpa
Rosswein

Das Sächsische Privatrundfunkgesetz sah eigentlich vor, dass bis Ende 2018 die Übertragung analoger Radiofrequenzen durch Betreiber von Kabelanlagen einzustellen ist. Dieses Vorhaben widersprach aber „der Lebenswirklichkeit und den Erwartungen gerade der älteren Landbevölkerung, die gerne weiter ihr gewohntes Radioprogramm über die Gemeinschaftsantenne hören möchten, ohne sich dafür komplizierte Technik anschaffen zu müssen“, stellte die mittelsächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann bereits im Vorjahr fest.

Antrag für Ausnahme stellen

So beschloss der Sächsische Landtag Mitte Dezember eine Neuregelung des Sächsischen Privatrundfunkgesetzes hinsichtlich der analogen Hörfunkverbreitung. Kleine Kabelbetreiber mit bis zu 1 000 Anschlüssen erhalten damit die Möglichkeit, bis Ende 2025 analoge UKW-Radiosignale über das Kabelnetz zu senden. Sie müssen dafür aber einen Antrag bei der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) stellen. „In Sachsen betrifft das aktuell rund 620 Kabelbetreiber, davon viele sogenannte Antennengemeinschaften, die in der DDR von engagierten Bürgerinnen und Bürgern gegründet wurden“, erklärt der Döbelner SPD-Landtagsabgeordnete Henning Homann, der diese Neureglung gut findet und als Stärkung der ländlichen Region ansieht. Homann: „Wir sind uns bewusst, dass die Digitalisierung vor allem für die kleinen Kabelanbieter eine große Herausforderung darstellt.“

Bis Ende Juni Frist verlängert

Auch in Homanns früherer Heimatstadt, in Roßwein, gibt es eine funktionierende Antennengemeinschaft. Doch diese zählt weit mehr als 1 000 Anschlüsse. Kann sie nicht von der Neureglung profitieren? Zunächst gibt es auch für die Roßweiner Hörer von analogen Radiosendern keine Einschränkungen. Denn um den betroffenen Kabelanlagenbetreibern etwas Luft zu verschaffen, wurde mit der Gesetzes-Neureglung die Frist zur Abschaltung bis 30. Juni 2019 verlängert. „Das gilt auch für die Roßweiner Antennengemeinschaft. Wir haben dafür eine Bestätigung der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien erhalten“, erklärt „Antennen“-Chef Günter Winterlich auf Nachfrage. Unklar ist allerdings noch, wie es nach dem ersten Halbjahr in Roßwein mit den analogen UKW-Signalen fürs Radio weitergeht.

Topografische Lage berücksichtigen

Winterlich hofft, dass wie für die kleineren Anlagenbetreiber auch für die Roßweiner Gemeinschaft eine Übergangslösung gefunden wird. Der Vorstand des Antennenvereins findet, dass das nicht von der Größe der Gemeinschaft abhängig gemacht werden sollte. Schon eher sollte nach seiner Auffassung eine Rolle spielen, um was es sich für eine Form der Gemeinschaft handelt, also ob der Betreiber ein Unternehmen ist oder ein Verein. „Vor allem müsste die topografische Lage der Region beachtet werden, die mit der Anlage versorgt wird. In einer Tallage, wie es für einen großen Teil von Roßwein zutrifft, ist beispielsweise der digitale terrestrische Rundfunkempfang schwierig“, sagt Günter Winterlich. Dabei ist sich der Antennen-Chef sicher, dass noch etwa 95 Prozent aller Mitglieder der Roßweiner Gemeinschaft die Möglichkeit des analogen Empfangs von Radiosendern nutzen. Wer beispielsweise eine hochwertige Hifi-Anlage besitzt und darüber Radio in hoher Qualität hört, wolle selten neue, teure Empfangs-Technik anschaffen, nur weil die Digitalisierung voranschreitet. Hinzu komme die technische Möglichkeit, in der Anlage digitale Signale in analoge umzuwandeln. So könnten gerade ältere Hörer, die sich nicht noch einmal umstellen wollen, die vorhandenen Empfänger weiterhin nutzen.

Von Olaf Büchel

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