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Döbeln Roßwein: Arzt-Ersatz nicht in Sicht
Region Döbeln Roßwein: Arzt-Ersatz nicht in Sicht
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19:06 23.02.2012

Dr. Clemens Ottos zusätzliche Ärztin Dr. Franziska Seiß ist seit Jahresbeginn im Mutterschaftsurlaub. Dazu ist Dr. Otto bis Anfang März selbst im Urlaub. Das verschärft die Situation in der Stadt. Hilfe leistet die Praxis von Dr. Christina Neuber in Etzdorf.

"Zu mir kommen ohnehin schon einige Roßweiner rausgefahren und in so einer Situation kann ich schlecht nein sagen. Ich bin Allgemeinärztin und als solche muss ich alle Patienten versorgen", sagt Neuber, die trotz der Zusatzbelastung noch gelassen klingt. "Ich habe ein gutes Schwesternteam. Die Arbeit ist zu schaffen, aber es ist nicht mehr so, dass es entspannt ist." In der Nachbargemeinde Striegistal wird Neuber noch durch einen Marbacher Kollegen entlastet.

Weit entfernt von Entspannung ist die Praxis von Dr. Sylke Otto in der Döbelner Straße in Roßwein. "Wir haben zwei Allgemeinärzte in Roßwein, einer ist im Urlaub, was soll ich da sagen? Das ist im Grunde unzumutbar - für die Patienten und für uns." Ende Januar hatte der polnische Arzt Dr. Leszek Lacheta überraschend gekündigt. "Wir und die Patienten waren zufrieden, aber seine Frau wollte sich verändern", heißt es aus der Praxis von Sylke Otto.

Erst im vergangenen Jahr war Lacheta aus Leipzig nach Roßwein gekommen und hatte für etwas Entspannung in der Versorgungslage gesorgt. "Ersatz ist nicht in Sicht", sagt Otto. Derzeit müssen Patienten sich an Sylke Otto oder Christina Neuber wenden. Dr. Clemens Ottos Praxis ist erst ab 5. März wieder besetzt. Auch er muss seit diesem Jahr ohne zweite Ärztin auskommen. "Frau Dr. Seiß ist im Babyurlaub", bestätigt Hauptamtsleiterin Michaela Neubert.

"Es ist sehr, sehr knapp mit Ärzten in der Stadt und sehr bedauerlich, wenn dann noch zwei Ärzte kurzfristig wegfallen", sagt Neubert. Doch auch mit den beiden Praxen und vier Ärzten sei Roßwein noch unterversorgt gewesen. "Es gibt ja einen Versorgungsplan für die Region Döbeln, die aber grundsätzlich unterversorgt ist", erklärt die 38-Jährige. Problematisch sei auch, dass die demografische Entwicklung hin zu mehr älteren Einwohnern im Altkreis darin nicht berücksichtigt sei, sondern von reinen Einwohnerzahlen ausgegangen werde.

Das Hauptproblem bleibt aber die offenbar nicht genügend attraktive Aussicht, sich als selbstständiger Arzt in Roßwein und der Umgebung niederzulassen. "Ich weiß, dass Bürgermeister Lindner vergangene Woche und grundsätzlich regelmäßig Gespräche mit den Ärzten geführt hat", sagt Neubert anstelle des diese Woche noch im Urlaub befindlichen Stadtoberhauptes. "Wir freuen uns über jeden, der sich hier ansiedeln will, egal ob Fach- oder Allgemeinarzt, aber im Moment sind die Patienten da und man kann vor den vorhandenen Ärzten nur den Hut ziehen, wie sie das schaffen." Zwar gebe es noch eine kleine Unterstützung dadurch, dass der Feuerwehrverein per Bereitschaft den ärztlichen Notfalldienst übernimmt und die Ärzte zum Einsatz fährt. Die nötigen Ärzte müsse es aber dennoch erst einmal geben, so Neubert.

Neben den Allgemeinmedizinern arbeiten auch noch Internist Michael Bronkalla (Wolfstal), Kinderärztin Ulrike Schubert und Orthopäde Otto Beck in Roßwein.

Sebastian Fink

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