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Döbeln Roßwein: Eisrettung mit Glühwein und Roster
Region Döbeln Roßwein: Eisrettung mit Glühwein und Roster
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22:43 12.02.2012

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Die Situationen sollen realistisch sein - und deshalb wird nicht bei jeder Übung ein professionelles Hilfsgerät verwendet. "Wir arbeiten jedes Mal mit anderen Geräten und anderen Leuten", erklärt Martin Jahn von der Wasserwacht, während sich Liane Patzelt als Erste vorbereitet für ihren Sprung ins extrem kühle Nass. Da kommt ein Schlitten zum Einsatz, der vorsichtig an die Eisbruchkante geschoben wird, ein anderes Mal wird der Eingebrochene mit einem Stock an Land gezogen, dann mit einem Schal oder einem Abschleppseil. Ins zugefrorene Becken haben Feuerwehrkameraden vor der Übung ein dreieckiges Loch geschlagen. Auf dem Beckengrund wurde eine Puppe versenkt, die zu bergen ist. Für alle Fälle steht Frank Berndt auf dem Eis - mit Schnorchel und Taucherbrille. Sollte während der Übung tatsächlich etwas Ernsthaftes passieren, dann muss er eingreifen.

Wer unvorbereitet mit einer eingebrochenen Person konfrontiert ist, der soll auf jeden Fall den Notruf wählen und sich einen weiteren Helfer holen, bevor er selbst zur Tat schreitet, rät Martin Jahn. "Niemals allein vorgehen." Denn wenn dann noch etwas passiert, bekommt das sonst womöglich niemand mit, erklärt der 28-Jährige. Und natürlich: vorsichtig sein beim Gang auf das Eis, sich flach hinlegen, um das Gewicht zu verteilen.

"Betreten Sie nie Eisflächen, die Sie nicht kennen und die nicht freigegeben sind", warnt Udo Rentsch von der Wasserwacht mit Blick auf unterirdische Strömungen, die zu unterschiedlichen Eisdicken an verschiedenen Stellen führen können.

Inzwischen ist die Roßweiner Schwimmtrainerin Liane Patzelt, zugleich Organisatorin der Übung, ins Wasser gesprungen und ruft um Hilfe. Ihre Tochter Maria kriecht zusammen mit Sebastian Wolf und einem umgedrehten Schlitten an die Bruchkante und rettet die Verunglückte. Applaus! Wenn jemand nicht klatscht, dann deshalb, weil er gerade einen Glühwein oder eine Bratwurst in der Hand hat. Die leckeren Duftwolken haben sich über das halbe Gelände gelegt. Lutz Mietzke, Lothar Pfitzner und Evelyn Reiter vom Stadtbad haben alle Hände voll zu tun. "Wir schwitzen", sagt Pfitzner und grinst.

Die Eisrettung wird regelmäßig geprobt, erzählt Heike Berger. Die 40-Jährige macht seit 1996 mit bei der DRK-Wasserwacht. Ansonsten ist sie Grundschullehrerin in Hartha, unter anderem für Sport. Während des Studiums hatte sie eine Rettungsschwimmer-Ausbildung absolviert und kam so zur Wasserwacht. Dort ist sie inzwischen auch als Ausbilderin tätig. Derweil hängt mit Peter Krause der nächste an der Rettungsleine. Ohne die geht gar nichts, erklärt Udo Rentsch. "Ohne Sicherungsleine darf eine Eisrettung bei uns nicht stattfinden." Dieses Mal gehört ein Feuerwehrmann zu den Rettern: Udo Hoffmann von der Feuerwehr Gleisberg. Die Eisrettung wird damit auch wieder einmal zum Beleg für die gute Zusammenarbeit zwischen DRK und den Feuerwehren der Region.

Björn Meine

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