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Roßwein: Hiltrud Näser verabschiedet sich von ihren Zwergen

Kita-Chefin geht in Ruhestand Roßwein: Hiltrud Näser verabschiedet sich von ihren Zwergen

Hiltrud Näser (63) hat 45 Jahre lang als Kindergärtnerin gearbeitet, davon 40 Jahre in Roßwein und lange Zeit als Einrichtungsleiterin. Nun verabschiedet sie sich von ihren Kindern und Kollegen der Kita "Zwergenland“ in den verdienten Ruhestand. Sie geht mit einem weinenden und einem lachenden Auge.

Hiltrud Näser hatte 45 Jahre lang als Kindergärtnerin gearbeitet.
 

Quelle: Olaf Büchel

Rosswein.  Hiltrud Näser (63) hat 45 Jahre lang als Kindergärtnerin gearbeitet, davon 40 Jahre in Roßwein und lange Zeit als Einrichtungsleiterin. Nun verabschiedet sie sich von ihren Kindern und Kollegen der Kita "Zwergenland“ an der Böhrigener Straße in den verdienten Ruhestand. Sie geht mit einem weinenden und einem lachenden Auge.

Mit diesem Spruch bedankt sich Hiltrud Näser für die Abschiedswünsche der Eltern

Mit diesem Spruch bedankt sich Hiltrud Näser für die Abschiedswünsche der Eltern

Quelle: Olaf Büchel

„Der Abschied von einer langen und wichtigen Arbeit ist immer mehr traurig als erfreulich.“ Mit diesem Satz von Friedrich Schiller bedankt sich die Kita-Leiterin für die guten Wünsche und Geschenke der Eltern zum bevorstehenden Abschied. Nach einer Ausfahrt mit den Schulanfängern der Kindereinrichtung am Dienstag in den Oschatz-Park, hatte sich eine Gruppe von Eltern im Namen aller bei Hiltrud Näser bedankt und Präsente überreicht. „Ich habe zwei Gutscheine für mein Wohlergehen und schöne Pflanzen für den Garten bekommen und mich sehr darüber gefreut“, sagt die Roßweinerin, die ihren letzten Arbeitstag im „Zwergenland“ am kommenden Mittwoch hat. Danach nimmt Näser noch ihren restlichen Urlaub und ist dann ganz offiziell ab 1. September Rentnerin. Sie darf das mit 63 Jahren, weil sie 45 Jahre auf ihrem Arbeitskonto hat.

In Mahlitzsch aufgewachsen, studierte sie als junge Frau in Leipzig, um Kindergärtnerin zu werden. 1971 stieg die frisch gebackene Absolventin im Ebersbacher Kindergarten, der sich damals noch in Baracken im Unterdorf befand, als Leiterin ein. Nach der Hochzeit mit ihrem Mann Egon und dem Umzug nach Ullrichsberg bei Roßwein bat sie um Versetzung in die Muldestadt. 25 Jahre lang bis zur Wende arbeitete sie dann als Erzieherin in der Villa Bergstraße 1, die heute ein reines Wohnhaus ist. Nach einem beruflichen Intermezzo an der Roßweiner Förderschule wechselte Näser Mitte der 1990er Jahre an die Kita der ehemaligen Terraschuhwerke an der Böhrigener Straße, zunächst als leitende Erzieherin, ab 2002 als Leiterin.

In dieser langen Zeit hat sich in der Kinderbetreuung viel verändert. „Das Mitspracherecht der Eltern ist zum Beispiel größer geworden. Das ist auch in Ordnung so, denn die Kinder verbringen die meiste Zeit des Tages in der Einrichtung. Doch die Eltern müssen wissen und verstehen, dass auch wir als Erzieherinnen einen Plan haben“, sagt Hiltrud Näser. Zudem sei der Schreibkram für Dokumentationen viel größer geworden. „Das ist wichtig, doch dabei wurde vergessen, den Erzieherinnen etwas mehr Zeit zu gewähren“, plädiert Näser für einen verbesserten Betreuungsschlüssel.

Die Leiterin, für die die Personalhierarchie bei der Arbeit eher eine geringe Rolle spielte, lobt ihre Kolleginnen für deren Teamfähigkeit, Flexibilität und Kreativität. Näser, die gerade die künftige „Zwergenland“-Chefin Iris Hubatsch einarbeitet, wünscht sich, das einiges, was sie aufgebaut hat, weitergeführt wird. „Es ist aber auch gut, wenn Veränderungen stattfinden.“ Erheblich verändern wird sich bald der Alltag der Roßweinerin, die dann mehr Zeit für Lesen und Radfahren hat. Mit ihrem Mann verreist sie im September nach Griechenland. Nach vielen Kuba-Urlauben haben die Karibikfans mit Kreta eine neue Lieblingsinsel gefunden.

Von Olaf Büchel

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