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Roßwein erhöht Beiträge für Kinderbetreuung

Roßwein erhöht Beiträge für Kinderbetreuung

Die Beiträge zur Kinderbetreuung in Krippe, Kindergarten und Hort sollen für das begonnene Jahr 2015/16 in Roßwein zum Teil spürbar ansteigen. Zwar müssen die Änderungen noch im nächsten Stadtrat beschlossen werden, doch der Finanzausschuss und am vergangenen Donnerstag auch der Technische Ausschuss Umwelt, Kultur, Soziales haben sich bereits für den Entwurf ausgesprochen.

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Für einen Platz in einem Roßweiner Kindergarten müssen Eltern mehr Geld als bisher überweisen.

Quelle: Sven Bartsch

Demnach soll der Monatsbeitrag für die Kinderkrippe von 180 auf 190 Euro steigen, für den Kindergarten von 84 auf 90 Euro und für den Hort von 49 auf 55 Euro. Damit liegt Roßwein allerdings längst nicht an der Spitze in der Region. Bei den Krippen liegt Roßwein hinter Mochau und Nossen (je 200 Euro) auf Platz drei, bei den Kindergärten ist nur Döbeln mit knapp 83 Euro günstiger. Gleiches gilt für die Hortkosten (Döbeln: 48,40 Euro).

Zu der Erhöhung zwingen die Stadt in erster Linie die gestiegenen Betriebskosten. Im vergangenen Jahr mussten knapp 1,9 Millionen Euro für das Personal und 471 000 Euro für Sachkosten aufgewendet werden. Doch selbst wenn die Stadtvertreter wollten, dürften sie die höheren Kosten nicht allein auf die Stadt umlegen. "Wir sind verpflichtet, den Elternbeitrag für die Krippe zwischen 20 und 23 Prozent der Kosten und für Kindergarten und Hort zwischen 20 und 30 Prozent zu halten", erklärte Hauptamtsleiterin Michaela Neubert. Durch die Neuberechnung für das neue Jahr würden die Beiträge ohne Erhöhung allerdings unter 20 Prozent sinken.

Dass diese Vorgaben eingehalten werden müssen, darüber war man sich auch im Technischen Ausschuss einig. Stattdessen spaltete die Mitglieder die Frage, wie man mit den verpflichtenden Erhöhungen umgeht. Denn der Beitrag für den Kindergarten wurde in den vergangenen elf Jahren nur um 86 Cent erhöht, während die Stadt knapp 50 Prozent oder 62 Euro mehr zahlt als noch 2004. Ähnlich ist das im Hort. Bei den Kinderkrippen zahlten die Eltern bis 2008 jahrelang nur 155 Euro monatlich, bevor der Preis spürbar stieg. Dieses Hauruck-Verfahren der Erhöhung findet Till Beyer ungerecht: "Es sollte eine regelmäßige kleine Steigerung von zwei oder drei Euro jedes Jahr geben, sodass der Elternbeitrag beispielsweise immer bei 21 Prozent liegt", schlug er vor. Es sei ungerecht gegenüber Eltern, die jetzt ihre Kinder in die Einrichtungen geben, dass diese größere Sprünge verkraften müssten, während Eltern in den Jahren zuvor lange Zeit ohne Erhöhung auskommen konnten.

Anders sieht das Jens Funke. "Meine Meinung ist, dass eine Erhöhung der Krippenbeiträge auf 185 Euro auch ausgereicht hätte. Damit wären wir auch über 20 Prozent. Viele Frauen bei uns haben nur 450-Euro-Jobs und es kann nicht sein, dass sie nur für die Kinderbetreuung arbeiten gehen", sagte er. Eine von Funke vorgeschlagene Anpassung alle zwei Jahre wurde abgelehnt. "Die Kosten ändern sich jedes Jahr und wenn dann noch die Löhne bei den Erzieherinnen steigen, müssen wir reagieren können", erklärte Bürgermeister Veit Lindner. Eine Einigung, wie die Erhöhung der Beiträge künftig gehandhabt werden soll, gab es nicht. Die Mehrheit stimmte dem aktuellen Vorschlag zu. So oder so wird das Thema auch im kommenden Jahr wieder auf der Agenda stehen, denn die Kosten müssen jedes Jahr vorgelegt werden, ob eine Erhöhung notwendig ist oder nicht.

Aus der Döbelner Allgemeinen Zeitung vom 23.09.2015

Sebastian Fink

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