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Döbeln Roßwein will Teile seines Weinberges verpachten
Region Döbeln Roßwein will Teile seines Weinberges verpachten
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00:32 08.03.2018
Dort, wo früher ein Zisterzienzer-Abt den ersten Wein in Roßwein anbaute, wächst seit acht Jahren wieder welcher – auf dem Weinberg. Die Stadt sucht Hobbywinzer zur Pflege. Quelle: Foto: Sven Bartsch
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Rosswein

Die Stadt Roßwein sucht Weinbauern. Zumindest hätte sie gern Paten für die Rebstöcke, die seit acht Jahren auf dem Roßweiner Weinberg stehen. Bislang wurden die 99 städtischen Pflanzen von Bauhof und Förderschule gepflegt. Doch die schaffen das jetzt nicht mehr allein.

Stadtnamen touristisch sichtbar machen

Auf der Homepage der Stadt ist der Aufruf platziert, nachdem im besten Fall Hobbywinzer gesucht werden, die bereit sind, eine oder auch zwei der Reihen mit den Weinstöcken zu pachten und in Pflege zu nehmen. Mehrmals im Jahr braucht Wein einen Schnitt, Düngung und natürlich muss die Pflanze auf Schädlinge untersucht und gegebenenfalls von ihnen befreit werden.

Aus den Trauben kann der jeweilige Pächter dann selbst Wein oder auch Gelee herstellen. Allerdings nur für den Eigenbedarf, verkaufen darf er die Erzeugnisse nicht. Per Gesetz reglementiert ist auch der Umfang des Weinberges, weshalb die Stadt Roßwein nicht mehr als 99 Pflanzen angebaut hat. „Alles, was darüber hinaus geht, würde in die Kategorie des Weinanbaus fallen und einer Sonderlizenz bedürfen“, sagt Bürgermeister Veit Lindner (parteilos). Doch das war ja nicht das Ansinnen der Stadt, als sie vor acht Jahren damit anfing, Wein anzubauen.

Vielmehr sollte der Stadtname „Roßwein“ touristisch sichtbar gemacht werden. „Außerdem gibt es tatsächlich eine Weinbau-Tradition in Roßwein“, sagt Bürgermeister Veit Lindner.

Gemeint ist damit der Weinberg, den 1176 der Zisterzienser-Abt Vincenz von Altzella in Roßwein am Südhang oberhalb des Schlachthofes angelegt hat. Diese Geschichte ist auch der Grund dafür, dass der Weinberg in Roßwein eben genauso heißt. „Allerdings scheint das ein mächtig saurer Wein gewesen zu sein“, lacht Richard Thiele vom Heimatverein. „Der hat nämlich nicht lange existiert.“ Stattdessen suchten sich die Zisterzienser-Mönche andere, aussichtsreichere Gebiete in der Umgebung. In Diera bei Meißen bekamen sie über Erbschaften und Schenkungen Gebiete, in denen sie offenbar wesentlich schmackhafteren Wein anbauen konnten.

Allerdings ist es offenbar ein Irrglaube, dass Roßwein seinen Namen in Anlehnung an die Tradition des Weinanbaus trägt. „So richtig klar ist es nicht, woher der Name genau kommt“, sagt Richard Thiele. Rund 50 mögliche Schreibweisen habe es gegeben, so etwa stand das heutige Roßwein 1860 auf einer schwedischen Karte als „Rußpen“. Auch Rioswein oder Rioswan bezeichneten die Stadt, wobei Rios für Wasserteilung stand. „Rote Weide, roter Stein – eine genau überlieferte Deutung gibt es nicht“, sagt Richard Thiele. Mit Wein allerdings habe der ursprüngliche Stadtname nichts zu tun.

Bis 31. März bei der Stadt melden

Auf Roßweins Weinberg stehen heute robuste Sorten – Solaris, Riesling und Regent. Andere hätten wohl kaum eine Chance auf dem witterungstechnisch nicht optimal gelegenen Gelände. Welcher Interessent am Ende welche Pflanzen pflegen darf, das entscheidet übrigens die Stadt. „Die Pflanzen sind unterschiedlich aufgeteilt. Und wir hätten es schon gern, dass dann vielleicht eine Person jeweils zwei Reihen betreut.“ Die Förderschule bleibt im Boot, doch der Bauhof, für den die Weinpflege mehr oder weniger eine zusätzliche „Nebenbei“-Aufgabe ist, hat einfach jede Menge andere Aufgaben zu erfüllen.

Wer Interesse daran hat, ein paar Weinstöcke unter seine Fittiche zu nehmen und diese in Schuss zu halten, der kann sich bis zum 31. März per Mail (stadt@rosswein.de) mit dem Stichwort „Weinberg“ bei der Stadt melden.

Von Manuela Engelmann

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