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Döbeln Roßweiner Club-Schlägerei landet nach drei Jahren vor dem Richter
Region Döbeln Roßweiner Club-Schlägerei landet nach drei Jahren vor dem Richter
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16:03 14.03.2019
Quelle: picture-alliance/ dpa
Roßwein

Dreieinhalb Jahre liegt der Vorfall zurück, der Jashar D. jetzt auf die Anklagebank des Döbelner Amtsgerichtes gebracht hat. Dem 23-jährigen Mazedonier wird vorgeworfen, im November 2015 gemeinsam mit anderen einen Besucher des Roßweiner Clubs verprügelt zu haben, so dass dieser sich in ärztliche Behandlung begeben musste. Und weil Jashar D. ein paar Tage später gedroht haben soll, sich bei einem neuerlichen Besuch im Club gegen Anfeindungen zu wehren und diesen zu zerschlagen, war er nicht nur wegen fährlicher Körperverletzung, sondern auch wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten angeklagt.

Sowohl die Aussagen des Angeklagten als auch die der Zeugen zeigten ein etwas anderes Bild vom Vorfall: Nämlich dass Jashar D. aufgrund seiner Deutschkenntnisse an besagtem Diskoabend zwar sehr wohl der Wortführer in einer etwa zehn Personen starken Gruppe Asylsuchender gewesen ist, dass er aber an der Schlägerei zumindest nicht unmittelbar beteiligt war. Dass das Verfahren erst so spät nach dem Vorfall im Roßweiner Club aufgenommen werden konnte, lag daran, dass die im August 2016 verschickte Anklageschrift Jashar D. nicht erreichte. Der damals 20-jährige hatte keinen Asylstatus bekommen und war deshalb in seine Heimat zurückgekehrt, wo er inzwischen Frau und zwei Kinder hat. Bei einem Besuch seines in Hamburg lebenden Bruders im Dezember 2018 allerdings klickten die Handschellen. Seitdem sitzt Jashar D. in Deutschland fest. Das sei angesichts der höchstwahrscheinlich nicht zu erwartenden Gefängnisstrafe unzumutbar hart für seinen Mandanten, forderte Verteidiger Jürgen Renz, das Verfahren einzustellen. Die Vertretung der Staatsanwaltschaft allerdings sah sich nicht zu einer abschließenden Beurteilung in der Lage und forderte, weitere Zeugen zu hören.

Richter Lutz Kermes entschied im Rechtsgespräch, dass der Haftbefehl für Jashar D. aufgehoben und die Hauptverhandlung unterbrochen wird. Damit darf der Mazedonier, der seit Dezember bei seinem Bruder in Hamburg wohnt, wieder in die Heimat zurück. Der Geschädigte war der Verhandlung trotz Vorladung fern geblieben, weshalb er ein Ordnungsgeld von 300 Euro zu zahlen hat. Er wird, genauso wie weitere Zeugen und der Angeklagte, im August noch einmal auf dem Gericht erscheinen müssen.

Von Manuela Engelmann-Bunk

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