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Roßweiner Feuerwehr löscht und rettet wo sie kann

Rettungswesen Roßweiner Feuerwehr löscht und rettet wo sie kann

Nach 43 Einsätzen 2016 waren die Roßweiner Feuerwehrkameraden seit Jahresbeginn schon wieder 14 mal gefordert. Die Palette der Gründe wird dabei immer breiter: Brände, Verkehrsunfälle, Sturmschäden, Hochwasser mit den entsprechenden Warnstufen und neuerdings auch tote Vögel, die es wegen der Vogelpest einzusammeln gilt.

Roßweins Vize-Wehrleiter Oliver Bernhard (v.l.) und Berufsfeuerwehrmann Wolf Bodenschatz trainieren an einer Übungspuppe lebensrettende Sofortmaßnahmen.

Quelle: Olaf Büchel

Rosswein. Nach 43 Einsätzen 2016 waren die Roßweiner Feuerwehrkameraden seit Jahresbeginn schon wieder 14 mal gefordert. Die Palette der Gründe wird dabei immer breiter: Brände, Verkehrsunfälle, Sturmschäden, Hochwasser mit den entsprechenden Warnstufen und neuerdings auch tote Vögel, die es wegen der Vogelpest einzusammeln gilt. „Bislang haben wir drei Hinweise aus der Roßweiner Bevölkerung erhalten. Wir fahren zu den Fundstellen, sammeln die toten Vögel unter den gebotenen Vorsichtsmaßnahmen ein und verstauen sie in Säcke“, erklärt Feuerwehrmann Klaus Bernhard. Mitarbeiter des Veterinäramtes holen die Kadaver vom Feuerwehrdepot ab, um sie dann auf Vogelpest untersuchen zu lassen. Bisher gab keine positiven Testergebnisse.

Eine wirklich böse Überraschung erlebte die Roßweiner Feuerwehrtruppe vergangenen Sonnabend bei der Ausbildung. Die Kameraden übten dabei mit der Drehleiter, die jedoch plötzlich in eine ungewohnte Schieflage ging. Eine Feder des Fahrzeuges war gebrochen. „Bloß gut, dass das nicht bei einem richtigen Einsatz passiert ist“, sagt Klaus Bernhard. Die Drehleiter musste für den Zeitraum der Reparatur als nicht einsatzbereit bei der Leitstelle abgemeldet werden. Nun hoffen die Blauröcke auf Kulanz des Fahrzeugherstellers, denn das Feuerwehrauto hat bislang nur wenige tausend Kilometer auf dem Tacho.

Um aber keinen falschen Eindruck zu erwecken: „Die Technik und Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr Roßwein befindet sich in einem guten Zustand. Da können wir nicht klagen“, erklärt der neue Wehrleiter René Bernhard. Die Ersatzbeschaffung von Einsatzkleidung oder zum Beispiel Helmen laufe reibungslos. Etwas in die Jahre gekommen ist der W50-Tanker der Wehr, der 1989 in Dienst gestellt wurde. Doch dafür zeichnet sich laut René Bernhard eine Lösung ab. Es gibt die Bestrebung, ein neues Tanklöschfahrzeug innerhalb der nächsten zwei Jahre anzuschaffen, die notwendigen Fördermittel dafür sollen beantragt werden. Absprachen mit der Stadtverwaltung seien dazu bereits erfolgt. Der neue Tanker würde mit 4000 Litern fast doppelt so viel Löschwasser fassen, wie der alte. Die Kosten für das Fahrzeug lägen bei rund 360 000 Euro.

Wo es Nachholebedarf gibt, ist das Feuerwehrdepot an der Goldbornstraße. Eine Dämmung der Außenhülle und der Decken des Gebäudes ist zwar erfolgt, auch neue Fenster wurden eingebaut. Doch die komplette Elektrik des Gerätehauses bedarf einer Erneuerung. „Da sind noch die alten Alu-Kabel drin. Es muss etwas passieren“, sagt Stadtwehrleiter Bernhard und ergänzt: „Die Sanierung der Elektroinstallation kann auch durchaus in Etappen erfolgen. Alles auf einmal muss nicht sein. Am wichtigsten sind die Zuleitungen zum Obergeschoss.“

Die weitaus größeren Probleme der Wehr sind aber nicht materieller, sondern personeller Natur. „Die größte Schwierigkeit, vor der wir heute stehen und in Zukunft stehen werden, ist die erforderliche Einsatzstärke bei Alarmierungen aufzubringen. Bei einem Brand brauchst du 16 Leute. Wir liegen da durchschnittlich bei 70 bis 80 Prozent und anderen Wehren geht es nicht besser“, erklärt Klaus Bernhard, selbst viele Jahre Wehrleiter in Roßwein. Dieses Manko könnten die Kommunen allein nicht bewältigen. Die Bundespolitik und die gesamte Gesellschaft ist nach Auffassung der Kameraden gefragt. Da gehe darum, wie die Arbeitgeber von Feuerwehrleuten bei Einsätzen reagieren, wer die Lkw-Fahrerlaubnis für junge Kameraden bezahlt und wie diese dann an die Wehr gebunden werden können, wie die Eltern zum Wunsch ihrer Kinder stehen, in der Jugendfeuerwehr mitzumachen, wie bei einer immer älter werdenden Wehr trotzdem die Zahl der Atemschutzträger gehalten werden kann... Für Klaus Bernhard wäre es durchaus angebracht, wieder über eine Feuerwehrabgabe nachzudenken.

Trotz angespannte Personallage – am Notfall-Fahrdienst für die Mediziner der Kassenärztlichen Bereitschaft im Raum Roßwein-Döbeln-Ostrau will die Roßweiner Wehr festhalten. Seit Mai 2005 sichern die Kameraden diesen in der Region einmaligen Dienst ab. Zurzeit stellen sie aus ihren Reihen sieben Fahrer, ein achter ist von der Niederstriegiser Wehr. Nach einem Einsatzplan haben sie Bereitschaft, vor allem nachts und an den Wochenenden. Wenn die Kassen-Ärzte zu Hilfe gerufen werden, ist auch der Fahrdienst zur Stelle. „Viele Ärzte nutzen das Angebot gern. Sie können sich so besser auf ihren Job konzentrieren. Wir bringen die Ortskenntnis mit, geben in einem eventuell schwierigen Umfeld Sicherheit und helfen den Medizinern, wo es gefragt und möglich ist“, sagt Roßweins Vize-Wehrleiter Dirk Franke.

Von Olaf Büchel

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