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Döbeln Roßweiner Rathaus-Galerie: David Pinzer führt zu verwunschenen Orten
Region Döbeln Roßweiner Rathaus-Galerie: David Pinzer führt zu verwunschenen Orten
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12:02 13.09.2016
Bröckelnder Putz, abblätternde Farbe, das Chaos des Zusammenbruchs – und doch irgendwie pure Schönheit. Quelle: Foto: David Pinzer
Rosswein

V

Ein Bett, auf dessen Matratze Gras wächst, die modrige Tapete fällt von der Wand, Schimmel auf dem Lampenschirm; ein leeres Hallenbadbecken, wie gestrandet ein Paddelboot in der Mitte; heruntergekommene Ballsäle, die mit ihrer morbiden Schönheit an den Glanz vergangener Tage erinnern; ein altes Schlosszimmer mit kunstvollem Stuck an der grünen Wand, doch die Decke ist schon zur Hälfte heruntergebrochen... Solche Fotos von leerstehenden Gebäuden ziehen den Betrachter sofort in ihren Bann. David Pinzer versteht es, mit der Kamera den ästhetischen Reiz von bröckelnden Mauern, abblätternder Farbe, rissigen Wänden und verlassenen Fluren festzuhalten.

Das breitgefächerte fotografische Interessen des Dresdners wurde durch viele Reisen geweckt, zum Beispiel nach Nepal, Vietnam, Südafrika oder Marokko. Doch längst richtet er seinen Focus nicht mehr nur auf die Reise- und Naturfotografie. Neben Menschen, Porträts und Mode hat er auch das Genre Urbex für sich entdeckt. Urbex bedeutet urban exploration, zu deutsch: Stadterkundung. Es geht um die Erforschung von leerstehenden Gebäuden im städtischen Raum und so genannte verlorene Plätze (lost places). Der Fotograf: „Lost places sind besondere Orte mit einer eigenen Atmosphäre, die eine Art Gegenwelt zu den Fassaden der Einkaufsstraßen unserer Innenstädte bilden. Da wir menschenverlassene Stätten im normalen Leben so gut wie nie zu sehen bekommen, wirken sie auf mich irgendwie irreal, wie eine Menschenwelt außer Betrieb“. Für Pinzer haben diese Orte eine romantische Note, doch sie erinnern ihn auch ans Scheitern. „Viele der lost places sind regelrechte Zeitkapseln mit Spuren voriger Bewohner und voller Geschichte und Geschichten. Also ist auch etwas von Entdeckungsreisen dabei.“

David Pinzer arbeitet seit 2011 als selbstständiger Fotograf, vorher studierte und arbeitete er an der TU Dresden. In den vergangenen Jahren beteiligte er sich erfolgreich an verschiedenen nationalen wie internationalen Fotografie-Wettbewerben.

Verwunschene Orte: Ausstellungseröffnung am 23. September, 19 Uhr, Rathausgalerie Roßwein; der Fotograf David Pinzer führt an diesem Abend selbst durch die Ausstellung, die das Duo Linteum (Niklas Heynert/Anika Cyrnik) musikalisch begleitet

Von Olaf Büchel

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