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Döbeln Roßweiner Schmiedewerk soll wachsen – neue Produkte geplant
Region Döbeln Roßweiner Schmiedewerk soll wachsen – neue Produkte geplant
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12:25 05.04.2017
Frauenthal-Vorstand Martin Sailer, Powertrain-Geschäftsführer Dieter Spitzlay, Managing Director Josef Unterwieser und Vertriebschef Amit Bedi (v.l.) im Schmiedewerk. Quelle: Sven Bartsch
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Rosswein

Die österreichische Frauenthal-Gruppe ist jetzt offiziell Eigentümer des Roßweiner Schmiedewerkes. Die neuen Chefs mit Martin Sailer, Vorstand der Frauenthal Holding AG, an der Spitze, stellten sich und ihre Ziele am Dienstag der Belegschaft vor. Für die 130 Mitarbeiter am Standort Roßwein soll sich zunächst nichts wesentliches ändern. Mittelfristig sind neue Produkte und Kunden geplant.

Die Frauenthal-Gruppe mit Sitz in Wien hat am 31. März nach der kartellrechtlichen Genehmigung den 100prozentigen Kauf der Mahle Motorenkomponenten GmbH vom Stuttgarter Mahle-Konzern abgeschlossen. Dieser Kauf umfasst die beiden Traditionsbetriebe in Roßwein mit 130 Mitarbeitern und in Plettenberg (Nordrhein-Westfalen) mit 510 Mitarbeitern. Diese Betriebe, die zusammen im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 125 Millionen Euro erwirtschafteten, firmieren jetzt unter Frauenthal Powertrain GmbH. Powertrain steht für Antriebsstrang.

„Wir wollen an beiden Standorten wachsen. Unser Ziel ist es, weitere Kunden zu gewinnen, neue Produkte auch außerhalb des Motors zu entwickeln und in die mechanische Bearbeitung einzusteigen“, sagte Martin Sailer bei seiner Vorstellung in Roßwein. Die Werke in Roßwein und Plettenberg entwickeln und produzieren Schmiedeteile wie Pleuel und Ausgleichswellen für hochbelastete Anwendungen in der Pkw- und Lkw-Industrie. Daran soll sich nichts ändern. Wobei die neue Geschäftsführung anstrebt, statt wie bisher nur Rohteile in Zukunft den Automobilherstellern fertig bearbeitete, einbaureife Produkte anzubieten. Bislang übernehmen diese Endbearbeitung die Hersteller selbst. „An dieser Stelle sehen wir Wachstumspotenzial“, sagt Sailer. In der zu erwartenden zunehmenden Elektromobilität sieht man in der Frauenthalgruppe keine großen Risiken für die gekauften Betriebe. Nach Auffassung von Sailer bleibt der Verbrennungsmotor das Rückgrat der Automobilindustrie. Nach bisherigen Berechnungen sei davon auszugehen, dass 2030 etwa ein Drittel der Pkw über einen Elektromotor verfügt, davon seien aber wiederum zwei Drittel Hybridfahrzeuge. Das heißt, diese haben zudem einen Verbrennungsmotor.

Die Frauenthal-Strategie für Roßwein sieht weiterhin vor, neue Produkte ins Portfolio aufzunehmen, beispielsweise in den Bereichen Lenkung und Chassis. Geplant ist eine Steigerung der Produktivität durch Investitionen. Das betrifft unter anderem die große, vor rund 15 Jahren in Betrieb genommene Schmiedepresse, die einer Komplettsanierung unterzogen werden soll. „Die Schmiedepresse hat zu lange Leerlaufzeiten. Das soll sich nach einer Generalüberholung ändern“, sagt Dieter Spitzlay, Geschäftsführer der Frauenthal Powertrain und auch bisheriger Leiter beider Werke. Ziel sei, in Roßwein wieder in einen Normalschichtbetrieb zu kommen. Das bedeutet 15 Schichten bis Sonnabendfrüh 6 Uhr und ein Wegfall der Wochenendschichten. Dazu Martin Sailer: „Das Arbeiten an den Wochenenden ist für die Mitarbeiter belastend und kostet das Unternehmen viel Geld.“

Neben einer stärkeren Zusammenarbeit mit dem Werk in Plettenberg soll künftig das Management in Roßwein wieder selbstständiger und eigenverantwortlicher agieren können. „Wir haben flache Hierarchien. Es gibt kurze, effiziente Entscheidungsprozesse. Alle operative Entscheidungen werden vor Ort getroffen“, erklärt Martin Sailer. Vorgesehen ist weiterhin, im Roßweiner Werk die Ausbildung auszubauen. Zurzeit gibt es vier Azubis im Betrieb, die Zahl soll steigen. „Wir wollen aus eigener Kraft für Nachwuchs im Unternehmen sorgen“, sagt der für Finanzen und Controlling verantwortliche Josef Unterwieser.

Alle mit der Belegschaft getroffenen Vereinbarungen haben auch nach dem vollzogenen Kauf durch Frauenthal Bestand. Das gilt insbesondere für die noch unter Mahle abgeschlossene Beschäftigungsgarantie bis Ende 2019.

Von Olaf Büchel

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