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Döbeln Roßweiner Schüler bauen Roboter
Region Döbeln Roßweiner Schüler bauen Roboter
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22:02 16.12.2011
Angriff der Robo-Armee: Roßweiner Mittelschüler üben im Metallfachzentrum Planung, Werbung und Bau kleiner Roboter und lernen so viele Berufe kennen. Quelle: S. Fink

"Wir haben unser Konzept einer Berufsorientierung am Dienstag in Berlin vorgestellt", erzählt Falk Koschinsky vom MFM über den Jahrestag der Berufsorientierung in der Bundeshauptstadt. "Dazu haben wir eine Handreichung geschrieben, die die Vorgehensweise vorstellt. Das wird vom BIBB ab Februar im Internet angeboten."

Damit hat das MFM nicht allein eine neue Einnahmequelle erschlossen. Es stärkt auch sein Renommé, das es als besonderer Metallfachstandort in Deutschland durch Pläne wie den neuen Lehrfahrstuhl gewonnen hat (die DAZ berichtete). Das Konzept sieht die Verbindung von vier Berufsbildern innerhalb eines zweiwöchigen Praxisseminars im MFM vor. In je zweieinhalb Tagen erhalten Schüler der achten Klassen von Mittelschulen oder Gymnasien Einblick in die Arbeit der Verwaltung, der Konstruktion, des Metallbaus und der Montage im Unternehmen.

Die Arbeitsaufgaben sind für jedes Berufsbild vielfältig. So gehören zur Verwaltung das Erstellen von Angeboten, die Kalkulation von Arbeitszeit und Personalaufwand, die Erstellung von Geschäftsbriefen und die Werbung für das eigene Produkt. Die Schüler lernen, am Computer Teile zu konstruieren und diese später im Metallbau zu biegen, per Laser zu schneiden, zu feilen und zu bohren. Anschließend wird alles zu einem fertigen Produkt zusammengebaut.

Anschaulich werden diese Abläufe am MFM durch einen kleinen Roboter aus Metall gemacht, den die Schüler aus einem Bausatz zusammensetzen müssen. "Das ist unser roter Faden. Jedes Berufsbild dreht sich hier um den Roboter", erklärt Koschinsky.

Lala oder Klaus haben die Achtklässler der Roßweiner Geschwister-Scholl-Mittelschule ihre bereits fertigen Roboter getauft. Einige von ihnen wissen schon, was sie später werden wollen, haben aber Spaß am Bau des laufenden Blechmannes. Andere sind sich nach den Orientierungswochen zumindest sicher, was sie nicht machen wollen. "Ich habe schon ein Praktikum auf dem Torgauer Schloss als Verwaltungsfachangestellte gemacht, darum fand ich die Verwaltung gar nicht schlecht. Da kenne ich mich schon aus", sagt Nicole Sattler. Leichtathlet Clemens Pigorsch sieht sich technisch weniger begabt. "Ich will vielleicht mal als Physiotherapeut arbeiten. Mit Löten und Biegen komme ich nicht so klar", sagt er.

Die insgesamt 50 Jugendlichen der Mittelschule sind erst der zweite Jahrgang, der im MFM verschiedene Berufe kennenlernt. Wegen der großen Anzahl an Schülern sind sie in vier Gruppen aufgeteilt und durchlaufen die Stationen in verschiedener Reihenfolge. "Das ist gar nicht schlecht, denn diejenigen, die den Roboter zuerst bauen und dann in die Verwaltung kommen, können schon viel besser kalkulieren, wieviel Zeit sie brauchen", sagt Falk Koschinsky. Im Juni sollen 130 Gymnasiasten aus Döbeln kommen. Auch die Waldheimer haben sich bereits angekündigt. "Dann müssen wir hier alles doppelt fahren", sagt der Seminarleiter scherzhaft stöhnend. Denn nach und nach sollen möglichst alle Schulen eingebunden werden.

Sebastian Fink

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