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Roßweiner Werkstätten kurz vor Erweiterung

Roßweiner Werkstätten kurz vor Erweiterung

Roßwein. In den Roßweiner Werkstätten der Diakonie wird geschraubt, gebohrt, genäht und zusammengebaut - alles für die sächsische Industrie.

 

 

 

 

Hell und bunt ist der Produktionsraum in der Zentrale der Roßweiner Werkstätten in der Stadtbadstraße. An einzelnen Tischen sitzen Männer und Frauen, jeder mit einer speziellen Aufgabe betraut. Hier werden gerade Thermostat-Ventile für Heizkörper gefertigt. "4000 Stück davon schaffen wir pro Tag", sagt Einrichtungsleiter Heiko Buschbeck stolz.

Die Montagearbeiten für die Industrie sind für die Werkstätten die wichtigste Auftragsstütze, denn sie sind gut in kleine Arbeitsschritte einzuteilen. "Das verbinden viele mit Monotonie, aber unsere Mitarbeiter brauchen die Wiederkehr der gleichen Arbeitsschritte", erklärt die Sozialdienstleiterin der Werkstätten, Uta Meier. So sei dies besonders für Mitarbeiter mit autistischen Zügen sehr wichtig. Sie sind an eine klare Strukturierung des Tages gewöhnt und das alle Schritte immer wiederkehren. Gleiches gelte für starke geistige Behinderungen. Sieben Stunden arbeiten die Beschäftigten an fünf Tagen pro Woche. Nur etwa vier bis fünf Stunden ist ihnen dabei als tägliche Arbeitszeit zuzumuten. "Sie brauchen individuelle Pausen zusätzlich zu den normalen Essenpausen. Sie sind auch nicht so reiz-immun wie normale Arbeitskräfte, da lenken Gespräche oder außergewöhnliche Situationen schnell ab", sagt Meier. Das wird deutlich, als der DAZ-Fotograf durch die Produktionsstätten huscht, um die Beschäftigten bei der Arbeit zu knipsen. Als die junge Viola Panteleit beim Einfetten und Zusammenschrauben der Thermostat-Ventile fotografiert wird, lassen alle kurz die Arbeit ruhen und schauen gespannt zu.

Doch was in der verbleibenden Arbeitszeit produziert wird, kann sich sehen lassen: Fenster- und Türprofile, Kabelbäume, Leuchtstofflampen, Sonnensegel, Bademäntel, Sportdrachen und, und, und. Alles, was die Werkstätten mit den Aufträgen verdienen, bekommen die Mitarbeiter als Lohn ausgezahlt. Getragen wird das Haus vom Kommunalen Sozialverband und anderen staatlichen Trägern wie Arbeitsagentur und Rentenkassen.

Das Roßweiner Armaturenwerk als erster Partner der 1991 eingerichteten Werkstätten ist ebenso treuer Auftraggeber wie Alko und GSH in Hartha und Autoliv in Döbeln. Im Armaturenwerk arbeiten sogar 20 Beschäftigte der Werkstätten in Außengruppen mit den dortigen Mitarbeitern zusammen. "Nachdem das erste Befremden abgebaut ist, verstehen sich behinderte und nichtbehinderte Beschäftigte sehr gut", weiß Meier zu berichten.

Das sorgt für wachsendes Selbstbewusstsein bei den Werkstätten-Mitarbeitern. Und das wird noch größer, wenn die viel beachtete Holzabteilung aus Hartha mal wieder einen individuell passenden Carport oder eine Küche gebaut und bei den Kunden vor Ort montiert haben. "Das ist ein erheblicher Statusgewinn für sie. Sie leisten hoch geschätzte Arbeit. Oft kamen schon Kunden hinterher zu uns und meinten, wie überrascht sie von der Arbeit seien", erzählt Buschbeck.

Erst kürzlich dankte auch das Colditzer Nahrungsmittel-Unternehmen Anona, für das in Roßwein jeden Monat hunderttausende Fitnessriegel und Ampullen verpackt werden, öffentlich für die inzwischen zehn Jahre währende Zusammenarbeit. "Wir haben über die Jahre hinweg sehr gute Erfahrungen mit den Werkstätten gemacht", sagte Wolfram Eismann, Geschäftsführender Gesellschafter. "Und wir halten auch weiterhin an unserem Engagement fest, dabei zu helfen, Menschen mit Behinderungen aktiv ins Arbeitsleben einzubinden."

Die Roßweiner Werkstätten sind inzwischen so gut ausgelastet, dass nach den Erweiterungen in der Wehrstraße (1999) und im Harthaer Gewerbegebiet (2000) bald eine neue Erweiterung ansteht. "Wir werden nichts Neues bauen, aber etwas umbauen, erweitern oder anmieten", sagt Buschbeck.

Sebastian Fink/Frank Pfeifer

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