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Döbeln Roßweiner zersticht Reifen und tritt nach Polizisten – Amtsrichterin verhängt Haftstrafe
Region Döbeln Roßweiner zersticht Reifen und tritt nach Polizisten – Amtsrichterin verhängt Haftstrafe
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00:19 16.06.2017
Ein Mittdreißiger aus Roßwein ist wütend auf eine Bekannte und zersticht ihr die Reifen. Das hatte nun ein Nachspiel im Amtsgericht Döbeln. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
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Roßwein/Döbeln

blen Lärmterror erlebte ein Roßweiner vor knapp einem Jahr. Der Nachbar hörte laute Musik und als der Belästigte die Polizei rief, wummerte der Störer an seiner Tür. Darum entschieden sich die vier herbeigerufenen Polizeibeamten, nicht einfach die Musikanlage mitzunehmen, sondern den Roßweiner gleich selbst. Es war nicht das erste Mal, dass die Polizei in dieser Nacht zum Lärmeinsatz an jenes Haus in Roßwein musste. Zunächst hatten sie dem Mann den Saft abgedreht, was dieser mit Beschimpfungen quittierte, wobei „ihr Schwuchteln“ noch eine vergleichsweise freundliche Formulierung war. Als der Krach daraufhin nicht aufhörte und die Beamten des Döbelner Reviers nochmal nach Roßwein fuhren und den Mittdreißiger mitnehmen wollten, versuchte er sich mit Tritten gegen die Festnahme zu wehren. „Kann doch nicht sein, dass man wegen zu lauter Musik gleich verhaftet wird“, sagte der Mann am Dienstag im Amtsgericht Döbeln und bestritt, nach den Polizisten getreten zu haben. Bei den angeklagten Beleidigungen zeigte er sich aber einsichtig und auch den anderen Tatvorwurf gab er zu. Nämlich seiner Bekannten alle vier Reifen ihres Autos zerstochen zu haben. „In den Garten meiner Eltern wurde eingebrochen und es hieß, dass das ihr Mann war“, gab der Angeklagte als Grund für diese Tat an. Er sei wütende gewesen, habe vor der Messerattacke auf die Pneus mit der Autobesitzerin gestritten. Mittlerweile habe er sich aber mit der Geschädigten ausgesprochen und wolle auch den Schaden wieder gutmachen. Arbeit hat er neuerdings wieder und auch – das unterscheidet ihn von vielen anderen Angeklagten mit ähnlich umfangreichen Vorstrafenregistern – eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Strafrichterin Christa Weik sprach den Roßweiner der Sachbeschädigung, Beleidigung und des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte schuldig und verurteilte ihn zu 14 Monaten Haft mit Bewährung. Der Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft hatte eine unbedingte Freiheitsstrafe gefordert. Aber Richterin Weik fand: „Ich glaube grundsätzlich an das Gute im Menschen. Ich sehe ihre Bemühungen, Sie vermitteln den Eindruck, dass sie es schaffen wollen.“ Die Richterin bildete eine Gesamtstrafe und bezog in diese eine Verurteilung des Amtsgerichtes Grimma mit ein. Der Mittdreißiger hatte in einem Garten in Wurzen seiner Freundin eine Solarlampe an den Kopf geworfen. Der Strafrichter in Grimma hatte ihn dafür wegen gefährlicher Körperverletzung zu acht Monaten Haft mit Bewährung verurteilt. Insgesamt hat der Mann bis jetzt 23 Vorstrafen, die letzten unter anderem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Körperverletzung, Trunkenheit im Verkehr und Sachbeschädigung.

Richterin Weik verhängte eine Bewährungsfrist von drei Jahren und unterstellte den Roßweiner dem Bewährungshelfer. Das hatte er auf Nachfrage selbst angeregt, weil er darin eine Hilfe und Stütze sieht. Die Auflagen aus seiner letzten Bewährung hat er übrigens erfüllt. Das aktuelle Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Lärmbelästigte hat mittlerweile auch Ruhe vor dem Angeklagten, denn dieser innerhalb Roßweins umgezogen.

Von Dirk Wurzel

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