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Döbeln Roßweinerin kauft Markt 13 – Stadtrat lehnte vorher Immobilie ab
Region Döbeln Roßweinerin kauft Markt 13 – Stadtrat lehnte vorher Immobilie ab
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20:00 07.12.2016
Quelle: Olaf Büchel
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Rosswein

Das Haus Nummer 13 an der unteren Marktseite in Roßwein hat einen neuen Besitzer. Besser: eine Besitzerin. Heike Richter, Bewohnerin der Stadt, hat das Gebäude vom Döbelner Immobilienunternehmer Wolfgang Müller gekauft und möchte es mit ihrem Lebenspartner Matthias Liebscher sanieren. Ein anderer Plan ist damit vom Tisch.

Bereits Ende Oktober ist der Kaufvertrag laut Heike Richter zustande gekommen. Ihr Freund hatte das „Zu verkaufen“-Schild an der Fassade gesehen und mit dem Besitzer Wolfgang Müller Kontakt aufgenommen. „Wir wollten schon immer ein eigenes Haus. So zentral in der Stadt, direkt am Marktplatz, das gefällt uns gut. Es gab einen Besichtigungstermin und noch am gleichen Tag haben wir zugesagt“, beschreibt Matthias Liebscher, dass alles recht schnell ging mit dem Kauf.

Einige Wochen zuvor hatte die gleiche Immobilie auf der Tagesordnung einer nicht öffentlichen Ratssitzung in Roßwein gestanden. Zur Erinnerung: die Stadt hatte bereits den Rheinischen Hof an der unteren Marktseite gekauft und es gelang über ein Förderprogramm, Abrisse an der Gebäuderückseite und die Dachsanierung des ehemaligen Hotels zu realisieren. Die Fassade erhielt einen neuen Anstrich. Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) wollte ähnlich mit dem Nachbarhaus Markt 13 verfahren. Für beide Objekte als Paket wollte Lindner dann einen Investor finden. Ihm schwebten unter anderem attraktive Geschäftsräume im Erdgeschoss und altersgerechtes Wohnen in den Obergeschossen vor. Die seit Jahren vor sich hin dümpelnde untere Marktseite hätte endlich eine deutliche Aufwertung erfahren können.

Doch Lindners Plan geht so nicht auf. Die Stadträte entschieden mit knapper Mehrheit, das Haus Markt 13 nicht vom Immobilienbesitzer Wolfgang Müller zu kaufen. Der Bürgermeister bedauerte das sehr. Er hätte sich von den Räten mit ablehnender Haltung mehr „Weitblick für Roßweins Innenstadtentwicklung“ gewünscht.

Für Heike Richter und Matthias Liebscher hingegen eröffnete diese Entscheidung die Möglichkeit, den Traum vom eigenen Haus wahr werden zu lassen. Die 38-Jährige und ihr 44 Jahre alter Freund , die beide bei Hitachi in Roßwein arbeiten, haben schon konkrete Vorstellungen, was sie mit der Immobilie anfangen wollen. Im ersten Obergeschoss planen sie für sich selbst Wohnraum. Im Erdgeschoss sollen Geschäftsräume bleiben beziehungsweise ein Büro entstehen, zudem ist dort eine Wohnung für Richters großen Sohn vorgesehen. Im zweiten Obergeschoss ist Platz für weitere zwei Wohnungen, die nach Fertigstellung vermietet werden könnten. „Wir wollen nächstes Jahr einziehen. Das gesamte Objekt soll in etwa fünf Jahren fertig sein, das ist unser Ziel“, sagt Matthias Liebscher, der aus Böhrigen stammt und gelernter Tischler ist. Seine Freundin lebt schon seit den 1970er Jahren in Roßwein und hat in einem Textilbetrieb gelernt.

Das Haus verfügt über eine Nutzfläche von etwa 440 Quadratmetern und ein 500 Quadratmeter großes Grundstück. Gebaut wurde es 1839, in der DDR-Zeit befand sich eine Konsumverkaufsstelle für Lebensmittel darin, nach der Wende zeitweise ein Obst- und Gemüseladen. Das Objekt ist stark sanierungsbedürftig. Zum Beispiel sind zwei Decken durchgebrochen. „Vermutlich stand längere Zeit ein Dachfenster offen, so dass es hereinregnete“, sagt Heike Richter.

Für die Sanierung will das Paar Eigenmittel einsetzen, selbst viel Hand anlegen, hofft im kommenden Jahr auf Fördermittel und versucht auch, über die RTL II-Serie „Die Schnäppchenhäuser“ Hilfe bei der Renovierung zu erhalten. „Wir sind noch jung, es muss ja nicht alles gleich in einem Jahr geschafft sein“, sagt Liebscher.

Das Gerüst an der vorderen Fassade steht zunächst noch bis zum 23. Dezember. Nach Behördenauflagen sind Sicherungsmaßnahmen am Dach erforderlich. Liebscher: „Die Dachrinne war total zugewuchert. Da konnte nichts mehr abfließen.“

Von Olaf Büchel

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