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Döbeln Roßweinerin legt nach vier Kinderbüchern ersten historischen Roman vor
Region Döbeln Roßweinerin legt nach vier Kinderbüchern ersten historischen Roman vor
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16:49 12.07.2016
Quelle: Sven Bartsch
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Rosswein

Als Autorin hat sich Hannelore Jost mit ihren vier veröffentlichten Kinderbüchern in der Region bereits einen Namen gemacht. Nun legt die Roßweinerin ihren ersten historischen Roman für Erwachsene vor. Mit „In den Zeichen der Zeit“ verknüpft sie tatsächliche Ereignisse in der Zeit der Deutschen Revolution 1848/49 mit Fiktivem. Ihre Heimatstadt ist dabei einer der Hauptschauplätze.

Eine der zentralen Figuren des Romans ist der Gerichtsdirektor Carl Friedrich Konstantin Gautsch, der vor 170 Jahren wirklich in Roßwein gelebt und gearbeitet hat. Geboren im Juni 1810 in Simselwitz bei Döbeln, ist Gautsch später als Advokat und Richter ein treuer Anhänger des Sächsischen Königs Friedrich August II. Doch nach seiner Wahl zum Abgeordneten im Sächsischen Parlament (Ständeversammlung) fühlt er am Vorabend der Deutschen Revolution die anstehenden gewaltigen Veränderungen. Es war eine explosive Stimmung und Gautsch setzt sich für die Rechte des sächsischen Volkes ein, geht schließlich selbst auf die Barrikaden und kämpft. Als Aufrührer wird er nach Niederschlagung der Revolution zum Tode verurteilt. Auch Roßweiner Bürger setzen sich für ihn ein, die Strafe wird mehrmals abgemildert, schließlich verbüßt er zehn Jahre Haft auf der Festung Königstein.

Um Gautsch herum webt Hannelore Jost ihre spannende Geschichte in bildhafter Sprache. Sie schildert die Sorgen des einfachen Volkes auf dem Lande, das nach einem heißen, trockenem Sommer und einer Missernte auch noch unter der Kartoffelpest zu leiden hat. Von der revolutionären Stimmung spüren die Einwohner von Ruspan – so nennt Jost Roßwein in ihrem Roman – nur wenig. Doch Hunger, Not, Intrigen und Aberglauben beherrschen das Leben. Rechtsprechung ist in diesen Zeiten alles andere als einfach. Die Autorin reichert ihre Schilderungen mit brisanten Originalzitaten aus dem Sächsischen Landtag des Jahres 1848 an, die die Situation in Dresden verdeutlichen. Und auch die Ängste von König Friedrich August vor dem Fallbeil kommen im Roman nicht zu kurz.

„Ich habe beim Roßweiner Heimatverein mal einen Vortrag über Gerichtsdirektor Gautsch gehört und dachte: Der Mann wäre eine gute Romanfigur“, sagt Hannelore Jost, wie sie auf die Idee gekommen ist. Nach drei Kinderbüchern über das Land Wunderschönhausen begann die Roßweinerin mit dem Roman. Sie las dafür hunderte Seiten alter Landtagsprotokolle. Auch „Die Grenzboten“ – eine national-liberale Wochen-Zeitschrift jener Zeit und eine Monatszeitschrift des Roßweiner Tageblattes lieferten ihr Fakten und Inspiration. Beim Schreiben kam Jost dann aber einfach nicht weiter: „Es war wie ein Blockade.“ Sie legte den angefangenen Roman beiseite und schrieb ein viertes Kinderbuch. Erst danach konnte sie „In den Zeichen der Zeit“ vollenden. Jost: „Zeitweise dachte ich, ich bin damit überfordert. Ich bin an meine Grenzen gegangen. Doch das muss man ja auch hin und wieder.“

Erschienen ist der Roman erst vor wenigen Tagen im Selbstverlag von Hannelore Jost, die nach einem Lehrgang zum Werbetexter und der Teilnahme an einer Schreibwerkstatt vor allem Autodidaktin ist. Was ihr neues Buch betrifft, hat sie ein gutes Gefühl: „Die Kinderbücher sprachen nur eine ganz bestimmte, relativ kleine Altersgruppe an. Und dann müssen immer noch die Eltern dafür sein, ein Buch zu kaufen. Der historische Roman verkauft sich offenbar besser.“

„In den Zeichen der Zeit“, Hannelore Jost, Eigenverlag, ISBN: 978-3-9817038-4-9, erhältlich über Onlineshop www.Hannelore-Jost.de oder ab Freitag unter www.buchhandel.de; Info: Tel. 034322/94 05 40

Von Olaf Büchel

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