Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 18 ° Gewitter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Roßweinerin legt nach vier Kinderbüchern ersten historischen Roman vor

„In den Zeichen der Zeit“ Roßweinerin legt nach vier Kinderbüchern ersten historischen Roman vor

Als Autorin hat sich Hannelore Jost mit ihren vier veröffentlichten Kinderbüchern in der Region einen Namen gemacht. Nun legt die Roßweinerin ihren ersten Roman für Erwachsene vor. Mit „In den Zeichen der Zeit“ verknüpft sie tatsächliche Ereignisse in der Zeit der Deutschen Revolution 1848/49 mit Fiktivem. Ihre Heimatstadt ist ein Schauplatz.

Hannelore Jost mit ihrem neuen Roman „In den Zeichen der Zeit“.

Quelle: Sven Bartsch

Rosswein. Als Autorin hat sich Hannelore Jost mit ihren vier veröffentlichten Kinderbüchern in der Region bereits einen Namen gemacht. Nun legt die Roßweinerin ihren ersten historischen Roman für Erwachsene vor. Mit „In den Zeichen der Zeit“ verknüpft sie tatsächliche Ereignisse in der Zeit der Deutschen Revolution 1848/49 mit Fiktivem. Ihre Heimatstadt ist dabei einer der Hauptschauplätze.

Eine der zentralen Figuren des Romans ist der Gerichtsdirektor Carl Friedrich Konstantin Gautsch, der vor 170 Jahren wirklich in Roßwein gelebt und gearbeitet hat. Geboren im Juni 1810 in Simselwitz bei Döbeln, ist Gautsch später als Advokat und Richter ein treuer Anhänger des Sächsischen Königs Friedrich August II. Doch nach seiner Wahl zum Abgeordneten im Sächsischen Parlament (Ständeversammlung) fühlt er am Vorabend der Deutschen Revolution die anstehenden gewaltigen Veränderungen. Es war eine explosive Stimmung und Gautsch setzt sich für die Rechte des sächsischen Volkes ein, geht schließlich selbst auf die Barrikaden und kämpft. Als Aufrührer wird er nach Niederschlagung der Revolution zum Tode verurteilt. Auch Roßweiner Bürger setzen sich für ihn ein, die Strafe wird mehrmals abgemildert, schließlich verbüßt er zehn Jahre Haft auf der Festung Königstein.

Um Gautsch herum webt Hannelore Jost ihre spannende Geschichte in bildhafter Sprache. Sie schildert die Sorgen des einfachen Volkes auf dem Lande, das nach einem heißen, trockenem Sommer und einer Missernte auch noch unter der Kartoffelpest zu leiden hat. Von der revolutionären Stimmung spüren die Einwohner von Ruspan – so nennt Jost Roßwein in ihrem Roman – nur wenig. Doch Hunger, Not, Intrigen und Aberglauben beherrschen das Leben. Rechtsprechung ist in diesen Zeiten alles andere als einfach. Die Autorin reichert ihre Schilderungen mit brisanten Originalzitaten aus dem Sächsischen Landtag des Jahres 1848 an, die die Situation in Dresden verdeutlichen. Und auch die Ängste von König Friedrich August vor dem Fallbeil kommen im Roman nicht zu kurz.

„Ich habe beim Roßweiner Heimatverein mal einen Vortrag über Gerichtsdirektor Gautsch gehört und dachte: Der Mann wäre eine gute Romanfigur“, sagt Hannelore Jost, wie sie auf die Idee gekommen ist. Nach drei Kinderbüchern über das Land Wunderschönhausen begann die Roßweinerin mit dem Roman. Sie las dafür hunderte Seiten alter Landtagsprotokolle. Auch „Die Grenzboten“ – eine national-liberale Wochen-Zeitschrift jener Zeit und eine Monatszeitschrift des Roßweiner Tageblattes lieferten ihr Fakten und Inspiration. Beim Schreiben kam Jost dann aber einfach nicht weiter: „Es war wie ein Blockade.“ Sie legte den angefangenen Roman beiseite und schrieb ein viertes Kinderbuch. Erst danach konnte sie „In den Zeichen der Zeit“ vollenden. Jost: „Zeitweise dachte ich, ich bin damit überfordert. Ich bin an meine Grenzen gegangen. Doch das muss man ja auch hin und wieder.“

Erschienen ist der Roman erst vor wenigen Tagen im Selbstverlag von Hannelore Jost, die nach einem Lehrgang zum Werbetexter und der Teilnahme an einer Schreibwerkstatt vor allem Autodidaktin ist. Was ihr neues Buch betrifft, hat sie ein gutes Gefühl: „Die Kinderbücher sprachen nur eine ganz bestimmte, relativ kleine Altersgruppe an. Und dann müssen immer noch die Eltern dafür sein, ein Buch zu kaufen. Der historische Roman verkauft sich offenbar besser.“

„In den Zeichen der Zeit“, Hannelore Jost, Eigenverlag, ISBN: 978-3-9817038-4-9, erhältlich über Onlineshop www.Hannelore-Jost.de oder ab Freitag unter www.buchhandel.de; Info: Tel. 034322/94 05 40

Von Olaf Büchel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Döbeln

Was beschäftigt die Menschen in den kleinen Orten zwischen Döbeln, Waldheim und Hartha? Wir besuchen jene kleinen Dörfer, denen normalerweise wenig Beachtung geschenkt wird, geben einen Einblick in die Geschichte des Ortes und sprechen mit den Bewohnern über früher und heute. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lädt vom 20. Juli bis 16. August 2017 zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz. Alle Infos zum Programm und Ticketverkauf... mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Titanic-Panorama im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

20.07.2017 - 06:47 Uhr

Zum Ende der Saison kamen die RSV-Kicker aus dem Feiern nicht mehr so recht heraus.

mehr