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Roßweins Kirchenhaus soll auch Bürgerhaus werden

Doppelnutzung oder Dornröschenschlaf Roßweins Kirchenhaus soll auch Bürgerhaus werden

Das Kirchgemeindehaus am Schuldurchgang in Roßwein ist bei weitem nicht ausgelastet. Pfarrer Heiko Jadatz hat deshalb den Vorschlag unterbreitet, das Gebäude auch als Bürgerhaus der Stadt zu nutzen. Bauliche Investitionen sind allerdings notwendig.

Bürgermeister Veit Lindner (r.) mit Mitgliedern des Technischen Ausschusses im Eingang des Kirchgemeindehauses.

Quelle: Olaf Büchel

Rosswein. Das Kirchgemeindehaus am Schuldurchgang in Roßwein ist bei weitem nicht ausgelastet. Pfarrer Heiko Jadatz hat deshalb den Vorschlag unterbreitet, das Gebäude auch als Bürgerhaus der Stadt zu nutzen. Bauliche Investitionen sind allerdings notwendig.

Das Haus mit Saal für 100 Leute, Sitzungszimmer, Küche und einer Wohnung im Obergeschoss ist Baujahr 1928. Es entstand in einer Zeit, in der sich die Roßweiner Kirchgemeinde laut Pfarrer Jadatz in einer Findungsphase befand. Die Sozialdemokratie hatte mit zunehmender Industrialisierung Zulauf, die Kirche musste mit ersten Austritten klarkommen. „Wir bleiben wir weiter attraktiv?, war damals die Frage. Und so entstand das Kirchgemeindehaus, mit Saal und Bühne, für die Auftritte von Gesangsvereinen, für Vorträge. Heute würden wir ’niedrigschwellige Angebote’ dazu sagen“, berichtet Heiko Jadatz aus der Geschichte.

Das Haus steht also fast 90 Jahre und die Situation ist erneut schwierig. Der Kirchenvorstand entschied vor einigen Jahren, sich auf die Winterkirche im Gotteshaus und aufs Pfarrhaus mit der Kanzlei zu konzentrieren, das Kirchgemeindehaus fiel mangels Nutzung immer mehr in einen Dornröschenschlaf. Pfarrer Jadatz versuchte, es aus diesem zu erwecken. Es finden wieder Musikkreise und Kirchenvorstandssitzungen darin statt. Die Wohnung wurde ausgebaut und neu vermietet. „Doch das reicht längst nicht aus für ein so großes Objekt. Wir müssen uns etwas einfallen lassen und noch andere Nutzungsmöglichkeiten finden“, sagt Jadatz. So entstand die Idee, dass das Kirchgemeindehaus auch Bürgerhaus für die Stadt sein könnte. Der Kirchenvorstand sehe diese Variante mit Wohlwollen. Das Fazit des Pfarrers: „Entweder wir nutzen das Gebäude gemeinsam mit der Stadt oder es fällt wieder in den Dornröschenschlaf. Dann droht irgendwann der Abriss.“

Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) sieht das Kirchgemeindehaus als „Traumobjekt“ für die breite Bürgerschaft: „Es befindet sich mitten in Stadt zwischen Oberschule und Rathaus. Es hat einen super Garten, der Kräutergarten ist gleich gegenüber. Das Haus eignet sich für Freizeit- wie für Beratungsangebote. Das passt alles gut zusammen.“

Geklärt werden müsste noch, auf welcher Grundlage die Doppelnutzung erfolgt. „Wir könnten eine Betreibergemeinschaft bilden oder einen Verein gründen, der paritätisch besetzt wird“, sagt der Pfarrer. Genutzt werden könnte es von Vereinen, Gruppen und für private Zwecke. Es müsse aber, so Jadatz, Eigentum der Kirche bleiben.

Eine weitere Frage ist die der Sanierung. Dringend gemacht werden müssen die großen Fenster des Saals, sie sind nicht mehr dicht. Das Dach macht es nur immer mit kleineren Reparaturen auch nicht mehr lange. Bürgermeister Lindner ist optimistisch, was die Mittelbeschaffung für diese Investitionen angeht. Das Objekt liegt im Stadtumbaugebiet. Fördermittel für die „Gemeinschaftsaufgabe“ zu bekommen, sei gut denkbar.

Von Olaf Büchel

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