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Döbeln Rottweiler-Attacke dauerte eine viertel Stunde
Region Döbeln Rottweiler-Attacke dauerte eine viertel Stunde
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Nach Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft dauerte die Beißattacke des Rottweilers in Roßwein eine viertel Sunden. Quelle: Symbolfoto/Fotolia
Chemnitz/Roßwein

Zur tödlichen Attacke eines Hundes in Roßwein werden jetzt immer mehr Details bekannt. Demzufolge ist ein 47-Jähriger verblutet, als ihn der Rottweiler Ende vergangenen Jahres angefallen hatte. Die Polizei war zunächst davon ausgegangen, dass der Mann an einem Schock infolge des Bisses gestorben war. Auch dass der Getötete der Sohn des Hundebesitzers war, hat die Staatsanwaltschaft Chemnitz nun bestätigt.

Tod durch Blutverlust

Jetzt liegt das vorläufige Obduktionsergebnis vor. Demnach ist davon auszugehen, „dass der Tod des 47-jährigen Mannes durch erheblichen Blutverlust infolge der Hundebisse und Hautaufreißungen eingetreten ist“, teilt Staatsanwältin Jana Brockmeier, stellvertretende Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz, auf Nachfrage der Döbelner Allgemeinen Zeitung mit. Das endgültige Obduktionsergebnis steht noch aus, derzeit nehmen die mit der Sektion beauftragten Fachleute noch chemisch-toxikologische Untersuchungen vor. Auch zum Hergang der Attacke hat die Staatsanwaltschaft Chemnitz jetzt nähere Erkenntnisse. Jana Brockmeier: „Nach dem gegenwärtigen Ermittlungstand kam es zu dem Angriff des Tieres, nachdem der Hund herumgesprungen, sich seine Leine zwischen den Beinen des Mannes verheddert und dieser den Hund angeschrien hatte.“ Der Hund habe eine Abwehrhaltung eingenommen. Deswegen habe ihn der Mann erneut angeschrien. Das ließ sich der Rottweiler aber offenbar nicht gefallen. „Daraufhin soll der Hund den Mann angefallen, zu Boden gebracht und wahllos auf den Geschädigten eingebissen haben“, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Bei der Beißerei hat sich nach den Ermittlungen ein regelrechtes Drama abgespielt, in das auch die Mutter des Geschädigten involviert gewesen sein soll. Diese habe mehrfach versucht, das Tier zurückzuziehen beziehungsweise diesem in den Fang zu greifen und das Gebiss zu öffnen. „Es gelang ihr aber erst nach zirka 15 Minuten, den Hund wegzuziehen und nach Hause zu laufen“, so die Staatsanwältin.

Kommentar: Schlussstrich dank Klarheit

Das Rottweiler-Drama von Roßwein ist eine schlimme Tragödie, zu der einem die Worte fehlen. Es trifft eine Familie sehr hart und auch dass jetzt immer weitere Fakten in die Öffentlichkeit gelangen, dürfte für die Betroffenen nur schwer zu ertragen sein. So wird es wohl auch die Polizei gesehen haben, als sie zu dem Vorfall gerufen wurde. Da ist es verständlich, weshalb sie auf erste Medienanfragen zu der schrecklichen Geschichte zunächst abwiegelnd reagierte und mitteilte, der 47-Jährige sei am Schock nicht aber an den Bissverletzungen gestorben. Die Angelegenheit klein halten zum Schutze der Hinterbliebenen – dieses Motiv ist im Grunde ehrenwert.

Allerdings hatten die Beamten offenbar nicht auf dem Schirm, dass die Worte „Rottweiler“ und „Tod“ bei Journalisten Alarmworte sind, die eine ganze Kette an Recherchehandlungen in Gang setzen, deren Ergebnisse dann zu lesen, zu hören und zu sehen sind. Das ist einfach so und nicht zu ändern. Mit der Einschätzung der Staatsanwaltschaft Chemnitz ist nun Klarheit in die Geschichte gekommen, zu der auch Gerüchte, Halbwahrheiten und Falschaussagen medial im Umlauf waren. Mit dieser Klarheit lässt sich nun ein Schlussstrich ziehen unter die Berichterstattung zu einem der tragischsten Ereignisse des vergangenen Jahres in Roßwein. Es ist gut, dass die Staatsanwaltschaft Chemnitz ihre Ermittlungsgergebnisse so detailliert mitteilt. Dirk Wurzel

Weil ein unnatürlicher Todesfall vorlag, hat die Staatsanwaltschaft entsprechende Recherchen dazu geführt und auch den Leichnam obduzieren lassen. „Dies bedeutet aber nicht, dass dann auch zwingend gegen eine bestimmte Person ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden wird“, sagt Jana Brockmeier. Bei einem Rottweiler handelt es sich nach ihren Worten nicht um einen Hund, dessen Gefährlichkeit grundsätzlich vermutet wird. Nach Auskunft des Ordnungsamtes bestanden keine Auflagen für den Hundehalter und es gab bislang auch keine Meldungen, dass das Tier durch Beißattacken beziehungsweise aggressives Verhalten aufgefallen sei. Das hat die Staatsanwaltschaft ebenfalls in Erfahrung gebracht. „Daher musste der Hundehalter auch nicht damit rechnen, dass der bislang nicht aggressive Hund andere Personen anfällt oder beißt“, so Jana Brockmeier.

Strafverfahren unwahrscheinlich

Unter diesen Voraussetzungen ist es schwierig, von einer Straftat des Hundebesitzers auszugehen. Die Behörde geht derzeit nicht davon aus, gegen den Mann oder die Mutter des Getöteten wegen fahrlässiger Tötung oder unterlassender Hilfeleistung zu ermitteln. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft gibt es auch keinen Grund, ein Ordnungswidrigkeits-Verfahren wegen Verstoßes gegen das Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden einzuleiten.

Von Dirk Wurzel

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