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Döbeln Rückenschmerzen plagen fast ein Viertel der Krankengeschriebenen im Landkreis
Region Döbeln Rückenschmerzen plagen fast ein Viertel der Krankengeschriebenen im Landkreis
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19:03 29.11.2018
Der Krankenstand im Landkreis Mittelsachsen ist im vergangenen Jahr gesunken. Quelle: dpa
Döbeln

Der Krankenstand im Landkreis Mittelsachsen ist 2017 gesunken. Die Ausfalltage aufgrund von Krankheiten nahmen um 0,3 Prozentpunkte ab. Mit 4,5 Prozent hatte die Region nun den gleichen Krankenstand wie der Landesdurchschnitt. Laut Gesundheitsreport der Gesundheitskasse DAK waren an jedem Tag des Jahres von 1000 Arbeitnehmern 45 krankgeschrieben. Der höchste Krankenstand in Sachsen wurde mit 5,5 Prozent in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen verzeichnet, der niedrigste mit 4,0 Prozent in der Landeshauptstadt Dresden.

Rückenschmerzen machen fast ein Viertel der Krankschreibungen aus

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Landkreis Mittelsachsen zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen: Die Fehltage bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen wie beispielsweise Rückenschmerzen, gingen um fünf Prozent zurück. Sie lagen aber über dem Landesdurchschnitt. Ihr Anteil am gesamten Krankenstand beträgt mittlerweile mehr als 23 Prozent. Damit führt die Diagnose die Liste der Krankheitsursachen im Landkreis an. Um elf Prozent und damit am stärksten angestiegen sind Krankschreibungen aufgrund von Atemwegserkrankungen wie Bronchitis. Sie landeten auf dem zweiten Platz. An dritter Stelle folgten Verletzungen. Hier wurden neun Prozent weniger Ausfalltage verzeichnet.

„Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand im Landkreis Mittelsachsen, um so Impulse für die Gesundheit der Beschäftigten zu geben“, sagt Christian Baier, Chef der DAK-Gesundheit in der Region Döbeln. „Die fundierten Analysen helfen uns, noch gezielter beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) ansetzen zu können und Arbeitgebern konkret Hilfe anzubieten. Damit soll beispielsweise längeren Ausfallzeiten durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorgebeugt werden.“

1,4 Millionen Sachsen leiden unter Rückenschmerzen

Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt „Rätsel Rücken – warum leiden so viele Sachsen unter Schmerzen?“ auch, wie verbreitet Rückenleiden bei den Arbeitnehmern im Osten sind. Die Kasse wirft dabei einen Blick auf Ursachen und Risikofaktoren. Für das Schwerpunkthema wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Sachsen aus. Es wurden zudem bundesweit mehr als 5.000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt und zahlreiche Experten eingebunden. Das Fazit: Trotz Prävention und zahlreicher Gesundheitskurse leiden in Sachsen rund 1,4 Millionen Erwerbstätige unter Rückenschmerzen. Nach Ergebnissen der Umfrage hatten 73 Prozent aller Beschäftigten im vergangenen Jahr „Rücken“. Jeder Vierte hat aktuell Beschwerden. Auf 100 Erwerbstätige in Sachsen entfielen rund 109 Fehltage wegen Rückenschmerzen. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt sind es mit rund 87 Tagen deutlich weniger. Im Landkreis Mittelsachsen war die Zahl der Ausfalltage mit rund 111 höher als im Landesschnitt. Die durchschnittliche Dauer je Krankschreibung lag mit gut 14 Tagen im Landesdurchschnitt.

„Leider zeigt sich auch bei uns im Landkreis Mittelsachsen, dass es trotz eines verstärkten Engagements im Betrieblichen Gesundheitsmanagement noch keine signifikante Verbesserung gibt“, so Christian Baier. „Deshalb müssen wir gemeinsam mit Unternehmen das individuelle Arbeitsumfeld noch rückenfreundlicher gestalten.“

Risikofaktoren für Rückenschmerzen

Die große Mehrheit in Sachsen meldet sich mit Rückenschmerzen allerdings nicht krank. 84 Prozent gehen mit Schmerzen zur Arbeit. Die Wahrscheinlichkeit, sich wegen der Rückenschmerzen krank zu melden, steigt jedoch mit der Stärke der empfundenen Schmerzen und dem Chronifizierungsgrad. Entscheidend ist auch, ob Beschäftigte häufig in unbequemer Körperhaltung arbeiten müssen, einem hohen Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt sind oder ihren Job mit wenig Freude erledigen. All diese Faktoren machen eine Krankmeldung wahrscheinlicher.

Knackpunkte Lendenwirbelsäule und Nacken

Der DAK-Report zeigt, unter welchen Beschwerden Betroffene in Sachsen konkret leiden: So schmerzt bei 71 Prozent die Lendenwirbelsäule. 44 Prozent haben Probleme mit dem Nacken. Fast jeder Vierte (24 Prozent) gibt Schmerzen an mehreren Bereichen der Wirbelsäule an. Jeder zehnte Rückenschmerz-Geplagte hat dabei starke bis sehr starke Schmerzen.

Mehrheit geht nicht zum Arzt

Die große Mehrheit der Sachsen versucht zunächst allein mit den Schmerzen zurechtzukommen. Nur etwa jeder vierte Betroffene (28 Prozent) war laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr wegen der Rückenbeschwerden beim Arzt. Von diesen suchten rund 77 Prozent bei einem einzigen Mediziner Hilfe. 18 Prozent konsultierten zwei, vier Prozent drei Ärzte wegen ihrer Beschwerden. Gefragt nach der konkreten Rückenschmerz-Behandlung gaben 86 Prozent der Betroffenen an, eine Physiotherapie bekommen zu haben. 39 Prozent erhielten Schmerzmittel, bei jedem Fünften (19 Prozent) wurde ein CT oder ein MRT des Rückens gemacht. Etwa jeder Sechste bekam eine Spritze (16 Prozent). Der Zusammenhang von Stress und Rückenschmerzen wurde in den Praxen kaum thematisiert (sechs Prozent). „Da sich Stress und psychische Belastungen stark auf die Rückengesundheit auswirken können, sollte dieser Aspekt stärker bei Diagnose und Behandlung berücksichtigt werden“, fordert Baier.

Neues individuelles Rücken-Coaching

Als erste Reaktion auf die aktuelle Studie bietet die DAK-Gesundheit ihren Versicherten ab sofort ein neues onlinebasiertes Rücken-Coaching an. Unter dem Titel Rücken@Fit erhalten Betroffene eine verhaltensorientierte individuelle Hilfe bei akuten und chronischen Rückenschmerzen. „Dieses moderne Coaching geht sehr persönlich auf die Rückenprobleme ein“, erläutert Christian Baier. Auch im Internet finden Schmerzgeplagte viele Infos und praktische Tipps rund um das Thema „Gesunder Rücken“: www.dak.de/ruecken

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands. Sie hat mehr als 147.000 Versicherte in Sachsen, davon rund 8.200 in der Region Döbeln.

Von Thomas Sparrer

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