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Ruine mit Schuldenberg

Ruine mit Schuldenberg

Eine schöne Grünanlage, vielleicht ein paar zusätzliche Parkplätze für den Landesrechnungshof. All das wäre nach dem Abriss der letzten Kasernenruine in Döbeln denkbar.

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Seit mehr als zwei Jahrzehnten gammelt die alte Kaserne vor sich hin. Der Besitzer aus Bayern, der daraus vor zehn Jahren ein Pflegeheim machen wollte, ist verstorben. Seine Erben wollten die Ruine nicht. Jetzt fiel sie an den Freistaat Bayern, der sie liebend gern der Stadt Döbeln schenken würde. Doch auf der Ruine lastet ein Sack voller Schulden.

Quelle: S. Bartsch

Die Stadt Döbeln würde diese gerne übernehmen und mit Hilfe von Fördermitteln abreißen lassen. Doch an ein paar Gläubigern klemmt es.

 

Ein privates Pflegeheim mit 130 Betten plante im Jahre 2003 ein Investor aus Amberg in Bayern. Er hatte die massive, aber seit Jahren verfallende Kaserne zwischen der Heimerer Schule und dem Straßenbauamt erworben. Ursprünglich wollte er mit dem knapp 350 000 Euro teuren Abriss bis zum Jahresende 2004 loslegen. Eine Entsorgungsfirma aus Leipzig hatte Teile der ehemalige Kaserne bereits entkernt. Damals verhandelte der Architekt und Bauträger noch mit Banken über die mit 7,5 Millionen Euro veranschlagte Investition und suchte parallel einen Betreiber für das Heim.

 

Das ist Geschichte. Das Pflegeheim-Projekt kam nicht in den sächsischen Bedarfsplan. Stattdessen blieb die Kasernenruine bis heute ein Schandfleck, den die Stadt auch noch auf eigene Kosten sichern lassen musste.

 

Zwischenzeitlich war der Besitzer der Ruine schwer erkrankt und starb in einem Amberger Pflegeheim. Die Angehörigen des Mannes schlugen das Erbe aus. So gehörte die Kasernenruine in Döbeln jetzt plötzlich dem Freistaat Bayern. "Die Stadt Döbeln, der Freistaat Sachsen und der Freistaat Bayern verhandeln seit einiger Zeit über die Liegenschaft. Es sah schon recht vielversprechend aus", bestätigt Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU). Der Freistaat Bayern würde die Kasernenruine gern an die Stadt übertragen. Der Freistaat Sachsen stellte dazu Fördergeld für den Abriss und die Neugestaltung der entstehenden Freifläche in Aussicht. Doch Probleme bereiten einige Gläubiger, die im Grundbuch stehen. Die vergammelte Ruine ist offenbar Pfand für hohe Kredite gewesen und die Kreditgeber glauben noch immer, dass sie davon etwas wieder reinbekommen.

 

"Die Stadt Döbeln wäre bereit, die Immobilie weitgehend kosten- und lastenfrei zu übernehmen, das Gebäude mit den in Aussicht stehenden Fördermitteln abzureißen und das Gelände neu zu gestalten. Aber die Grundschulden müssen vorher aus dem Grundbuch. Die Stadt übernimmt doch nicht Tausende Euro Schulden von so einer Ruine", so Egerer.

 

Die beiden Freistaaten und die Stadt Döbeln wollen weiter verhandeln. Ziel ist es, die Grundbuchgläubiger zu einem Verzicht und einer Löschung der Grundschulden zu bewegen. Das kann aber sicher noch einige Zeit in Anspruch nehmen. So lange wird die zuwuchernde Ruine weiter in der Landschaft stehen.

Thomas Sparrer

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