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Sachsen zahlt viel wie nie für Straßen, in Döbeln kommt nur wenig an

Sachsen zahlt viel wie nie für Straßen, in Döbeln kommt nur wenig an

Die Straßenzustände nach dem langen Winter sind miserabel. Die Aussichten auf Besserung sind es nicht. "Wir haben schon vor hoffnungsloseren Situationen gestanden", sagt Landrat Volker Uhlig (CDU).

Mittelsachsen.

 

 

 

 

In vier Etappen hat der Landkreis Mittelsachsen den Huckelpisten, Schlaglöchern und Rissen den Kampf angesagt, wie Jürgen Zimmermann, Abteilungsleiter Straßen erklärt. Die Etappen sind: grobes Flicken, Ausbessern und Ebnen größerer Flächen, nachhaltiges Sanieren von Straßendecken und das Sanieren von Rissen. "Durchschnittlich die Hälfte von Etappe eins ist jetzt geschafft", sagt Zimmermann. Damit seien viele Bürger unzufrieden, was die teilweise bösen Anrufe in seiner Abteilung zeigen würden. Aber: "Wie den Landwirten bei der Bestellung der Felder fehlt uns ein kompletter Monat für das Beseitigen der Schäden", so Zimmermann.

Für Etappe drei - nachhaltige Deckensanierung - stehen dem Landkreis für dieses und nächstes Jahr 2,1 Millionen Euro aus dem Winterschädenprogramm des Freistaates zur Verfügung, so viel Geld wie noch nie, seit es das Programm gibt. Der Kreis selbst muss noch mal 500 000 Euro drauf legen, wenn er die Knete haben will. "Wir finden eine Lösung und treiben die Eigenmittel auf, auch wenn es Schmerzen bereitet. Es wäre eine Sünde, das Geld vom Land nicht abzurufen", sagt der Landrat.

Auch beim so genannten Straßenlastenausgleich hat der Freistaat in diesem Jahr ordentlich draufgepackt. Gab es zuletzt 3600 Euro pro Kreisstraßenkilometer, sind es jetzt 5300 Euro. Mittelsachsen verfügt über rund 700 Kilometer an Kreisstraßen. Allerdings muss dieses Geld plus 280 000 Euro vom Landkreis nicht nur für die genannten Etappen eins, zwei und vier, sondern für die gesamte Unterhaltung der Straßen reichen. Dazu gehören auch der Winterdienst, Markierungen, Schilder, Leitpfosten... Weiterhin stehen dieses Jahr in Mittelsachsen für den grundhaften Ausbau von Kreisstraßen und den Ersatzneubau von Brücken knapp acht Millionen Euro bereit, davon ein Viertel vom Kreis und drei Viertel Fördermittel. Im Altkreis Döbeln wird davon jedoch kein Cent verbaut. In der Region ist der erste Bauabschnitt der Strecke Schweikershain-Kriebstein die einzige Maßnahme. Auch vom Winterschädenprogramm profitiert Döbeln im Vergleich zu den anderen Altkreisen am wenigsten - nur drei Vorhaben sind geplant (siehe Kasten). Schwerpunkt ist der Altkreis Mittweida und der Grenzbereich zu Chemnitz. "Der Altkreis Döbeln hat das beste Straßennetz in den neuen Kreis Mittelsachsen eingebracht", begründet Landrat Uhlig. Was Abteilungsleiter Jürgen Zimmermann unterstreicht: "Der Mittweidaer Raum hat die größten Defizite in punkto Kreisstraßen. Dort wurden wenige Straßen mit sehr hoher Qualität gebaut. In der Region Döbeln gab es eher Deckensanierungen in der Fläche."

Wann die im Winterschädenprogramm geplanten Maßnahmen realisiert werden, soll im Juni feststehen. Da es sich um ein Zwei-Jahres-Programm handelt, sind einige auch erst 2014 an der Reihe. O. Büchel

-Kommentar

 

Winterschädenprogramm

Kreisstraße 7597 Gertitzsch-Theeschütz, voraussichtliche Kosten: 150 000 Euro;

Kreisstraße 7545 Clennen-Zschoppach, voraussichtliche Kosten: 250 000 Euro;

Kreisstraße 7532 Heiligenborn-Reinsdorf, voraussichtliche Kosten: 25 000 Euro, bei dieser Maßnahme steht fest, dass sie in diesem Jahr realisiert wird, für die beiden anderen wird im Juni entschieden;

Grundhafte Sanierung

Kreisstraße 8215 Schweikershain-Kriebstein, 1. Bauabschnitt

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