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Döbeln Saubere Sache an der Hohenlaufter Deponie
Region Döbeln Saubere Sache an der Hohenlaufter Deponie
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23:00 30.09.2012
Auf der Kreisabfallanlage in Hohenlauft ging es am Wochenende ausgesprochen emsig zu. Die Besucher konnten hinter die Kulissen der Anlage schauen und selbst in einem Müllauto Platz nehmen. Toni (10), Anne (9) und Henry Schöne hatten auch ihren Spaß.

Die Vereinheitlichung der einzelnen Modelle aus den Altkreisen Freiberg, Mittweida und Döbeln des heutigen Mittelsachsens beschäftigt die Bewohner. "Es ist auch heute ein Hauptthema bei den Gesprächen unserer Mitarbeiter mit den Besuchern", bestätigte EKM-Geschäftsführer Jens Irmer. Wie wird es, wenn es keinen gelben Sack mehr gibt und der Sperrmüll nicht mehr abgeholt wird? Fragen, auf die es in Hohenlauft Antworten gab. "Wir suchen uns aus den bisherigen Abfallmodellen jeweils das Beste raus und bilden daraus eine Praxis, die im gesamten Landkreis gelten wird", so Irmer. Die Sperrmüllentsorgung, die dann über das diskutierte Kartensystem abgewickelt werden soll, "wird viele Probleme, die wir jetzt haben aus der Welt schaffen", ist sich der Geschäftsführer sicher. Dass der Kunde seinen Grobmüll dann selbst zum Entsorger bringen muss, komme bei den Verbrauchern oft als Nachteil an. "Im Großen und Ganzen birgt es aber Vorteile: Die Verunreinigungen an den Sammelstellen haben meist einen Mehraufwand bedeutet, da immer wieder auch Müll abgelagert wurde, der nicht in den Grobmüll gehört. Außerdem ist der Kunde nicht mehr von Tourenplänen abhängig, sondern kann seinen Sperrmüll dann entsorgen, wenn er anfällt", nannte Irmer Beispiele, der selbst die Gespräche suchte, um aufzuklären. Irmer: "Der Mensch geht den Weg des geringsten Geldes. Dass sich illegale Müllablagerungen aber immer auch in der Gebühr niederschlagen, wissen sie genauso wenig wie die Tatsache, dass bestimmte Müllentsorgung bei uns das ganze Jahr kostenlos möglich ist." Der Tag der offenen Tür sei auch Mittel, "um von den Leuten zu erfahren, welche Probleme es gibt", so der EKM-Chef weiter.

In der Kreisabfallanlage hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Aus den ehemaligen, jetzt grünen Deponiebergen ragen Rohre, mit denen das unterirdisch entstehende Methangas aufgefangen wird. Irmer: "Das verkaufen wir weiter - der Erlös fließt zurück in die Gebührenkalkulation." Auf den grünen Müllbergen steht die Photovoltaikanlage und auf dem aufgeräumten ("wir haben nicht extra sauber gemacht", behauptete Irmer) Gelände finden sich Wertstoffhof, Kompostieranlage, die Sammelstelle für Elektroschrott und die Abfall-Umladestation. "Interessant, was hier alles geschehen ist. Ich kenne die Anlage noch als stinkende Halde. Kein Vergleich zu dem, was es heute ist", erzählte Besucher Werner Hackisch, dessen Enkel sich gerade an dem Müllauto zu schaffen machte, mit dem die Besucher auf Tuchfühlung gehen durften.

Solveig Schmidt, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der EKM sorgte für Unterhaltung auch neben der Anlage. Gleich nach Öffnung der Türen spielten Schauspieler des Mittelsächsischen Theaters das Stück "Abfalltrennung mit Pfiff" auf, das an die Maskottchen der EKM - Pfiffikus (ein Fuchs) und Toni die Tonne - anlehnte. Andreas Jendrusch und Christiane Kraft spielten für die ersten Gäste. Danach wurde es für die Schüler spannend, die sich am EKM-Wettbewerb "Abfallcheck 2012" beteiligt hatten. 19 Schulen aus dem Landkreis hatten sich mit ihren Projekten zum Thema Müll beworben. Am meisten überzeugte die Jury das "vorbildliche Abfallverhalten der Döbelner Schlossbergschüler", lobte Solveig Schmidt. Die Abfalldetektive, die dort auf disziplinierte Mülltrennung achten, gaben den Ausschlag für den ersten Platz knapp vor der Grundschule Frauenstein und dem Städtischen Gymnasium Mittweida. "Alle Schulen bekommen tolle Preise", so Schmidt. Wie die Besucher übrigens auch, die bei einem Quiz rund um den Müll die Chance auf ein Wochenende im Naturhotel Holzhau hatten. Oder einen der 400 Holzlatten-Komposter, die die EKM verloste. "Mit denen wollen wir die Kompostierung im eigenen Garten fördern", erklärte Jens Irmer.

Thomas Lieb

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