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Döbeln Schalmeien blasen der Hartharena das Dach weg
Region Döbeln Schalmeien blasen der Hartharena das Dach weg
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02:44 13.03.2018
Der Milkauer Schalmeien-Verein lässt es in der Hartharena ordentlich krachen. Quelle: Foto: Sven Bartsch
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Hartha, Hartha


Mädchen in Dirndln, gestandene Männer in Lederhosen und Kleinkinder mit übergestülpten Ohrenschützern, die Softeis schleckten: Über neunhundert verkaufte Karten zählte Mechthild Böttcher an ihrer Kasse in der Hartharena am Sonnabend: „Und da sind die Bands noch nicht mit dabei!“, sagte sie. Ihr Verein, die Milkauer Schalmeien hatten für ihr Musikfest, den Oktober kurzerhand in den März verlegt.

Musiker im Alter von neun bis fast 60 Jahren

„O’zapft is!“, so das diesjährige Motto der mittlerweile zu beachtlicher Größe herangewachsenen Veranstaltung. Ein halbes Jahr Vorbereitungen stecke allein für seine Musiker auf der Bühne im Alter von 9 bis 57 Jahren drin, verriet Vereinsvorsitzender Holger Müller. Seit 40 Jahren spielt er selbst Schalmei, hat das Instrument autodidaktisch erlernt.

Moderne Arrangements sind knifflig

Das sei zwar einfach zu spielen, „problematisch ist es, damit moderne Stücke so zu arrangieren, dass sie in unserem Zusammenspiel auch funktionieren.“ Er freute sich auf eine Veranstaltung, von der er erwartete, dass sie wieder zu einer Riesenparty für alle werden würde.

Bühnenshow zu Maß und Brez´n

Und er behielt Recht: Die Sitzbänke waren steht’s gefüllt und selbst auf der Mini-Tribüne am Rand war selten ein Platz zu ergattern. Während die Kinder vom Club Schwarze Tulpe Erlau betreut wurden, sich schminken lassen konnten oder die Hüpfburg erklommen, konnten die Erwachsenen bei einer Maß und Brez´n die Bühnenshow verfolgen.

Choreografie mit Schauwert

Die geizte nicht mit Abwechslung, für die nicht nur die Schalmeien selbst, sondern auch die eingeladenen Kapellen sorgten. „Wir freuen uns riesig hier zu sein“, sagte etwa die Schalmeienkapelle Rossow als sie auf die Bühne schritten. Wie die Milkauer zeigten die Mecklenburg-Vorpommerner eine Show, die nicht nur von dem eigentümlichen Instrument lebte, sondern auch vom Rhythmus der Schlagzeuger und dem Schauwert ihrer Choreographie beim Zusammenspiel.

Internationale Besetzung

Bis weit in dem Abend zog sich das Programm das unter anderem auch noch mit den Blaskapellen der Orchestervereinigung Calmbach und aus dem polnischen Swibie überregional, ja international besetzt war.

Oktober im Frühling kommt gut an

„Es ist nie langweilig“, sagte Klaus Jung. Seit über 25 Jahren sei er Ehrenamtlicher beim DRK-Kreisverband Rochlitz. Der unterhalte zu den Schalmeien ein freundschaftliches Verhältnis und sicherte die Musikfeste bereits, bevor diese in die Hartharena abwanderten. Zu fünft sicherten dieses Mal die Halle ab, die jedoch keinen Anlass zur Sorge gab: Entspannte, fröhliche Gesichter überall, denen der frühe Oktober mitten im Frühling sichtlich gut gefiel.

Von Manuel Niemann

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