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Döbeln Schenken, klöppeln, feiern: Ganz Hartha ist auf den Beinen
Region Döbeln Schenken, klöppeln, feiern: Ganz Hartha ist auf den Beinen
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19:35 18.12.2016
Quelle: Fotograf Sven Bartsch
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Hartha

Zu einer technischen Hilfeleitung der besonderen Art mussten die Kameraden der Harthaer Feuerwehr am Sonnabend ausrücken. Der Weihnachtsmann war mit seinem Schlitten außerhalb gelandet und die Feuerwehrleute sammelten ihn auf, brachten ihn mit Blaulicht zum Markt. Denn schließlich warteten dort schon die Kinder.

Wenn in Hartha der Weihnachtsmann einfliegt, um die Kinder zu bescheren, dann ist das zweifellos genau so ein Publikumsmagnet wie anderswo die Auflösung einer Stadtwette. Auch in diesem Jahr war das wieder so auf dem Harthaer Weihnachtsmarkt, von dem Bürgermeister Ronald Kunze sagt, dass der dieser Weihnachtsmarkt der schönste der Region ist. Wenn man sich seinen Weg vorbei an den Ständen der Strumpfhändler zum Kerngeschehen gebahnt hat, versteht man, was der Bürgermeister meint: Bude an Bude reiht sich um den Froschbrunnen, von des Stufen der Kirche tut sich ein grandioses Bild vorm Auge des Betrachters auf.

„Es ist schön zu sehen, wie die gemeinsame Organisation klappt. Der Stadtrat, die Vereine, die Stadtverwaltung und der Bauhof arbeiten super zusammen“, sagt Bürgermeister Kunze. Nicht unerwähnt lässt er die Feuerwehr, die den Weihnachtsmann zum Bescherungs-Einsatz fuhr und außerdem noch aus der Gulaschkanone die Harthaer Weihnachtsmarkt-Besucher versorgte.

Die bekamen in einem Laden am Markt gezeigt, dass Klöppeln ein Kunsthandwerk ist, auf das sich nicht ausschließlich die Erzgebirger verstehen. „1983 war Volkskunstschaffen verlangt, weil das am Boden war“, berichtete Helga Radke über die Zeit, als das Klöppeln nach Hartha kam. Seitdem gibt es die Interessengemeinschaft. Aller zwei Wochen treffen sich 13 Frauen zur Handarbeit mit Zwirn und Klöppelsack. Wer am Sonnabend wollte, konnte Helga Radke, Mandy Zschau und Erika Born dabei zusehen und auch Geklöppeltes kaufen. Zurzeit fertigen sie überwiegend Schmuckelemente an, sagt Helga Radke, die seit 1983 dabei ist. Derzeit ist das natürlich Weihnachtsschmuck in vielen Variationen. Aber mit Ostern steht schon fast wieder das nächste Fest vor der Tür, für das die Harthaer Klöppelfrauen ebenfalls Dekorationsaccessoires im Angebot haben.

Den ganz grandiosen Blick hatten die Weihnachtsmarktbesucher, die die 132 Stufen des Harthauer Kirchturms emporgestiegen sind. Denn das war am Weihnachtsmarktwochenende wieder möglich. Wem das zu anstrengend war, der sah sich im Kirchenschiff die Vielfalt an Weihnachtskrippen an. „Unsere Ausstellung ist klein und sympathisch“, sagte Kirchenvorstand Siegbert Sachse. Die Kirchgemeinde hatte dazu aufgerufen, Krippen zur Verfügung zu stellen und viele waren diesem Aufruf gefolgt. Recht vielen Besuchern konnte Siegbert Sachse begrüßen, die den Weihnachtsmarktbesuch zu einem Abstecher in das Gotteshaus nutzten, das im Herbst 2009 nach fünfjähriger Sanierung in frischem Glanz erstrahlte. Am Abend sangen mit den „Notenchaoten“ die heimischen Gewächse, die aus der Harthaer Kirchenmusik emporsprossen sind

„Schauen Sie sich um, das ist Fazit genug“, antwortete Günter Roßberg. Der Leiter des Harthaer Kultur- und Sportbetriebes war als „Cheforganisator“ des Adventsmarktes am Wochenende ein viel gefragter Mann. Sein Mobiltelefon klingelte und wenig später tauchte Franziska Franz auf, um einen Schlüssel, wohl für die Garderobe, zurückzugeben. Die Harthaer Tänzerin durfte natürlich mit ihrer Gruppe auf dem heimischen Weihnachtsmarkt auch nicht fehlen. Mit diesem hat die Froschstadt ein echtes Alleinstellungsmerkmal in der Region Döbeln.

Von Dirk Wurzel

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Glühwein und Roster gehören zur Grundausstattung eines jeden Weihnachtsmarktes. In Choren gehört traditionell frischer Fisch ebenfalls dazu, wovon man sich am Sonnabend überzeugen konnte. Lebend oder geschlachtet und geräuchert – vor allem Karpfen waren gefragt. Manch einer ließ sich noch ein paar Forellen mit Kescher aus dem Bottich heben.

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