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Schiri-Anzahl: Beängstigender Trend in Mittelsachsen

Schiri-Anzahl: Beängstigender Trend in Mittelsachsen

Der Fußballverband Muldental/Leipziger Land beklagt weiterhin die zu niedrige Anzahl seiner aktiven Schiedsrichter. Zu Saisonbeginn war der Verband mit immerhin 324 gemeldeten Schiedsrichtern ins laufende Spieljahr 2011/2012 gegangen, an der Weiterbildung und Schulung durch den Verband nahmen zuletzt aber insgesamt nur 145 Referees an drei Tagungsorten (Lobstädt, Grimma, Leisnig) teil.

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Das Team 97 vom Döbelner SC spielte am zurückliegenden Wochenende ein erfolgreiches Turnier. Der Gastgeber wurde hinter Hohenstein-Ernstthal Zweiter.

Quelle: dsc

Mittelsachsen . Schwerpunkt der jüngsten Schulungen war das Thema Körpersprache. Bernhard Schneider, Rainer Petsch und Rainer Hepner referierten dazu. Am Hausregeltraining nahmen 160 Schiedsrichter per Mail oder per Postzuschrift teil - gerade einmal die Hälfte aller Unparteiischen. Mindestens zweimal pro Spieljahr muss aber jeder Schiedsrichter die Teilnahme an einem solchen Hausregeltraining schriftlich nachweisen. Nach Auswertung der 15 Regelfragen musste festgestellt werden, dass immer noch zu viele theoretische Fehler passieren. Mit 24 bis 30 Punkten hätte der Kandidat die Prüfung bestanden. Allerdings lagen zu viele Schiedsrichter mit 14 bis 23 Punkten deutlich darunter, wären bei einer Prüfung also durchgefallen. Hauptproblem war diesmal die Abseitsregel, und auch in der Praxis auf dem Spielfeld werden immer noch zu viele "passive Abseitsstellungen" durch Assistenten fälschlicherweise angezeigt.

Bei der Weiterbildung in Leisnig hatte der Lehrwart für Regelkunde, Matthias Reschke vom SV 29 Gleisberg seine Teilnahme kurzfristig aus beruflichen Gründen absagen müssen, wurde aber von seinem Naunhofer Kollegen Bernhard Schneider und Ansetzer Rainer Hepner vertreten. Im Lehrvortrag wiesen beide darauf hin, dass der Körpersprache des Refeeres auf dem Platz enorme Bedeutung zukommt. Behandelt wurden etwa die Fragen, wie man als Schiedsrichter auf sein Gegenüber wirkt. Die Spieler als Empfänger einer Botschaft nehmen dabei nur zirka 15 Prozent verbale Äußerungen, dafür aber zirka 85 Prozent Körpersprache und Gesamteindruck der Schiedsrichter wahr. Kleidung, Haare, Ausdrucksweise sollten deshalb selbstverständlich gepflegt sein. Fachwissen ist erlernbar, die Kondition kann problemlos trainiert werden. Allerdings müsse jeder Schiedsrichter lernen, mit Konfrontationssituationen umgehen zu können, Konflikte rechtzeitig erkennen und präventiv einzugreifen. Wichtig sei außerdem, die Körpersprache kompetent einzusetzen und die verbale Kommunikation auf dem Platz auf ein Minimum zu beschränken. Mimik, Gestik, Körperhaltung und die Distanz zum Spieler müssen dabei beachtet werden. So dürfe beispielsweise bei einer persönlichen Strafe durch den Schiedsrichter - Gelb, Rot etc. - nicht gelächelt werden.

Einen eindringlichen Appell richtet Wolfgang Winkler aus dem Bereich Döbeln an jene Unparteiische, die dem Schiedsrichter-Ansetzer nicht ihren freien Termine mitteilen oder permanent Spiele absagen. Während die Anzahl der Schiedsrichter im gesamten Verband zu gering ist, muss sie im Bereich Döbeln als beängstigend niedrig eingestuft werden. Damit steht der geregelte Spielbetrieb in allen Klassen im Herren- und im Nachwuchsbereich auf dem Spiel.

Allerdings gibt es auch auf diesem Gebiet positive Ausnahmen. Erwähnenswert ist die Einsatzfreude von Paul Oehme vom Döbelner SC. Mit 38 Einsätzen liegt der 20-Jährige weit vor allen anderen Schiedsrichtern aus dem Bereich Döbeln. Außerdem hat er als "Förderkader" U22 im Sächsischen Fußballverband durch seine guten Spielbeobachtungen (Noten: 8,4 bis 8,3 und 8,3) berechtigte Chancen auf den Aufstieg in die Bezirksliga. Bis zur Winterpause aktiv in der Kreisoberliga waren folgende Schiedsrichter aus dem Döbelner Bereich: Detlef Becker (14 Spiele) und Hans-Jörg Rost (17) vom Roßweiner SV, Thomas Gruhle (18) und Wolfgang Winkler (14) vom Döbelner SC, Jan Keidel (15) und Rocco Kundt (7) von Aufbau Waldheim sowie Mike Kohllöffel (12) vom SV Zschaitz.

Daneben gibt es laut Wolfgang Winkler eine Schiedsrichtergruppe, die in nur drei Monaten sage und schreibe mehr als zehn Spiele zurückgegeben hat, und für ein Ansetzungschaos sorgten. Dies sei nicht mehr ohne Sanktionen hinnehmbar. Nicht nur die Nachwuchsspiele am Sonntagmorgen seien davon betroffen, sondern auch in der Kreisoberliga wurden am 14. und 15. Spieltag gleich 13 Begegnungen durch die Schiedsrichter zurückgegeben.

Sehr gute Absetzungszahlen konnten die Döbelner Schiedsrichter in der Kreisliga A vorweisen: Andre Köhler (20 Jahre, Döbelner SC) mit 32 Spielen, Daniel Helbig (32, VfB Leisnig) mit 31 Spielen, Ralf Schrock (42, Kiebitzer SV) mit 25, Frank Kunze (SV Zschaitz 1952) mit 20 Spielen und Bernd Funke (58, VfB Leisnig) mit 15 Spielen führen hier die Rangliste an.

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