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Schlammschlacht in Döbeln: Betonlaster und Kipper rollen im Takt

Flutgraben Schlammschlacht in Döbeln: Betonlaster und Kipper rollen im Takt

An der aktuellen Flutbaustelle hinter der Franz-Mehring-Straße in Döbeln bewegt sich richtig was. Auf der flussabwärts rechten Seite werden jetzt mit dem riesigen 135 Tonnen schweren Bohrgerät die Löcher für die Bohrpfahlwände gebohrt und betoniert.

Mit Hilfe der Schalung und rot gefärbtem Beton bekommen die Hochwasserschutzmauern am Flutgraben hinter der Franz-Mehring-Straße eine Natursteinoptik.

Quelle: Gerhard Döner

Döbeln. An der aktuellen Flutbaustelle hinter der Franz-Mehring-Straße in Döbeln bewegt sich richtig was. Auf der flussabwärts rechten Seite werden jetzt mit dem riesigen 135 Tonnen schweren Bohrgerät die Löcher für die Bohrpfahlwände gebohrt und betoniert. Fast stündlich rücken schwere Betonlaster über die Theaterstraße hinter der Niedermühle an. Im Gegenzug rollen von der anderen Uferseite die Kipper im Takt von der Baustelle und karren die Erdmassen weg, die bei der Verbreiterung des Flutgrabens anfallen. Auf der Flussabwärts linken Seite sind die Bohrpfahlwände nämlich bereits betoniert. Die Bauleute der Firma Hundshausen Bau tragen vor den Bohrpfahlwänden das Erdreich ab und machen aus den Pfählen eine glatte Flutschutzmauer aus Beton, die dann noch mit rot gefärbtem Beton und einer entsprechenden Formschalung das Aussehen einer Natursteinwand bekommt. „Die Baufirma zeigt an dieser Stelle ihre Leistungsfähigkeit. Wir sind hochzufrieden und liegen voll im Plan“, sagt Axel Bobbe, Leiter des Betriebes Elbaue/Mulde/Untere Weiße Elster der Landestalsperrenverwaltung Sachsen. Die Bauleute haben bereits an der Hochwasserschutzmauer in Sörmitz ihr Können unter Beweis gestellt.

Parallel zu den Bohrungen für die Bohrpfahlwände auf der innerstädtischen Uferseite werden die Häuserfundamente mit dem Hochdruckinjektionsverfahren aufwendig gesichert. Bis zu zehn Meter tief wird Beton unter die Fundamente gespritzt, um die Gebäude entlang des Flutgrabens unter den neuen Bedingungen standsicher zu machen. „Das ist eine anspruchsvolle aber auch rustikale und recht schmutzige Aufgabe für die Baufirma“, beschreibt Axel Bobbe. Bis Mitte 2017 wird noch an dem Abschnitt des Flutgrabens zwischen Niederbrücke und Brücke Bahnhofstraße bis zu seiner kompletten Fertigstellung gebaut. „Momentan geht es zwar sichtbar schneller voran, doch der Winter und auch die vielen Detailarbeiten wie das Auspflastern der Flutrinne sind nicht zu unterschätzen“, bremst Axel Bobbe die Euphorie.

Danach wird ab Herbst 2017 der Flutgraben zwischen der Brücke an der Straße des Friedens vorbei am Kauflandsteg bis zur Niederbrücke auf beiden Seiten in der selben Form verbreitert und mit Hochwasserschutzwänden versehen. Der Abriss der alten Brücke an der Straße des Friedens und der Neubau einer deutlich breiteren Brücke ist für das Jahr 2018 eingetaktet.

Der letzte Bauabschnitt bei der Verbreiterung der Flutmulde zwischen dem Autohaus Döbeln und dem Steigerhausplatz soll im Jahr 2019 folgen. Hierzu gab es zwischen der Landestalsperrenverwaltung und der Stadtverwaltung gerade Abstimmungen über Gestaltungsfragen. „Wir werden am Steigerhausplatz das Ufer terrassenförmig gestalten und Sitzgelegenheiten herstellen. Damit der Fluss trotz der Hochwassergefahren auch erlebbar bleibt. Das war ein Wunsch der Stadt an uns“, so Axel Bobbe. Vorstellbar ist danach, dass es 2020 beim Hochwasserschutz für Döbeln mit dem Bau von Hochwasserschutzmauern entlang der Wappenhenschanlage weitergeht. Zudem ist ab 2020 der Hochwasserschutz am Muldearm hinter der Ritterstraße an der Reihe.

Kern des Hochwasserschutzkonzeptes für die auf der Muldeninsel gelegene Döbelner Innenstadt ist das gerade in Betrieb gehende neue Klappenwehr am Schlossberg. Das soll bei Hochwasser deutlich mehr Wasser in den dann komplett verbreiterten Flutgraben umleiten. Der Muldenarme hinter der Ritterstraße wird dadurch entlastet und soll nicht mehr überlaufen.

Von Thomas Sparrer

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