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Döbeln Schlangen ziehen u
Region Döbeln Schlangen ziehen u
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20:50 07.08.2013

Die Langnasenstrauchnatter ist eine grüne Schlange, die in südamerikanischen Ländern wie Bolivien, Argentinien und Paraguay lebt. Das Geäst von Bäumen und Sträuchern ist der Lebensraum dieser Natter mit dem lateinischen Namen Philodryas baroni. Anfang August fand ein Rentner ein solches Kriechtier im Flur eines Hauses an der Unnaer Straße. Jetzt lebt die Schlange im Tierschutzcentrum Meißen, dem einzigen Tierheim in der Umgebung, das Reptilien aufnehmen kann. Der Besitzer der Schlange hat sich inzwischen bei Tierheim-Chef Mario Aßmann gemeldet. Und angekündigt, eine weitere Artgenossin nach Meißen abzugeben. "Er will die zweite auch noch herbringen und möglicherweise noch andere Schlangen", sagt Mario Aßmann. Bei diesen Exemplaren muss er jedoch prüfen, ob sie legal sind. "Das muss mir die Behörde bestätigen", sagt Mario Aßmann. Beim zuständigen Landratsamt Mittelsachsen ist der Schlangenfreund jedenfalls in diesem Punkt noch nicht negativ aufgefallen: "Der Halter der Schlange ist hier auch als Halter von naturschutzrechtlich geschützten und damit meldepflichtigen Schlangen bekannt. Bisher liegen hier keine Anhaltspunkte zu diesbezüglichen Verstößen vor", teilt André Kaiser, Pressesprecher des Landratsamtes Mittelsachsen, mit.

Trotzdem droht dem Tierschutzcentrum Meißen eine Schlangenschwemme aus Döbeln. Die Gründe liegen im Mietrecht und an der Döbelner Polizeiverordnung. "Es besteht die Pflicht, die Haltung solcher Tiere beim Ordnungsamt anzuzeigen. Das war bei den betreffenden Tieren nicht der Fall", sagt Jürgen Müller, Leiter des städtischen Ordnungsamtes auf Nachfrage der DAZ. Zudem habe nach Müllers Worten der Vermieter dem Schlangenbesitzer die Frist gesetzt, alle Tiere innerhalb von drei Wochen aus der Wohnung zu entfernen. In den Terrarien des Meißner Tierheims dürfte sich die Langnasenstrauchnatter jedenfalls wohl fühlen. "Der geht es gut", sagt Mario Aßmann, der derzeit 40 bis 50 Schlangen in seiner Obhut hat. "Die meisten sind Boas", sagt er. Von der grünen Natter aus Döbeln geht nur eine geringe Gefahr aus. Anders als eine Klapperschlange hat sie keine Röhrenzähne, durch die das Gift direkt in die Blutbahn des Gebissenen fließt. "Die Langnasenstrauchnatter hat die Giftdrüsen hinten. Sie muss schon stark zubeißen, damit das Gift in die Bisswunde gelangt", sagt Mario Aßmann.

Gefährlich ist das nur für Menschen mit einem schwachen Immunsystem oder für Allergiker. "Es sind schon Leute an einem Bienenstich gestorben", verdeutlicht Mario Aßmann, wie wahrscheinlich es ist, am Biss der Langnasenstrauchnatter zu sterben.

Dirk Wurzel

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