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Döbeln "Schlechteste Saison aller Zeiten"
Region Döbeln "Schlechteste Saison aller Zeiten"
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23:27 27.08.2014
Die Schönbergerin Brigitte Endrejat freut sich übers kühle Nass nach dem Saunagang in Döbeln. Quelle: Wolfgang Sens

Eine äußerst miese Saison, wie alle drei Betreiber zugeben müssen.

"Wenn wir nach dem Pfingstwochenende das Bad wieder geschlossen hätten, dann hätten wir dieses Jahr schwarze Zahlen geschrieben. So wird es ein Zuschussgeschäft für uns", drückt es Torsten Hartwig vom Welwel deutlich aus. Als Betreiber des Gebersbacher Bades kann er mit seinem Geschäftspartner Lutz Iwan auf weniger als 10 000 Besucher zurückblicken. "Die schlechteste Saison aller Zeiten", sagt Hartwig, der erst dieses Jahr den Pachtvertrag fürs Bad mit der Stadt Waldheim um drei Jahre verlängert hat. Die Kommune zahlt zwar einen Zuschuss. Der bringt die Betreiber dieses Jahr aber auch nicht in die Plus-Minus-Null-Zone. "Wir müssen bei geöffnetem Bad Personal vorhalten und die Technik laufen lassen, egal wie viele Besucher kommen. Knapp 4000 Euro jeden Monat zahlen wir allein für Strom. Die Eintrittspreise haben wir trotzdem von Anfang an konstant gelassen", erklärt Torsten Hartwig. Er verweist darauf, dass mit dem Welwel ein privates Unternehmen das Bad betreibt. "Wir haben keine Stadtwerke im Rücken." Bei 16 Grad Wassertemperatur trotz Solaranlage fiel deshalb die Entscheidung, das Tor schon per 21. August zu schließen. Nach fast zehn Jahren Verantwortlichkeit für die Gebersbacher Freizeit-Einrichtung malt der Welwel-Chef jedoch selbst nach so einer Saison nicht schwarz. "Wir hatten schon Sommer mit über 20 000 Badegästen, voriges Jahr waren 18 000 da. Ich gehe mal davon aus, dass die Statistik den diesjährigen Einbruch ausgleicht."

Auch fürs Freibad Wolfstal in Roßwein war der Sommer 2014 im wahrsten Sinne ein Schlag ins Wasser. "Das war die mieseste Saison seit langem. Wir hatten nur rund 12 000 Gäste - halb so viele wie 2013 und weniger als im schwachen Sommer 2012", konstatiert Roßweins Badchef Jens Göhler enttäuscht. Dabei hatte der Sommer gut begonnen: Allein am langen Pfingstwochenende kamen über 3000 Besucher. Dass diese ein Viertel des gesamten Sommers ausmachen würden, konnte damals keiner ahnen. Als Grund sieht Göhler nicht eine Panikmache der Wetterdienste durch Gewitter- und Unwetter-ankündigungen. "Es ist schon das Wetter selbst. Die Grundwärme hat gefehlt. Wir brauchen 30 Grad, um einen guten Besuchertag zu haben. Dann kommen die Leute auch, wenn ein Gewitter angesagt ist", meint er. Morgen soll das Hallenbad verfrüht öffnen (die DAZ berichtete), das Freibad zugleich schließen. Selbst wenn noch ein langer Spätsommer einsetzen würde, bleibt es dabei. "Es lohnt sich nicht mehr außerhalb der Ferien. Das Wasser hat nur noch 17 Grad, da bräuchte es einige warme Tage, um sich wieder auf über 20 Grad aufzuheizen", sagt Göhler.

Die Stadtwerke als Betreiber des Döbelner Stadtbades haben gestern entschieden, die Freibecken ab Montag zu schließen und am gleichen Tag das Hallenbad zu öffnen. "Wir konnten das Freibad wegen der Sanierungsarbeiten erst am 1. Juli aufmachen. Dieser Monat war mit über 10 000 Besuchern auch noch ganz in Ordnung. Im August sind aber gerademal noch 2000 Gäste dazu gekommen", rechnet Badchef Lutz Liebmann vor. Zwischen 25 000 und 30 000 Besucher sind eigentlich gängige Saisonzahlen für Döbeln. Wehmütig stellt Liebmann fest: "Voriges Jahr hatten wir einen so bombastischen Sommer. Da konnten wir wegen der Hochwasserschäden nicht öffnen." Schwacher Trost: Bis auf kleinere Ausnahmen hat der Betrieb des technisch neu aus- und umgerüsteten Bades reibungslos funktioniert. Ob das Schwimmen für Demokratie am 14. September draußen oder drinnen stattfindet, wird anhand der äußeren Bedingungen kurzfristig entschieden.

Olaf Büchel und Sebastian Fink

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