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Schließung von Trinkwasserbrunnen kein Wunder: Leserbrief Zum DAZ-Beitrag "Nitrat-Gehalt im Wasser wird teuer" vom 20. Dezember

Schließung von Trinkwasserbrunnen kein Wunder: Leserbrief Zum DAZ-Beitrag "Nitrat-Gehalt im Wasser wird teuer" vom 20. Dezember

Wer mit offenen Augen durch die Region geht, den kann es eigentlich nicht verwundern, dass nun auch im Versorgungsgebiet des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz erhöhte Nitratwerte zur Schließung von Trinkwasserbrunnen führten.

Zum Beitrag "Nitrat-Gehalt im Wasser wird teuer" vom 20. Dezember:

 

Das eigentlich Verwunderliche ist, dass die verantwortlichen Verbandsräte des Wasserverbandes, in offenbarer Kenntnis dieses Zustandes, sich nicht veranlasst sahen, rechtzeitig Maßnahmen gegen die Verursacher zu treffen und damit der weiter fortschreitenden Belastung des Bodens und des Trinkwassers entgegen zu wirken.

Offenbar ist es für diese Verantwortlichen mit dem Bau neuer Trinkwasserleitungen aus den Gebührengeldern getan. Dass dies in Zukunft beim Ausfall weiterer Brunnen unweigerlich zum Anstieg der Trinkwasserpreise führen wird, dürfte jedem klar sein. Laut Geschäftsführer Hans-Jürgen Gemkow ist der Hauptverursacher für den andauernden Nitratanstieg die Landwirtschaft. Durch extensives und unökologisches Wirtschaften zahlreicher Landwirte der Region war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann Grenzwerte erreicht beziehungsweise überschritten werden. Selbst direkt neben Trinkwasserbrunnen färben sich oft mehrmals im Jahr die Felder gelb - zur Erntezeit, darüber hinaus auch als Folge des tonnenweisen Ausbringens von Unkrautvernichtungsmitteln.

Dem nicht genug, werden übers Jahr noch große Mengen an Dünger und Schädlingsbekämpfungsmitteln auf die Felder und damit ins Grundwasser eingebracht. Hinzu kommt, dass aus der ständig wachsenden Anzahl von Biogasanlagen sogenannte Gärreste - welche keiner Düngemittelverordnung unterliegen, aber einen ähnlich hohen Düngewert wie Gülle haben - mittlerweile auf die Felder aufgebracht werden. Offenbar interessiert viele Bauern nicht, dass durch den in den Boden eingebrachten Stickstoff die Giftstoffe Nitrat und Nitrit in großer Menge ins Grundwasser gelangen. Dass man auf unseren Böden anders wirtschaften kann, zeigen einzelne landwirtschaftliche Betriebe der Region. Angesichts dieser Zustände besteht schon längst Handlungsbedarf für den Wasserverband, zumal die Tendenz einer Zunahme der Nitratwerte, von Herrn Gemkow bestätigt, nach oben zeigt.

Es wird Zeit für die verantwortlichen Verbandsräte, Verantwortung zu zeigen. Für den Schutz unseres Trinkwassers sind schon längst Satzungen erforderlich, die insbesondere von Landwirten eine veränderte Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen fordern. Die riesigen Feldflächen müssen in höhere Trinkwasserschutzzonen eingestuft, in diesen das Düngen weitestgehend eingeschränkt und der Einsatz von Herbiziden verboten werden. Das Düngen von Flächen mit "Energiepflanzen" sollte gänzlich verboten werden. Nichts in dieser Richtung zu tun, wird von den Bürgern des Verbandsgebietes in Zukunft teuer bezahlt werden. Beeinträchtigungen der Wasserqualität dürfen nicht verharmlost und der Agrarlobby müssen in dieser Frage Grenzen gesetzt werden. Die Verbandsräte sind vorrangig in der Pflicht, die regionalen Trinkwasservorräte und damit die hier lebenden Menschen zu schützen.

Ralf Vogt, Ostrau

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