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Döbeln Schlossbergschule startet mit neuen Lehrern aber viel zu wenig Platz
Region Döbeln Schlossbergschule startet mit neuen Lehrern aber viel zu wenig Platz
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17:42 15.08.2016
Das Kollegium der Döbelner Lernförderschule bereitet mit den Schülern das Jubiläum „150 Jahre Schlossbergschule“ vor. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Die personelle Situation an der Döbelner Schlossbergschule hat sich mit Schuljahresbeginn deutlich entspannt. „Unsere personelle Ausstattung ist so gut wie lange nicht“, sagt Schulleiterin Dagmar Dettke. Drei neue Lehrer, zwei Frauen und ein Mann, haben mit Beginn des Schuljahres ihre Arbeit an der Döbelner Förderschule für Lernbehinderte aufgenommen. Somit ist das Lehrerkollegium auf 24 Kollegen angewachsen.

Von Normalität ist die Schlossbergschule aber dennoch weit entfernt. Denn räumlich stößt die Schule schon seit langem an Kapazitätsgrenzen. 178 Schüler lernen im Schuljahr 2016/17 auf dem Schlossberg. Die Zahl könnte sich noch etwas erhöhen. Denn bei einigen Kindern laufen noch die Überprüfungen, ob sie an der Grundschule oder an der Lernbehindertenschule besser aufgehoben sind.

13 Klassen werden in dem altehrwürdigen Gebäude auf dem Schlossberg unterrichtet. Eine neue erste Klasse wurde gerade mit acht Schülern gebildet. Die Räume im Schulhaus sind damit komplett ausgelastet. Zusätzlich mussten Räume wie die Schuloase und einige Vorräume zu Klassenzimmern umfunktioniert werden, damit genug Platz für den Unterricht und die Unterrichtsvorbereitung ist.

Das räumliche Problem macht der Schulleitung aktuell die meisten Bauchschmerzen. Die Stadtverwaltung und der Stadtrat sind darüber informiert. Doch Lösungen sind noch keine in Sicht.

Die Stadt Döbeln als Schulträger hat die Ferienzeit zwar genutzt, um die veraltete Elektroinstallation auf einen modernen Stand bringen zu lassen. 180 000 Euro wurden investiert. Der komplette Bestand an Leitungen, Schaltern und Steckdosen sowie die Beleuchtung und die Telefonanlage wurden erneuert. Zudem wurde die Hausalarmierung erweitert. Umfangreichere Malerarbeiten sind noch in den Herbstferien im Oktober geplant. Finanziert wird das Ganze innerhalb des städtischen Maßnahmeplans über das Förderprogramm „Brücken in die Zukunft“.

Räumlich bleibt die Lage der Schlossbergschule aber weiterhin angespannt. Neun Prozent der Schüler in Döbeln besuchen die Lernförderschule. Nur in Meißen gibt es nach DAZ-Informationen sachsenweit noch eine gleich hohe Anzahl an Förderschülern.

Kommentar: Förderschule besser fördern

Neun von 100 Schülern in Döbeln besuchen die Förderschule. Landesweit gibt es nur noch in Meißen so viele Förderschüler wie in der Muldestadt. Deshalb platzt das fast 150 Jahre alte Schulgebäude hoch über dem Döbelner Stadtzentrum aus allen Nähten. Statt genau hier den Blick hinzuwenden, kämpfen einige Döbelner Stadträte mit aller Macht um die Rettung der Grundschule-Ost, und das am besten in dem halbleeren, riesigen Schulgebäude an der Dresdner Straße. Sie erzwangen im letzten Herbst sogar ein Sonderstadtrat.

Warum klemmt sich aber keiner so dahinter, wenn es um die Lernförderschule auf dem Schlossberg geht? Hier sollen Kinder mit Lernbehinderungen, aber auch sehr viele Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen für das Leben fit gemacht werden. In einigen Fällen scheint der Besuch der Förderschule über mehrere Generationen einer Familie festgezurrt zu sein:. Wer kämpft dafür, diesen Kreislauf zu durchbrechen, statt Schülerzahlen, die in Richtung zehn Prozent gehen, stillschweigend zu akzeptieren. Die Idee bei der Sanierung der Grundschule Döbeln-Ost auch die Förderschule einzubeziehen und vielleicht ein modernes Schulzentrum aus Grund- und Förderschule zu etablieren, wird irgendwie nicht weitergesponnen. Stattdessen wird es den x-ten Vorstoß geben, die Schule-Ost trotz prognostiziert sinkender Schülerzahlen mit aller Macht zu sanieren, während die Zahl der Förderschüler weiter steigt und diese Kinder wohl irgendwann aus Raummangel auf dem Schulklo unterrichtet werden. Thomas Sparrer

th.sparrer@lvz.de

Das Kollegium der Schlossbergschule macht trotz der räumlichen Enge das Beste aus der Situation und bereitet mit den Schülern ein besonderes Jubiläum vor. Am 28. August 1867 war die Grundsteinlegung für das heutige Schulgebäude auf dem Schlossberg. „Wir werden mit den Schülern im Unterricht untersuchen, wie die Menschen vor 150 Jahren gelebt haben. Zudem bereiten wir ein Jubiläumsfest und eine symbolische Wiederholung der Grundsteinlegung von damals mit den Schülern vor“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Tanja Richter-Kelm.

Von Thomas Sparrer

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