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Schluss mit Sachsenliga: Waldheimer Handballerinnen droht Abstieg

Trotz Klassenerhalt Schluss mit Sachsenliga: Waldheimer Handballerinnen droht Abstieg

Obwohl die erste Frauenmannschaft des VfL Waldheim den Klassenerhalt sportlich schaffte, soll sie aus der Sachsenliga absteigen. In der Liga wird es eng, denn einzelne Mannschaften nehmen ihr Aufstiegsrecht nicht wahr. Mannschaft und Vorstand sind geschockt über die Entscheidung des Handballverbandes.

Die vergangene Saison war für die Handballerinnen des VfL Waldheim nicht einfach. Nach zahlreichen Trainerwechseln soll nun der unverdiente Abstieg folgen. Und das, obwohl die Mannschaft den Klassenerhalt sportlich erreicht hat.

Quelle: Sven Bartsch

Waldheim. Nachdem vor wenigen Tagen erst Trainer Marc Süße urplötzlich den Hut gezogen hatte (die DAZ berichtete), prasselte am Montag bereits die nächste Hiobsbotschaft auf die Sachsenliga-Handballerinnen des VfL Waldheim ein. Der Sächsische Handballverband (HVS) teilte dem Verein schriftlich mit, dass die erste Frauenmannschaft in der kommenden Saison nicht mehr in der Sachsenliga spielen wird. Und das, obwohl der Klassenerhalt sportlich gesehen, geschafft wurde. Auf dem zehnten Tabellenrang und damit eigentlich nicht vom Abstieg bedroht, beendeten die Waldheimerinnen ihre Saison. Doch nun muss der Sächsische Handballverband umstrukturieren, weil einzelne Vereine ihr Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen. So zieht sich der HSV 1956 Marienberg aus der 3. Liga zurück, wird in der neuen Saison 2016/17 in der vierthöchsten Spielklasse Deutschlands, der Mitteldeutschen Oberliga, an den Start gehen. Der dortige Absteiger, HC Sachsen Neustadt-Sebnitz, muss in die Sachsenliga. Alles kein Problem, wenn dafür die HSG Riesa/Oschatz als offizieller Aufsteiger aus der Sachsenliga dieses Recht auch wahrnehmen würden. Doch die Riesa/Oschatzer verzichten, wollen weiter in der Sachsenliga agieren. Demnach wird es eng in der Liga, in der auch die Waldheimer Handballerinnen spielen. Für die VfL-Frauen heißt das nach aktuellem Stand: Abstieg! Gleichzeitig ist auch der SV Schneeberg betroffen, der noch einen Rang unter den Zschopaustädterinnen rangiert.

Mannschaft und Trainer sind geschockt

VfL-Trainer Manuel Kirpal, der nach dem Rückzug von Marc Süße das Amt kurzfristig übernahm, ist geschockt über die Geschehnisse im Verband: „Dass der Verband die Nichtwahrnehmung des Aufstiegsrechtes der betroffenen Vereine duldet, ist eine bodenlose Frechheit. Wer sportlich erster ist, hat aufzusteigen. Das ist eine klare Wettbewerbsverzerrung.“ Seine Mannschaft ist es nun, die darunter zu leiden hat. „Noch ist keine endgültige Entscheidung getroffen. So weit ich weiß, wollen sich die Verantwortlichen des Verbandes noch einmal zusammensetzen. Das endgültige Urteil werden wir jetzt abwarten müssen.“ HVS-Vizepräsidentin Andrea Schulze ist für den Bereich „Spieltechnik“ zuständig. Sie unterzeichnete die Mitteilung an den VfL Waldheim. Andrea Schulze wollte gestern keine Stellungnahme zum Sachverhalt geben. Nur so viel: „Es gab einen Schriftverkehr mit dem Verein und ein Telefonat.“ Besagtes Telefonat führte Matthias Poch, Mitglied des erweiterten Vorstandes vom VfL Waldheim. Auch er hielt sich vorerst bedeckt: „Wir haben gegen die Entscheidung des Verbandes Einspruch eingelegt. Demnach handelt es sich um ein laufendes Verfahren.“

Verein legt Einspruch ein

Für den VfL Waldheim wäre die Entscheidung für den Sachsenliga-Abstieg eine Katastrophe. „Einige unserer Spielerinnen haben signalisiert, dass sie nur bleiben, wenn in der Sachsenliga gespielt wird. Das kann man den Mädels auch nicht verübeln“, erklärt Manuel Kirpal. Kirpal, der gleichzeitig im Vorstand des Waldheimer Vereins sitzt, stört sich an der Spielbetriebs-Organisation des Handballverbandes. „16 Mannschaften spielen in der 3. Liga, elf sind es in der Mitteldeutschen Oberliga. In den nach unten folgenden Ligen sind es zwölf Mannschaften. Warum gibt es keine Einheitlichkeit in den Ligen?“ Kommt es mit der endgültigen Entscheidung zum Abstieg der VfL-Handballerinnen, will der Verein weitere Schritte einleiten.

Die erste Frauenmannschaft war über die Entscheidung entsetzt, weiß der Trainer. „Wir haben den Klassenerhalt sportlich geschafft. Weil der Verband seine Arbeit nicht schafft, werden wir nun bestraft“, so Kirpal weiter. Wann genau eine endgültige Entscheidung fallen wird, ist noch unklar. Für den Waldheimer Verein beginnt nun eine Zitterpartie um den sportlichen Werdegang der Mannschaft.

Von Stephanie Jankowski

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