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Döbeln Schmiedewerk Roßwein für einen Tag Besuchermagnet
Region Döbeln Schmiedewerk Roßwein für einen Tag Besuchermagnet
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19:54 30.09.2018
Rainer Kubasch (l.) nutzt den Tag der offenen Tür im Roßweiner Schmiedewerk und schaute sich dort die Produktion an. Quelle: Bartsch
Rosswein

Irgendwo zwischen Lastwagen und Ghettoblaster liegt die Lärmbelastung im Roßweiner Schmiedewerk Frauenthalk Powertrain – bei 95 Dezibel, um genau zu sein. Daher war es beim Tag der offenen Tür am Sonnabend ratsam, die von Konstrukteurin Manja Jähnichen verteilten Ohrstöpsel auch zu verwenden. Denn für die Rundgänge durch die Produktionshallen, in denen Pleuel für Pkw- und Lkw-Motoren produziert werden, standen die Schmiedehämmer und Pressen keineswegs still.

Wahrlich ohrenbetäubend ist das Hämmern der Großanlagen, die in Sekunden aus einem einfachen Metallzylinder ein Hochleistungsbauteil für moderne Motoren stanzen. Rotglühend und vorgeformt kommt das Rohstück auf Laufbändern aus dem Schmiedefeuer. Drei Mitarbeiter teilen sich eine Anlage. Je einer steht pro Stunde 20 Minuten an Hammer oder Presse, der dritte hat 20 Minuten Pause.

So geht das acht Stunden lang in einer Schicht. „Die Arbeiter brauchen die Pausen, denn sie müssen sich konzentrieren und die Werkstücke mit der Zange halten“, erklärt Manja Jähnichen. Das schwerste Stück wiegt vier Kilo. Sie müssen jeweils genau unter den Hammer gehalten werden. Dreimal kracht es links, dann einmal rechts, dann ist der Pleuel fertig.

Seit 1962 werden Pleuel gefertigt

Rainer Kubasch ist beeindruckt von der modernen Anlage. Er kennt die Arbeit genau. Der Instandhaltungsmechaniker hat von 1963 bis 1993 hier gearbeitet und war danach sogar noch mit dem Abriss von nicht mehr gebrauchten Produktionsgebäuden des damaligen Roßweiner Achsen-, Federn- und Schmiedewerkes. Seit 1962 werden hier Motorpleuel hergestellt.

Und Rainer Kubasch war für die Reparatur der Schmiedepressen verantwortlich. „Hier wurden die Pleuel für das Antriebsaggregat für den Viertakter im Wartburg hergestellt“, weiß er zu berichten. „Wenn man so eine Presse auseinandergenommen hat, das war schon eine Maßnahme“, sagt der heute 74-Jährige lachend. Mit seiner Frau Ingrid ist der gebürtige Roßweiner aus Waldheim gekommen, um die alte Arbeitsstätte zu besuchen.

Generalüberholung steht an

Sie sei damals nur zu Betriebsfesten im Kultursaal mal da gewesen. „Es war eine sehr schöne, aber auch sehr harte Zeit“, meint er. Lieber würde er heute als junger Mann mit den modernen Maschinen arbeiten als damals mit den alten. „Aber jetzt könnte ich mir nicht vorstellen, nochmal loszulegen“, sagt er und lacht wieder.

Noch viel moderner soll die große Presse im Werk bis Ende nächsten Jahres werden. Segmentsleiter Sven Luding erklärt, was geplant ist: „Die Anlage ist seit 2002 in Betrieb und soll 2019 komplett generalüberholt und modernisiert werden, damit wir wettbewerbsfähig bleiben“, sagt er.

Kleinere Pleuel herstellen

Die stark gesunkene Nachfrage nach Dieselmotoren macht sich auch in Roßwein bemerkbar. Nach der Erneuerung sollen hier auch die kleineren Pleuel für Benzinmotoren vom Band laufen. Ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag fließt dafür in das Werk.

Dafür muss die große Presse nächstes Jahr stillgelegt werden. Für die 143 Mitarbeiter jedoch kein Grund zur Sorge: An den drei anderen Anlagen des Werkes gibt es genug zu tun. In einem rollenden System sollen sie auf diese verteilt werden, sagt Luding. Ende 2019 soll die Anlage dann wieder hochfahren.

Von Sebastian Fink

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