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Schmiedewerker sehnen Investitionen und Normalschichtbetrieb herbei

Roßwein Schmiedewerker sehnen Investitionen und Normalschichtbetrieb herbei

Das gegenseitige „Beschnuppern“ zwischen den Roßweiner Schmiedewerkern und den Vertretern des neuen Betriebseigentümers, der österreichischen Frauenthalgruppe, ist offenbar beendet. Der Betriebsratsvorsitzende des Roßweiner Werkes, Hans-Joachim Porst, sieht eine positive Zukunft für seine Kollegen. Frauenthal will viel Geld investieren.

Prüfstand für geschmiedete Pleuelstangen in Roßwein.

Quelle: Sven Bartsch

Rosswein. Das gegenseitige „Beschnuppern“ zwischen den Roßweiner Schmiedewerkern und den Vertretern des neuen Betriebseigentümers, der österreichischen Frauenthalgruppe, ist offenbar beendet. Der Betriebsratsvorsitzende des Roßweiner Werkes, Hans-Joachim Porst, sieht eine positive Zukunft für seine Kollegen. Frauenthal will viel Geld investieren.

Nach dem erfolgten Verkauf des Schmiedewerkes Roßwein vom Mahle-Konzern an die Frauenthal-Group gehe es nun um einen perfekten Aufbau der Automotive Division. „Frauenthal hat echt vor, uns wieder hochzupäppeln und das, was Mahle über Jahre hinweg verpasst hat, wieder aufzuholen. Das ist wichtig, um keine Kunden zu verlieren“, erklärt Hans-Joachim Porst. Die neue Geschäftsführung wolle laut Betriebsratschef Finanzbeträge in die Hand nehmen,, „die die Vier-Millionen-Euro-Grenze beachtlich überschreiten“.

Die bereits Ende März von Geschäftsführer Dieter Spitzlay angekündigte Generalreparatur der vollautomatischen Schmiedelinie 22 dürfte dabei den größten Batzen ausmachen. Diese ist im vierten Quartal des nächsten Jahres vorgesehen, sagt Porst. Weil einiges an der vor etwa 15 Jahren in Betrieb gegangenen großen Schmiedepresse gelitten hat, soll es in diesem Sommer zunächst Notreparaturen geben, um bis zur Komplettsanierung 2018 weiter arbeiten zu können. Da diese Generalüberholung etwa drei Monate lang dauern wird, muss der Stillstand der Maschine geschickt überbrückt werden. „Wir haben Aufträge ohne Ende“, sagt Porst. Deshalb gelte es einerseits, Millionen von Pleuel vorzuschmieden. Zum anderen, so Porst, werde der „Schmiedebruder“ in Plettenberg die Roßweiner unterstützen, das heißt Teile für Roßweiner Kunden auf seinen Schmiedeanlagen fertigen. „Das wird für die Plettenberger eine logistische Meisterleistung. Denn die Kollegen in Nordrhein-Westfalen haben ebenfalls ihren festen Kundenstamm, der jeden Tag seine Teile abfordert“, erklärt der Betriebsratschef. Investitionen seien weiterhin in neue Möbel einschließlich Bestuhlung, neue Rechner und Monitore sowie in Messmittel vorgesehen.

Etwas anderes habe die Roßweiner Schmiedewerker positiv beeindruckt, als die Geschäftsführung der Frauenthal Gruppe sich und ihre Ziele im Betrieb vorstellte: es geht um den Schichtbetrieb. Betriebsratsvorsitzender Porst: „Frauenthal strebt an, in absehbarer Zeit nur noch ein Dreischichtsystem zu fahren. Solche Ankündigungen wollen unsere Beschäftigten hören. Schon viel zu lange mussten wir 19 oder sogar 21 Schichten pro Woche fahren.“ Der von der Frauenthal Gruppe beabsichtigte Normalschichtbetrieb würde 15 Schichten bis Sonnabendfrüh 6 Uhr und einen Wegfall der Wochenendschichten bedeuten.

Hans-Joachim Porst blickt voraus: „2018 wird für Frauenthal Automotiv Roßwein ein verdammt schweres Jahr werden.“ Nach der erfolgten Generalreparatur werde es zunächst mit Halbgas losgehen, die sanierte Schmiedelinie wie ein gerade gekauftes Auto eingefahren. „Mit der neuen Schmiedepresse, geschulten Mitarbeitern und optimierten Schmiedeprozessen, mit Qualität, die man verkaufen kann und Vorgesetzten, die wirklich ehrlich hinter ihrer Mannschaft stehen“, solle sich die Investition ab 2019 auszahlen.

Von Olaf Büchel

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