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Döbeln Schmierfinken hinterlassen wieder hässliche Spuren
Region Döbeln Schmierfinken hinterlassen wieder hässliche Spuren
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00:34 03.06.2018
Das Schaufenster von Matthias Liebscher am Markt 13 ist nicht das einzige im Stadtzentrum, das kürzlich wieder beschmiert worden ist. Quelle: Foto: privat
Rosswein

Sie sind Schwarz, Grün oder Pink – die Schriftzüge, die sich immer wieder unerlaubter Weise in Roßweins Stadtbild wiederfinden. Abgesehen davon, dass sie Schaufenster und Fassaden in den seltensten Fällen verschönern – dort, wo sie hinterlassen werden, verursachen sie immer wieder Kosten und demzufolge auch Unmut bei denjenigen, die die Schriftzüge entfernen lassen müssen. Erst jetzt wurde Matthias Liebscher, der den Markt 13 in Roßwein bewohnt, von Schmierfinken heimgesucht. Die befanden sich scheinbar auf Streifzug und hinterließen wahllos ihre Duftmarke.

„Als wir von der Schicht nach Hause gekommen sind, haben wir es gesehen“, sagt Matthias Liebscher. In der nacht vom Donnerstag zum Freitag vergangene Woche musste es passiert sein. Das Schaufenster seines Hauses, das er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Stück für Stück saniert, ziert seit dem ein rosafarbener Schriftzug. Was er bedeutet? „Keine Ahnung“, sagt der Eigentümer, der sich einfach über die Verschmutzung seines Eigentums ärgert.

Der Schriftzug „White Power“, mit dem das Schaufenster versehen wurde, deutet auf einen rechtsradikalen Hintergrund hin. White Power ist ein oft verwendeter Schlüsselbegriff in der Neonaziszene. Offenbar hatte der Täter noch jede Menge Farbe in seiner Sprühflasche, denn auch in der Mühlstraße um die Ecke sind Spuren hinterlassen worden. Unter anderem das ehemalige Henwi-Kaufhaus und der frühere Getränkeshop haben diverse Schriftzüge und Botschaften verpasst bekommen.

Matthias Liebscher ist erst einmal froh, dass nicht noch die Fassade seines Hauses beschmiert wurde, die er gerade erst neu streichen lassen hat. Nicht so viel Glück hatte vor ein paar Wochen Lukas Grolp, Gastwirt des Roßweiner Hotel Stadt Leipzig in der Döbelner Straße. Er hatte den Täter, der ihm seine Fassade mit eindeutig politisch links motivierten Schriftzügen besprühte, fast noch dingfest machen können. Eine Anzeige haben beide Geschädigte bei der Polizei gestellt.

Das ist auch das einzige, was die Stadt Roßwein selbst in Fällen von Schmierereien machen kann. Wie Tina Gebhardt vom Ordnungsamt sagt, werde in jedem Fall Strafanzeige gestellt. Außerdem versucht die Stadt durch entsprechende Kommunikation potenzielle Täter davon abzuhalten, aktiv zu werden. Denn wird ein Schmierfink erwischt, kann das richtig teuer für ihn werden.

Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) war zuletzt im März der Kragen geplatzt, als nicht nur das Hotel Stadt Leipzig, sondern auch andere Objekte in Roßwein mit Schmierereien und sogenannten Tags – Symbole oder Buchstaben, die eine Art Reviermarkierung darstellen sollen – verunziert worden waren. „Es reicht“, ärgerte er sich über die unbekannten Schmierfinken, die „ihrer Dummheit freien Lauf gelassen haben und Privateigentum sowie kommunales Eigentum beschmieren“.

Matthias Liebscher ärgert sich zwar über den Schriftzug. Spätestens aber wenn das Schaufenster samt zugehörigem Ladenlokal erneuert wird, soll er wieder verschwunden sein.

Von Manuela Engelmann

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