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Schneckenplage in Region Döbeln wahrscheinlich

Schneckenplage in Region Döbeln wahrscheinlich

Die Vögel zwitschern am Morgen, Schneeglöckchen treiben aus, sogar Forsythien zeigen vereinzelt gelbe Blüten. Der bisher milde Winter führt zu einem zeitigen Erwachen der Natur, mit möglicherweise negativen Folgen.

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Die Kerrie, auch als Ranunkelstrauch bekannt, blüht derzeit in der Döbelner Nordstraße. Normalerweise sind die Stängel im Januar kahl. Die milden Temperaturen wirbeln aber in der Natur einiges durcheinander.

Quelle: Wolfgang Sens

Region Döbeln. "Wenn das so weiter geht, wird die Vegetation angeregt", befürchtet Albrecht Heinrich von der Döbelner Außenstelle des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Pflanzen wie der Raps und das Wintergetreide nehmen Wasser auf, ihr Stoffwechsel beginnt. Dadurch geht ihre Winterhärte verloren." Folgen Kahlfröste, also sehr niedrige Temperaturen ohne Schneedecke, würden die Pflanzen vernichtet.

Noch, so Heinrich, bestehe zumindest diese Gefahr nicht, denn die Temperaturen reichten bislang nicht aus, das Getreide aus der Winterruhe zu erwecken. Ein anderes Problem sei hingegen akut. "Wenn auf den Regen dieser Tage Kahlfröste folgen, hebt sich der Boden, und die Wurzeln reißen ab. Dadurch könnten die Pflanzen regelrecht verdursten", erklärt er.

Während sich der professionelle Landwirt Sorgen machen mag, bietet der milde Winter den Kleingärtnern sogar Chancen. "Die Witterung ist ideal für den Obstbaumschnitt", rät Christian Werner, Vorsitzender des Döbelner Kreisverbandes der Kleingärtner. "Es sollte aber nicht versäumt werden, die Schnittstellen zu säubern und mit Baumwachs zu versiegeln."

Werner sieht die Situation gelassen: "Milde Winter gab es schon immer." Bei ihm auf der Wiese blühen die Gänseblümchen. Ungewöhnliches beobachtet auch Klaus Friedrich von der Regionalgruppe Lösshügelland des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu): "Narzissen treiben, die Herbstzeitlose schiebt ihre Blätter durch, Meisen singen. Am lautesten ist abends eine Amsel, die ich schon vor Weihnachten gehört habe, als ob Frühling wäre."

Über Auswirkungen dieser Phänomene will Friedrich allerdings nicht spekulieren. "Der Winter ist noch lang, es kann jederzeit ein Kälteeinbruch kommen, der alle Prognosen über den Haufen wirft", weiß er aus Erfahrung. Weiden, Schneeglöckchen und Narzissen würde bei Kahlfrösten nichts geschehen, sie seien Umbrüche gewöhnt. Empfindlichere Pflanzen, wie die Forsythien, könnten hingegen Schäden erleiden.

Viele befürchten, dass durch den bislang warmen Winter mit vielen Schädlingen in diesem Jahr zu rechnen ist. Doch das trifft nur bedingt zu. Für Mäuse beispielsweise nicht. Wolfgang Pönisch vom Nabu klärt auf: "Bei Mäusen gibt es einen Vier-Jahres-Zyklus. Vermehren sie sich sehr stark, finden sie nicht genügend Territorium, werden krank, und die Population bricht zusammen. Außerdem nehmen ihre Gegenspieler zu, wie zum Beispiel die Mäusebussarde." Laut Albrecht Heinrich leben momentan weit weniger Mäuse draußen in der Natur als noch im vergangenen Winter. Die Population ist also klein und dürfte sich nicht so schnell aufbauen.

Insgesamt rechnet der Experte vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie aber damit, dass manche Schädlinge öfter auftreten. "Ich sah am Sonntag einen fetten Brummer, die normalerweise im Winter absterben", sagt er. "In der Regel überdauern bis zum Frühjahr nur die Eier der Fliegen, die ganz normal überwintern. Wenn nun auch noch Alttiere hinzukommen, die dann ebenfalls Eier legen, erhöht sich die Zahl des Ungeziefers. Das betrifft alle Insekten, also Fliegen, Mücken, Blattläuse und Zecken."

Das Überleben der Alttiere ist nur ein Faktor. Wolfgang Pönisch weißt darauf hin, dass der Frühling für die Ausbreitung von Insekten ebenfalls entscheidend ist. "Haben wir wieder so einen warmen April wie im vergangenen Jahr, gibt es mehr Blattläuse. Wenn es in der Wachstumsperiode der Mücken viel regnet, nimmt deren Population stark zu. Pfützen reichen ihnen schon aus", erklärt er.

Manches ist also noch ungewiss. Aber eine Prognose wagt Pönisch, sollten Bodenfröste ausbleiben: "Dieses Jahr wird es wohl jede Menge Schnecken geben." Frank Pfeifer

 

Den milden Winter müssen Kleingärtner nicht ungenutzt verstreichen lassen. Hier einige Ratschläge:

q Winterquartiere der Kübelpflanzen bei lauen Temperaturen lüften. Das vermeidet Schädlingsbefall.

q Eingelagertes Wurzelgemüse prüfen. Befallenes Gemüse aussortieren, damit das gesunde nicht ebenfalls fault.

q Falls Rosenkohl, Feldsalat oder Spinat noch auf dem Beet stehen, kann jetzt geerntet werden.

q Die Knospen mancher Hortensienarten stehen kurz vor der Entfaltung. Bei Frostgefahr mit etwas Tannengrün schützen.

q Obstbäume und andere Gehölze fachgerecht verschneiden. FP

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