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Schnelles Internet: Ostrau und Zschaitz wollen Richtfunk aus Waldheim testen

Gemeinsame Sitzung mit Großweitzschener Räten am 29. August / MiSaxNet stellt technische Idee vor Schnelles Internet: Ostrau und Zschaitz wollen Richtfunk aus Waldheim testen

Durch den Einsatz von Richtfunk-Internet für weit abgelegene Gebiete könnten sich Ostrau, Zschaitz-Ottewig und Großweitzschen viel Geld beim Breitband-Ausbau sparen. Das Waldheimer Unternehmen MiSaxNet will die Technologie allen drei Gemeinderäten Ende August vorstellen.

Internet per Richtfunk könnte die preisgünstige Alternative zum Glasfaser für Landgemeinden werden.

Quelle: LVZ

Ostrau. Der nächste Schritt in Richtung schnelles Internet in den Landgemeinden Ostrau, Zschaitz-Ottewig und Großweitzschen steht bevor: Ende September werden die Förderanträge für den Breitbandausbau beim Kompetenzzentrum in Dresden eingereicht. Bevor das geschieht, wollen sich die drei Kommunen jedoch mit einer alternativen Technologie befassen, die allen Dreien viel Geld sparen könnte: Internet per Richtfunk.

Am 29. August hat der Ostrauer Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) seine und die Gemeinderäte aus Zschaitz und Großweitzschen zu einem Informationsabend in den Gasthof Wilder Mann eingeladen. Dort wird der Waldheimer Richtfunk-Anbieter MiSaxNet die Technologie vorstellen und um Zustimmung dafür werben. „Im Unterbewusstsein ist für Viele Richtfunk das Gleiche wie LTE. Und das wiederum empfinden Einige als etwas anrüchig, denn abends, wenn alle sich einklinken, hat keiner mehr eine ordentliche Raten, weil das Datenvolumen geteilt werden muss“, sagt Dirk Schilling. „Beim Richtfunk hat immer Jeder das anliegen, was er einkauft.“

Und das können rein vom Potenzial her sogar höhere Raten sein, als übers Glasfaser durchs Netz geschickt werden. Weiterer Vorteil: Den Ausbau des Richtfunks übernähme das Unternehmen, dass die Technologie schon in Waldheim und Hartha einsetzt, komplett auf eigene Kosten. Und dies ist für die drei Gemeinden ein schlagkräftiges Argument.

Denn zugleich läuft derzeit ein so genanntes Interessenbekundungsverfahren (IBV), bei dem die Kommunen bei der Deutschen Telekom, die für alle drei Eigenausbauerklärungen abgegeben hat, nach den tatsächlichen Kosten für die Erschließung mit Glasfaser fragen.

Zur Erinnerung: 70 Prozent des Ostrauer Gemeindegebiets will der Netzbetreiber auf eigene Kosten erschließen, 30 Prozent des Zschaitzer und zehn Prozent des Großweitzschener dazu. Das Chemnitzer Telekabel-Ingenieurbüro (TKI) hat bereits die Maximalkosten für den Ausbau der verbleibenden Gemeindeteile errechnet: Danach verbleibt im Rahmen der 90-prozentigen Förderung durch Bund und Land ein Eigenanteil von 605 000 Euro für Ostrau und Zschaitz-Ottewig zusammen und rund eine Million Euro für Großweitzschen. Dabei wurde allerdings der schlimmste Fall angenommen, nämlich dass noch kein Leerrohr für die Kabel im Boden läge und alles per Bagger in die Erde kommen müsste.

Da die Telekom jedoch bei jeder Baugelegenheit Leerrohr eingesetzt hat und technisch über günstigere Möglichkeiten als das Baggern zum Einziehen von Kabeln verfügt, soll das IBV die wahren Kosten zum Vorschein bringen. Dirk Schilling hofft auf eine Reduzierung von gut 40 Prozent. Doch selbst dann müssten allein Ostrau und Zschaitz noch rund 360 000 Euro aufbringen.

Geld, dass sich die Kommunen mit dem Richtfunk sparen könnten. Allerdings ist das Korsett der Förderrichtlinie des Bundes und des Freistaats eng geschnürt. „Die Gemeinden müssen mindestens zu 85 Prozent mit Breitbandkabeln erschlossen werden. Der Rest könnte auch mit Richtfunk abgedeckt werden. Man könnte beispielsweise kleine Enklaven wie das Wolfsgut oder die Sandgrube damit versorgen“, erklärt Schilling.

Zwei Möglichkeiten sind derzeit denkbar: Die Gemeinden versorgen die 15 Prozent schlecht per Kabel zu erreichender Gebiete mit Richtfunk und bauen den Rest der selbst zu erschließenden Regionen mit einem reduzierten Eigenanteil mit Glasfaser aus. Oder der Richtfunk ist als Technologie so überzeugend, dass er für das gesamte Eigenausbaugebiet genutzt werden kann und keine Extrakosten für die Kommunen anfallen. Hinter beiden Fällen steht der Wunsch, möglichst schnell voranzukommen: „Der Breitbandausbau ist eine kommunale Aufgabe geworden. Wir müssen uns intensiv damit beschäftigen, anstatt uns zu beklagen“, fordert Schilling.

Von Sebastian Fink

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